Der Tod von L. Ron Hubbard und sein „Vermächtnis“ …

Die Ranch Whispering Winds, Creston, Kalifornien, wo Hubbard starb – und die für seine Reinkarnation „vorbereitet“ ist …

Das ist eigentlich der zweite Teil meines Blogs Krankheit und Tod in Scientology, in dem ich mich nun unmittelbar mit dem Tod von L. Ron Hubbard auseinandersetze. Dieser ist einerseits mysteriös und zeigt andererseits, was Scientology daraus bzw. damit gemacht hat. Und vor allem: was dieser “Umstand” bei Scientologen auslöst …

Vor allem die offiziellen Verlautbarungen von Scientology, dass er „seinen Körper völlig bewusst verlassen hätte, um zu Forschungen aufzubrechen, bei denen ihm dieser hinderlich gewesen wäre“, festigten ein Bild, dass den Körper und dessen Zustand auf das Niveau der Beschaffenheit eines Autos reduzierte – dieses wird ja schließlich auch ausgetauscht, wenn es zu viele Rostflecken hat oder der Motor nicht mehr rund läuft.

Chronologisch betrachtet, war der 1911 geborene Hubbard spätestens seit Mitte der 70er-Jahre gesundheitlich schwer angeschlagen. Im Juli 1975 erlitt er einen ersten Schlaganfall und musste hospitalisiert werden.

L. Ron Hubbard …

Im September 1978 war es ein Herzinfarkt, den Hubbard erlitt und der operativ behandelt wurde.

Zu Beginn des Jahres 1979 hatte Hubbard einen weiteren Schlaganfall erlitten und es fand eine Operation statt – weitere Details sind nicht bekannt.

Im August 1979 sah ihn seine Frau Mary-Sue das letzte Mal – Hubbard wurde danach versteckt gehalten. Begleitet von Annie und Pat Broeker. Das Verbindungsglied zu Scientology war David Miscavige.

L. Ron Hubbard …

Das nächste was man von ihm – besser gesagt: über ihn – hörte: dass er tot war. L. Ron Hubbard, der Gründer des Psychokults Scientology starb am 24. Januar 1986 auf seiner Ranch Whispering Winds in Kalifornien an einem Schlaganfall.

Todeszeitpunkt war um 20:00 Uhr – die Behörden wurden um 7:30 Uhr am nächsten Morgen verständigt. Spätestens hier beginnt ein Rätsel, das allerding nur kurz währte, denn die Anwälte von Scientology, Earl C. Cooley, John G. Peterson und Sherman D. Lenske, sorgten dafür, dass keine Obduktion vorgenommen und der Leichnam sofort verbrannt wurde.

Was z.B. in den fast 12 Stunden zwischen Tod und der Verständigung der Behörden geschah, ist bis heute nicht bekannt – dafür wurde der Leichnam bereits einen Tag später eingeäschert. Dem zuständigen Sheriff, Don Hines, gelang es nur mehr, die Prozedur im Krematorium kurzfristig zu stoppen und einen Bluttest an Hubbards Leichnam durchführen zu lassen.

Dieser Blutest kann als einziges gelöstes Rätsel angesehen werden: im Blut Hubbards wurden Hydroxyzine nachgewiesen. Dr. Eugene Denk, der Leibarzt Hubbards, hatte diesem in den Tagen vor dessen Tod den Tranquillizer Vistaril injiziert, ein Beruhigungsmittel, das man laut Ärztehandbuch „normalerweise akut verwirrten und hysterischen Patienten verabreicht“.

Hier die Originaldokumente zu Hubbards Tod …

Während alle anderen Fragen zum Tod Hubbards unbeantwortet blieben, wurde etwas verstärkt, dass bereits in den Jahren vor dessen Tod begonnen hatte: In den Organisationen von Scientology wurden Büsten von Hubbard aufgestellt und in jeder Organisation wurde ein eigenes Büro für ihn eingerichtet – komplett, sogar seine Zigarettensorte lag auf dem Schreibtisch.

Büste von L. Ron Hubbard in einer Organisation von Scientology und …

… ein voll eingerichtetes Büro von L. Ron Hubbard, wie es weltweit in jeder Organisation zu finden ist.

Wobei der springende Punkt nicht der Führerkult an sich ist, sondern die Tatsache, dass Scientologen „glauben“, dass Hubbard ohne Körper zu Forschungstätigkeiten aufgebrochen ist und eines Tages wiederkommen wird – daher auch die Büros.

„Church of Spiritual Technology“-Logo auf der Whispering Winds-Ranch und Hubbards Lieblingszigarettenmarke …

An seinem Sterbeort, der Whispering Winds-Ranch, wurde dies manifest: Als „Landehilfe“ wurde ein nur aus der Luft sichtbares überdimensioniertes Zeichen – das Logo der Church of Spiritual Technology, der Dachorganisation von Scientology – in die Landschaft integriert. Und nachdem dieses dem Logo seiner Lieblingszigarettenmarke KOOL sehr ähnlich ist, sollte er keine Schwierigkeiten beim „Landeanflug“ haben.

Mehr als nur problematisch und gar nicht witzig ist der Umstand, dass Scientologen daraus ableiten, dass sie ihren Körper jederzeit ablegen können, um nach danach neu anfangen zu können – Hubbard ist ihnen dabei das “Vorbild”.

Ich habe das oft genug bei mir selbst und anderen erlebt, welche Auswirkungen dieses Denken hat und wie man im Krankheits- oder Todesfall mit sich umgeht!

Wer die bizarre Trauerzeremonie von Scientology sehen möchte, die nach dem Tod Hubbards veranstaltet wurde: bitte sehr, der 16-teilige Bericht darüber …

Fotos: Scientologypublikation, Theage (2), Whyweprotest, Idhulley, Ratedorhated, Village Voice