Tony Ortega von der amerikanischen Village Voice hatte die Idee, jeden Sonntag einen Blick in die bizarre Welt von Scientology zu werfen – ich finde die Idee super und greife sie auf.
In seinem aktuellen Kommentar schreibt Ortega u.a. über Kinder in Scientology – genauer gesagt: über Kindersoldaten in Scientology. Als solche muss man sie bezeichnen, wenn diese in der paramilitärischen Sea Org „dienen“.
Der Australier Denny ist so ein Beispiel, von denen es viele gibt, der wahrscheinlich mit 14 oder 15 Jahren oder noch früher diesem „Elitekorps“ von Scientology beigetreten ist. Jetzt ist er 18 Jahre alt und “stolz” darauf, dass zu sein, was er ist – er tritt damit in die Fußstapfen von David Miscavige, der sich im Alter von 20 Jahren anschickte, die Macht innerhalb von Scientology an sich zu reißen. Was ihm gelungen war, als er 26 Jahre alt war.
Man könnte jetzt natürlich zynisch sagen: „Kein High School-Abschluss? Kein Problem, eine Karriere als Sektenführer ist noch locker machbar.“
Traurig stimmen einen diese Zeilen, wenn man bedenkt, dass allen Dennys innerhalb von Scientology nicht nur ihre Jugend sondern ihr ganzes Leben gestohlen wird. Ähnlich wie bei der Hitlerjugend, die als letzte verheizt wurde, gleichzeitig aber nur sehr schwer von der „Ideologie“ loskam, läutet Scientology und David Miscavige eine der letzten Runden ein – und führt noch eine Unzahl an Kindern und Jugendlichen in den Untergang. Zumeist sind es Kinder von Scientologen, die diesen Weg gehen – ohne reflektieren zu können, wohin er führt.
Ein anderes Beispiel stellt Louis Neumann dar, der stolz darauf ist, Lebenszeitmitglied von Scientology zu sein. Man kann davon ausgehen, dass seine Eltern dies finanziert haben und die „Chance“ ist relativ hoch, dass er Denny „nachfolgen“ wird.
Scientology bzw. L. Ron Hubbard haben das entsprechende Auffangbecken dafür geschaffen: die Commodores Messenger Organsaztion (CMO), aus der auch Miscavige hervorging. Miscavige war mit 16 Jahren der Sea Org beigetreten – der Rest seiner „Karriere“ ist bekannt.
Diese steht Denny, Louis und sehr vielen anderen Jungscientologen „offen“ – leider.
Und während die Scientologywelt ihrer Eltern zunehmend ins Wanken gerät, werden diese Jugendlichen als letztes Aufgebot missbraucht!
Es gab noch nie zuvor eine Zeit, wo Scientology so gezielt vor allem mit Jugendlichen geworben hätte – alle Werbungsbeispiele sind von 2011. Was einerseits auf den Niedergang von Scientology hinweist, stellt für jeden einzelnen dieser Jugendlichen eine schwere Hypothek für deren eigenes Leben dar: sie haben eine „Entscheidung“ gefällt, deren Tragweite sie nicht abschätzen können!
Und auch wenn Scientology bzw. OSA wahrscheinlich meinen Blog wieder massiv angreifen wird: Aus meiner Sicht stellt dieses Vorgehen einen klassischen Kindesmissbrauch dar, begangen vom Psychokult Scientology!
Fotos: Scientologypublikationen




