Aktuell: Heimtückische „Spinnenart“ von Scientology entdeckt – Teil 1 …

Scientology-Lobbyist Joe Grieboski …

Vor Weihnachten stolperte Tony Ortega von der amerikanischen Village Voice über einen Satz des Huffington Post-Bloggers Joe Grieboski, der darin monierte, dass „die Mehrheit von uns vom Horror der Verfolgung von Christen in China, Ahmadiyyas in Pakistan, Scientologen in Belgien und Muslime in Frankreich geschützt sei“.

Ortega war schon im Mai dieses Jahres auf den Autor dieser Zeilen aufmerksam geworden, als sich dieser über die israelische Verfolgung von Sekten echauffierte. Jetzt fiel dezidiert das Wort “Scientology“ und Tony Ortega recherchierte, um bereits kurz darauf einen Offenen Brief von Gerry Armstrong aus dem Jahr 2009 zutage zu fördern, in dem dieser auf die Verbindung von Scientology und Joe Grieboski hinwies.

Das nächste was Ortega tat: er kontaktierte den ehemaligen Top-Scientologen Marty Rathbun, dieser kramte in seinen Unterlagen und förderte ein OSA-Dokument aus dem Jahr 2007 zutage, in dem es um diesen Joseph K. Grieboski ging – bzw., was dieser im Auftrag von Scientology alles tun sollte.

Aber machen wir es der Reihe nach und daher einmal unkommentiert dieses Schriftstück des scientologischen Geheimdienstes Büro für Spezielle Angelegenheiten – OSA …

Und als PDF

Hier der Link zum englischen Original auf Rathbuns Seite …

Die Fortsetzung gibt’s in Teil 2 …

Fotos: Homepage J. Grieboski

Der sonntägliche Blick in die bizarre Welt von Scientology …

Tony Ortega von der amerikanischen Village Voice hatte die Idee, jeden Sonntag einen Blick in die bizarre Welt von Scientology zu werfen – ich finde die Idee super und greife sie auf.
In seinem aktuellen Kommentar schreibt Ortega u.a. über Kinder in Scientology – genauer gesagt: über Kindersoldaten in Scientology. Als solche muss man sie bezeichnen, wenn diese in der paramilitärischen Sea Org „dienen“.

Interne Scientologywerbung 1 ...

Der Australier Denny ist so ein Beispiel, von denen es viele gibt, der wahrscheinlich mit 14 oder 15 Jahren oder noch früher diesem „Elitekorps“ von Scientology beigetreten ist. Jetzt ist er 18 Jahre alt und “stolz” darauf, dass zu sein, was er ist – er tritt damit in die Fußstapfen von David Miscavige, der sich im Alter von 20 Jahren anschickte, die Macht innerhalb von Scientology an sich zu reißen. Was ihm gelungen war, als er 26 Jahre alt war.
Man könnte jetzt natürlich zynisch sagen: „Kein High School-Abschluss? Kein Problem, eine Karriere als Sektenführer ist noch locker machbar.“
Traurig stimmen einen diese Zeilen, wenn man bedenkt, dass allen Dennys innerhalb von Scientology nicht nur ihre Jugend sondern ihr ganzes Leben gestohlen wird. Ähnlich wie bei der Hitlerjugend, die als letzte verheizt wurde, gleichzeitig aber nur sehr schwer von der „Ideologie“ loskam, läutet Scientology und David Miscavige eine der letzten Runden ein – und führt noch eine Unzahl an Kindern und Jugendlichen in den Untergang. Zumeist sind es Kinder von Scientologen, die diesen Weg gehen – ohne reflektieren zu können, wohin er führt.

Interne Scientologywerbung 2 ...

Ein anderes Beispiel stellt Louis Neumann dar, der stolz darauf ist, Lebenszeitmitglied von Scientology zu sein. Man kann davon ausgehen, dass seine Eltern dies finanziert haben und die „Chance“ ist relativ hoch, dass er Denny „nachfolgen“ wird.

Interne Scientologywerbung 3 ...

Scientology bzw. L. Ron Hubbard haben das entsprechende Auffangbecken dafür geschaffen: die Commodores Messenger Organsaztion (CMO), aus der auch Miscavige hervorging. Miscavige war mit 16 Jahren der Sea Org beigetreten – der Rest seiner „Karriere“ ist bekannt.
Diese steht Denny, Louis und sehr vielen anderen Jungscientologen „offen“ – leider.
Und während die Scientologywelt ihrer Eltern zunehmend ins Wanken gerät, werden diese Jugendlichen als letztes Aufgebot missbraucht!

Adolf Hitler und Hitlerjugend ...

Es gab noch nie zuvor eine Zeit, wo Scientology so gezielt vor allem mit Jugendlichen geworben hätte – alle Werbungsbeispiele sind von 2011. Was einerseits auf den Niedergang von Scientology hinweist, stellt für jeden einzelnen dieser Jugendlichen eine schwere Hypothek für deren eigenes Leben dar: sie haben eine „Entscheidung“ gefällt, deren Tragweite sie nicht abschätzen können!

Und auch wenn Scientology bzw. OSA wahrscheinlich meinen Blog wieder massiv angreifen wird: Aus meiner Sicht stellt dieses Vorgehen einen klassischen Kindesmissbrauch dar, begangen vom Psychokult Scientology!

Fotos: Scientologypublikationen

OSA-Bernd verliert im Radio die Fassung und spricht Klartext …

In der Talksendung Domian sprach der Moderator vor einigen Tagen mit einem Scientologen namens Bernd – ich nehme an, dass es sich dabei um Bernd T. handelt, der über OSA-Nähe verfügt, da er der Vorsteher der scientologischen Kommission gegen Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte / KVPM ist – und mit den Medien darf nur jemand von OSA sprechen bzw. in deren Auftrag.

Neben dem üblichen Scientologengewäsch – „Es funktioniert so toll bei mir“ usw. – lohnt es sich bis zum Ende zuzuhören, denn dann gehen Bernd die „Argumente“ aus und er spricht aus, was Scientology eigentlich meint und will …

Wen wundert’s: die OSA-Kohorten mögen meinen Blog nicht … ;-)

... David "Slappy" Miscavige

Seit einigen Tagen steht mein Blog unter DDos-Attacken – wer sie wohl ausführen mag?

Werden doch nicht die pösen, pösen OSA-Leute sein, die im Auftrag von „Slappy“ Miscavige mal kurz ihr scheinheiliges Kirchen-Image vergessen und das machen, was sie von „Natur“ aus eben machen?

Zugegebenermaßen war ich kurz damit beschäftigt, die Tausenden Zugriffe und Spams entsprechend zu unterbinden, aber bald geht’s weiter mit den restlichen Teilen des Geheimdienstes OSA und natürlich dem Jahresrückblick, an dem ich schon emsig recherchiere und der den OSA-Leuten noch weniger gefallen wird …

Foto: Anonymous

Der geheime Geheimdienst von Scientology – siebzehnter Teil …

Citizens Commission on Human Rights-Hauptsitz, NARCONON-Einrichtung, Applied Scholastics-Haupquartier, Jugend für Menschrechte-Werbung, Way to Happiness-Foundation, Ehrenamtliche Geistliche in Berlin (von links oben im Uhrzeigersinn) …

Jetzt zur angekündigten letzten Section des Büro für spezielle Angelegenheiten: in dieser Social Reform Section verbirgt sich eine der beiden Hauptstrategien von Scientology in den letzten 10 Jahren. Die eine lag bzw. liegt in der Betonung, dass Scientology eine „Religion“ bzw. „Kirche“ ist und die andere in sogenannten „Sozialen Aktivitäten“.
Auf die gleiche Idee kamen vor Scientology schon die Mafia und andere Organisationen, die derart ihre eigentlichen Aktivitäten „bemänteln“ konnten. L. Ron Hubbard legte dementsprechend bereits in den 70er-Jahren im damaligen Guardian Office fest: „Das Büro für Soziale Koordination tritt als Reformer auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit, der Kriminellen- und Drogenrehabilitation, sowie der Erziehung und der grundsätzlichen Menschenrechte auf.“
Das damalige Büro für Soziale Koordination (Office for Social Coordination) wurde von David Miscavige umgetauft – eben in Sektion für Sozialreform (Social Reform Section) – und ab Mitte der 90er-Jahre zunehmend ausgebaut.
Bis dahin war Scientology vor allem „auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit“ aktiv gewesen, was bedeutet: Psychiater und Psychologen wurden/werden mithilfe der Citizens Commission of Human Rights (CCHR – tritt in Deutschland, der Schweiz und Österreich als Kommission gegen Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte / KVPM auf) „bekämpft”. Scientology sieht sich selbst als „Marktführer“ auf diesem „Gebiet“ und möchte daher Psychiater, Psychologen und mittlerweile auch Psychoanalytiker, Lebensberater und jeden anderen, der sich mit der Psyche des Menschen beschäftigt, aus dem Geschäft drängen bzw. diesen „ausradieren“.
Die CCHR- bzw. KVPM-Aktivitäten waren und sind seitens Scientology absolut ernst gemeint und zielen wirklich auf die viel propagierte „Auslöschung“ dieser Personengruppe ab.
Nicht ganz so ernst ist NARCONON gemeint, das Drogenrehabilitationsprogramm von Scientology, das im Wesentlichen aus nichts anderem besteht als dem scientologischen Reinigungsprogramm (wo ohne ärztliche Verschreibung überhöhte und teilweise lebensgefährlich dosiert Vitamine usw. eingenommen werden), einem Ethikprogramm, das auf der scientologischen Ethik aufgebaut ist, die ihrerseits nichts mit dem gemein hat, was man allgemein darunter versteht, dem Kommunikationskurs und anderen Scientologypraktiken. Vor allem in den USA und Ländern, wo die ärztliche Versorgung oft Privatsache ist, reüssiert NARCONON – genauso wichtig wie neue Mitglieder, ist Scientology dabei der Publicityeffekt.
Applied Scholastics zielt wiederum ganz gezielt auf Kinder und Jugendliche und baut auf der scientologischen Studiertechnologie auf, die – milde ausgedrückt – ein an Unwissenschaftlichkeit nicht zu überbietendes Etwas darstellt, das aber in den USA oder Ländern mit keiner oder geringer staatlicher Grundversorgung ebenfalls punktuelle Erfolge verbuchen kann. Dies kann soweit gehen, dass Scientology bzw. Applied Scholastics bis in die US-Adminstration hinein bereits Ansprechpartner besitzt.
CRIMINON ist eine reine PR-Masche, wo u.a. Strafgefangenen die „Weisheiten“ Hubbards nahegebracht werden. Was in Europa bereits in den 70er-Jahren nicht einmal ansatzweise funktioniert hat, bringt in den USA, Lateinamerika und afrikanischen und asiatischen Ländern immer wieder “schöne Bilder”, die von der Scientologypropaganda ausgeschlachtet werden.
Die aus meiner Sicht gefährlichste Aktion Scientologys sehe ich bei Jugend für Menschenrechte (Youth for Human Rights), wo direkt Kinder und Jugendliche angesprochen werden, die scheinbar nichts weiter machen müssen, als ebenfalls für Menschenrechte zu sein, was bis hinauf zur UNO auch so gesehen wird, die Scientology bzw. Youth for Human Rights immer wieder einlädt. Dass dabei Scientology mitgekauft wird, fällt niemand auf.
Nicht ganz richtig: Einem fällt es schon auf – Scientology!
Die Weg zum Glücklichsein-Kampagne (Way to Happiness) stellt wiederum nichts anderes dar, als eine kleine Broschüre mit „Sinnsätzen“ von Hubbard, die von Scientology als „nichtreligiöser Moralkodex“ beschrieben werden und z.B. im Rahmen von CRIMINON verteilt wird. Der Clou an der Geschichte: die Scientologen werden aufgefordert, 12er-Packungen dieser Broschüre zu kaufen und danach zur Verteilung zu spenden. Mit anderen Worten: Scientology lässt sich die ganze Sache nicht nur nichts kosten, sie macht wahrscheinlich mit dem Verkauf der Broschüren einen satten Gewinn.

Abschließend die „Allzweckwaffe“ von Scientology: die sogenannten Ehrenamtlichen Geistlichen (Volunteer Minister). Mit ihren gelben Jacken tauchen sie beim London-Marathon genauso auf, wie in Haiti nach dem Erdbeben oder 2001 im Ground Zero. Ganz selten bis nie zur Freude der Hilfsorganisationen vor Ort, sammeln die selbsternannten „Geistlichen“ ohne Rücksicht auf Verluste Pluspunkte – vor allem bei den Medien, die heutzutage Meldungen sehr oft mehr oder weniger blind übernehmen und derart abschreiben, wenn John Travolta seinen Flieger Richtung Haiti startet: an Bord jede Menge dieser „Scientology-Geistlichen“.

Obwohl bei diesen Initiativen offiziell sehr oft bestritten wird, dass diese etwas mit Scientology zu tun haben, wird in Mitgliederzeitschriften sehr wohl Klartext gesprochen. Da werden dann diese Einrichtungen und Initiativen als Feeder Organisations propagiert, die Scientology neue Mitglieder bringen sollen, was in der Praxis leider auch sehr oft eintritt.

Soweit ein kurzer Überblick über die einzelnen Aktivitäten im Social Reform Office des Büro für spezielle Angelegenheiten

Fotos: Scientologypublikationen (7), ocmb