Die „Feindesliste“ von Scientology …

Sektenchef David Miscavige (im Vordergrund rechts) und seine paramilitärische „Sea Org“ – der zweite von links ist Marty Rathbun, der mittlerweile seine eigene Sekte gegründet hat und auch seine eigene Liste führt …

Bei Scientology ist es keine Floskel, wenn man davon spricht, dass dieser oder jener auf der „Feindesliste“ von Scientology landet – es gibt sie wirklich. Akribisch wird jeder darauf verzeichnet, der als „Unterdrücker“ (Suppressive Person) bezeichnet oder ausgestoßen (expelled) wird.

Bereits 1991 umfasste diese Liste rund 5.000 Namen und jede Menge Gruppierungen von Scientologyabspaltungen. Mittlerweile dürfte sie ziemlich gewachsen sein.

Und wer damals noch in „Amt und Würden“ war, steht heute bereits drauf – neben Marty Rathbun ist es u.a. Mike Rinder und bald auch Debbie Cook. Erstere basteln bereits an ihrer eigenen.

Hier einmal die angesprochene Scientology-Liste im Original …

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Der Vollständigkeit halber: Die Grundidee dieser peniblen Listenführung geht auf L. Ron Hubbard zurück, der die „Ur-Liste“ bereits in den 50er-Jahren begann und seitdem ständig „erweiterte“.

Und noch ein Detail am Rande: Man wird auf dieser Liste vergeblich Politiker, Richter, Journalisten oder Exekutivorgane suchen – diese stehen auf einer eigenen Liste. Diese hier ist exklusiv für Scientologen – die andere siedelt im Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA).

Foto: Scientologypublikation

Debbie Cook, das jähe Prozessende und Jan Eastgate…

Debbie Cook …

In der Vorwoche zeigte Scientology sein “Potential”, indem an zwei Prozessfronten “Ruhe” einkehrte – man verglich sich außergerichtlich mit Debbie Cook und die Anklage gegen Jan Eastgate wurde in Australien eingestellt.

Aber der Reihe nach …

Der Prozess von Scientology gegen Debbie Cook und ihren Ehemann Wayne Baumgarten bestimmte die ersten Monate des Jahres 2012. Mit ihrer Brandmail zu Silvester kam erstmals aus dem Inneren von Scientology eine unmittelbare Anklage gegen David Miscavige. Der daraufhin Cook/Baumgarten sofort wegen deren Brechens des „Schweigegelübdes“, für das sie jeweils 50.000 Dollar erhalten hatten, verklagte. Im Laufe des Prozesses kamen immer mehr Details über dessen Zustandekommen ans Tageslicht – mehr sollte in den folgenden Prozesstagen folgen. Man konnte sich also freuen, dass es bald mehr als nur über das „Loch“ zu hören geben würde.

Auch Marty Rathbun und seine Independents freuten sich über eine neue „Mitstreiterin“, unterstützen sie finanziell und das zukünftige Dreigestirn Rathbun/Rinder/Cook nahm Kontur an.

Bis dann David „Slappy“ Miscavige die Reißleine zog und das tat, was Scientology am besten kann: Man hatte entweder a) in den letzten Monaten genug „Material“ gefunden, um Cook unter Druck zu setzen und/oder b) man nahm eine schöne Stange Geld in die Hand. Sinn und Zweck der „Übung“: Cook/Baumgarten dazu zu bewegen, sich im aktuellen Gerichtsprozess zu vergleichen und gleichzeitig einen neuen „Maulkorberlass“ (im Englischen: gag order) zu unterschreiben – diesmal einen vom Gericht bestätigten.

Und so kam dann, was kommen musste – Cook und Baumgarten unterschrieben und Zwergenkönig Miscavige hatte das erreicht, was er erreichen wollte: eine gerichtlich angeordnete Unterlassungsverfügung …

Welches Leben Debbie Cook und ihrem Mann nun bevorsteht? Ich würde meinen: kein gutes! Nach außen hin wurden sie von Scientology zum Schweigen gebracht, hat vielleicht ein nettes Sümmchen kassiert und das Versprechen erhalten, weiterhin mit ihren Verwandten Kontakt haben zu dürfen usw.

In Wirklichkeit hat sie sich zwischen alle Stühle gesetzt – die „Maschinerie“ Scientology wird in den nächsten Monaten anlaufen und Cook/Baumgarten und deren Scientology-Familienverbindungen zermalmen (Disconnecting-Gesetz) und sie selbst auf die „Feindesliste“ setzen. Dabei kann Scientology völlig ungestört operieren, da die einzige wirkliche Verteidigung gegen Scientology in der Offensive gegen diese liegt – und nicht darin, dass man sich mit einer organisierten Bande von professionellen Betrügern „einigt“.

Falls die OSA-Schergen Stettler, Weber & Co die letzte Formulierung von mir vielleicht ehrrührig finden sollten: sie wurde in Frankreich gerade in 2. Instanz gerichtlich bestätigt!

Dabei kann ich das Verhalten von Cook und Baumgarten bis zu einem bestimmten Grad nachvollziehen. Der Einzige, der einen Prozess gegen Scientology durchhielt, war Lawrence Wollersheim. Ganze 22 Jahre musste er warten, bis dieser beendet und Scientology verurteilt war. Davor zog das Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA) alle Register ihres „Könnens“.

Und Marty Rathbun und seine Independents werden jetzt weinen: Das viele Geld, dass sie ihrer neuen „Mitstreiterin“ besorgt hatten, das jetzt weg war und sie gleich mit. Ein bisschen Schadensfreude wird wohl auch beim absolut unappetitlichen Thema Scientology erlaubt sein – oder?

Und hier noch My San Antonio und Village Voice zum Nachlesen …

Jan Eastgate ...

Den zweiten „Erfolg“ konnte Scientology einfahren, als Anfang der Woche der Staatsanwalt in New South Wales die Anklage gegen Jan Eastgate wegen Anstiftung zur Verschleierung von Kindesmissbrauch fallen ließ – obwohl sie zuvor gleich zwei Mal deswegen angeklagt worden war.

Frau Eastgate ist Präsidentin der Scientology eigenen Citizens Commission of Human Rights (CCHR – firmiert hierzulande als KVPM – Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte oder als Bürger- bzw. Menschenrechtskommission). Hintergrundinfos in meinem Blog dazu …

Eastgate wird trotzdem nicht um das „Loch“ herumkommen, da sie in der obskuren Logik von Scientology „Dreck am Stecken“ haben muss, um in ein derartiges Schlamassel zu geraten – dass sie zwei Jugendliche zur Verschleierung eines Kindesmissbrauchs angestiftet hat, spielt bei der „Scientologyethik“ keine Rolle. Das einzig Relevante in der Welt der Xenu-Anhänger ist, dass durch ihre Anklage das Welt-Rettungs-Unternehmen von Scientology behindert worden war – und dafür gibt’s das RPF (Rehabilitation Project Force), das Straflage für solche Fälle und wahrscheinlich gleich das RPF des RPFs, nämlich das „Loch“.

Fotos: Village Voice, Daily Telegraph

Die geheimen „OSA Network Orders“ des Scientology-Geheimdienstes …

Sektenführer David Miscavige ...

Zur Abrundung meines gestrigen Blogs noch einige Fakten zum Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA): Die OSA Network Orders, die eine Basis von deren „Arbeit“ darstellen.

David Miscavige installierte Anfang der 80er-Jahre das internationale Hauptquartier des Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA) in Los Angeles. Geführt wurde es anfangs vom Österreicher Kurt Weiland, der es als Kommandierender Offizier leitete, bevor er von Mike Rinder abgelöst wurde. Seit dessen Flucht im Jahr 2007 dürfte es von Miscavige selbst geführt werden. Als Internationaler Öffentlichkeitssprecher von Scientology trat danach Tommy Davis auf, der Sohn der US-Schauspielerin Anne Archer und Freund von Tom Cruise, und seit dessen Verschwinden wiederum ist es Karin Pouw.

In seiner Wortwahl trat David Miscavige in die Fußstapfen von L. Ron Hubbard: „Machen wir uns nichts vor, wir spielen auf diesem Planeten ein Spiel auf Leben und Tod. … Manchmal muss man das Problem mitsamt der Wurzel herausreißen. Und manchmal reichen diese Wurzeln ziemlich tief, und viele starke Arme müssen gemeinsam daran ziehen, um es zu schaffen.“

Dabei betonte Miscavige, dass „es … meine Absicht [ist], … jegliche Opposition nicht nur stumpf zu machen, sondern dauerhaft auszurotten.“

In einer ganzen Reihe von sogenannten OSA Network Orders, die alle Hubbards Schriften entnommen wurden, legte er die Operationsbasis fest. Sie tragen sehr oft die Überschrift Confidential, also vertraulich, und sind innerhalb von Scientology nur dem Büro für Spezielle Angelegenheiten bekannt.

Einige Textproben …

In der OSA NW Order 7 schrieb Miscavige bzw. Hubbard unter dem Titel Feindliche Aktivitäten: „Wir haben exakt festgestellt, wer seit nunmehr 18 Jahren auf Scientology schießt; wir kennen alle ihre Namen. Sie sind eine kleine Gruppe mit internationalen Ambitionen. Gegründet wurde sie von einem Verrückten und einige Personen mit politischen Ambitionen haben sie übernommen.
Der Kampf begann durch ihre Angst, wir würden sie finanziell ruinieren. Wenn Scientology die wirkliche Antwort war, würden sie damit aufhören müssen, ihre Patienten zu foltern oder sie umzubringen, was letztlich ihr Einkommen schrumpfen ließe.
Nun gut, wir haben sie so schwer verletzt, dass sie ihr Hauptquartier verlegen mussten. … Die Presse und die Öffentlichkeit folgten unserer Linie. Dabei haben wir noch gar keine wirkliche Offensive gestartet.
Das Ganze entwickelt sich zu einem erbitterten und grundsätzlichen Krieg. Die Kraft, die versucht, der Welt Licht und Freiheit zu bringen – wir – sind direkt in das ‚Engramm Nummer 1’ dieses Planeten gelaufen, das von dunklen und geheimen Feinden der Menschheit aufrecht erhalten wird. Diese bestehen darauf, die Geisteskranken zu foltern und zu töten.
Es ist eine fürchterliche Heuchelei, wenn sie uns beschuldigen, dass wir Menschen verletzen. Jeder, der uns ‚erleiden’ musste, ist immer noch frei, erfreut sich guter Gesundheit und ist in der Lage, uns zu klagen. Den Opfern des Feindes ergeht es in dessen Anstalten wie jenen in Hitlers Todeslagern. Opfer können nicht klagen. Sie können nicht einmal gehen. Sie sind tot.
Es ist die Jahrhunderte alte Schlacht zwischen Wahrheit und Licht, die gegen die Macht der Finsternis antritt.
Wir wollten diesen Kampf nicht. Wir befanden uns nicht einmal im Feindesland. Wir wollten eigentlich die Behandlung von Verrückten vermeiden.
Aber sie haben uns ohne Grund attackiert und nur aus ihrer eigenen Angst heraus. Bedauerlicherweise sehen sie in uns ihre Henker. Dabei wären so viele andere angenehme Dinge zu tun.
Aber durch die feindlichen Aktivitäten der Legislative und der Presse bleibt uns nichts anderes über, als zu kämpfen.
Und wir haben zu kämpfen begonnen.
Wir haben ihre Moral und Finanzen bereits verletzt und sie dazu gezwungen, ihr Hauptquartier zu verlegen.
Unsere Streitkräfte werden sie auch dort angreifen. Diesmal müssen wir gewinnen. Wir werden keine andere Chance bekommen.“

In der streng vertraulichen OSA Network Order 9 wurde definiert, was ein Nachrichtendienstmitarbeiter zu sein hat: „Eine geheimdienstliche Aktivität besteht darin, den eigenen Kommandobereich über die Pläne, Charakteristiken und Verbrechen der Gegner zu informieren; dies dient den eigenen Aktivitäten und Absichten.“

Eine weitere vertrauliche OSA Network Order beschäftigte sich mit dem Thema der Schwarzen Propaganda: „Schwarze Propaganda ist versteckte Kommunikation von falschen Daten über die Aktivitäten oder das Leben anderer Personen, Gruppen oder Nationen, um diese zu verletzen, zu behindern oder zu zerstören. Gewöhnlich wird sie von einer außenstehenden Quelle statt der des tatsächlichen Initiators lanciert.
Sie wird vor allem in der ‚psychologischen Kriegsführung‘ eingesetzt.
Sie ist eine hochspezialisierte Technologie an sich.
Sie beruht auf der Technik der ‚Klassifizierung’ von anderen Personen, Gruppen oder Nationen, indem man an diese als unerwünscht oder böse bezeichnet. …
Dianetik, Scientology und ich selbst waren über eine lange Zeit das Ziel einer Schwarzen Propaganda-Kampagne, die von trainierten Personen angezettelt wurde. Dahinter stand die American Medical Association in den USA, die Britische Psychologenvereinigung in Australien und die National Association of Mental Health in England.
Diese schwarzen Propagandisten versuchten, uns in der Öffentlichkeit zu klassifizieren, indem sie fortwährend bestimmte Begriffe wie ‚Kult’ wiederholten. Je mehr wir diesen Propagandisten gestatten, dies zu tun, desto größere Chancen räumen wir ihnen ein, um so größer werden ihre Möglichkeiten.
Ein schwarzer Künstler muss sorgfältig ausgebildet werden, um dies zu tun – und ich bin sehr an diesen Kerlen interessiert. …
Sie sind gut ausgebildete Geheimdienstleute im Bereich der psychologischen Kriegskunst. …
Dr. Thomas Szasz beschrieb in seinem Buch … diese psychiatrische Technik: ‚Klassifikation ist ein soziales Vorgehen. Die Klassifikation von Individuen oder Gruppen, die es mit sich bringt, dass letztendlich drei verschiedene Typen entstehen: Klassifizierender, Klassifizierter und die Öffentlichkeit, die diese Klassifizierung akzeptieren oder zurückweisen muss.’ …
Die American Medical Association arbeitet ausschließlich damit. … Wenn man die Hauptwaffe des Feindes unbrauchbar macht, ist das auch ein Sieg. Um zu verhindern, dass man klassifiziert und selbst der Klassifizierende wird, muss man das Propagandaspiel gewinnen.
Unsere Propaganda ist schmutzig, aber sie ist keine schwarze Propaganda, da sie der Wahrheit entspricht. Schwarze Propaganda ist grundsätzlich falsch. Wir schaffen dieses Kunststück, indem wir untersuchen und attackieren. Was wir dann angreifen, ist bereits in der Öffentlichkeit etwas ‚Böses‘; wir werden derart als die Angreifer dieses Bösen re-klassifiziert.
Wir möchten keine schwarze Kampagne durchführen, da wir uns mit der Wahrheit befassen. …
Wir lancieren nur Propagandakampagnen. …
Dementsprechend agieren wir so, dass es (1) dem Feind nicht gelingt uns zu klassifizieren, wir (2) jede vergangene Klassifizierung bekämpfen oder aufdecken, dass sie falsch war …; (3) uns in einer Serie von Kampagnen engagieren, die vergangenen Klassifizierungen durcheinanderbringen und (4) wir selbst erreichen, dass wir bestimmen, wie wir selbst und andere zu klassifizieren sind.“

Hier die Originale der OSA Network Orders, wie man sie u.a. auch in den Ausbildungsunterlagen eines Scientologyspions findet. Machen Sie sich wiederum selbst ein Bild …

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Es ist dabei ersichtlich, dass die OSA Network Orders nicht vollständig sind – wenn also jemand die eine oder andere bei sich zu Hause herumliegen haben sollte, wäre ich ihm dankbar, wenn er sie mir mailen würde. Dies gilt selbstverständlich auch für Personal des Büro für Spezielle Angelegenheiten – es ist nie zu spät, das Richtige zu tun …

Foto: Scientologypublikation

Die Ausbildungsunterlagen eines Scientology-Spions …

Damit Celebrities und Politiker bei der „Stange“ gehalten werden, setzt Scientology ihr Büro für Spezielle Angelegenheiten (Office of Special Affairs – OSA – Department 20) ein – ihren Geheimdienst.

Scientologen werden immer ganz schmallippig, wenn man sie damit konfrontiert, dass Scientology einen eigenen Geheimdienst hat. Ich möchte jetzt auch nicht lang und breit darauf eingehen – die Meinung der jeweiligen Seite steht fest: Kritiker betonen den Geheimdienst, Scientology-Offizielle präsentieren sich als „Öffentlichkeitssprecher“, „Präsidenten“ usw. und sehen sich und das Büro für Spezielle Angelegenheiten ganz harmlos.

Es gibt noch einen Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen – und das ist ja schließlich Aufgabe dieses Blogs: Sehen Sie sich einmal die Ausbildungsunterlagen (scientologisch: Full Hat) eines Mitarbeiters des Büro für Spezielle Angelegenheiten an und treffen Sie dann für sich den Schluss, um welche Art von “Tätigkeit” es sich dabei wohl handelt. Genau genommen sind es die Ausbildungsunterlagen eines Investigations Officers, die als Confidental klassifiziert sind …

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Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Datum dieser Ausbildungsunterlagen: 1991.

Die diversen „Öffentlichkeitssprecher“ oder „Präsidenten“ von Scientology betonen nämlich gerne, dass nur bis zur Auflösung des Guardian Office ein Geheimdienst betrieben wurde, der u.a. im Projekt Schneewittchen um die 100 US-Behörden unterwandert hat, deren leitende Mitglieder zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden (darunter die Ehefrau von L. Ron Hubbard) und der Anfang der 80er-Jahre aufgelöst wurde.

Die Nachfolgeorganisation des Guardian Office nannte sich Büro für Spezielle Angelegenheiten – auf welcher Basis seitdem „operiert“ wurde, kann man sich u.a. in den Ausbildungsunterlagen ansehen.

Im deutschsprachigen Raum sind es drei Personen, die dabei federführend sind: Jürg Stettler, Sabine Weber und Angelika Thonauer.

Jürg Stettler ...

Stettler tritt offiziell als „Präsident Scientology Schweiz“ auf, ist selbst ein alter Guardian Office-Mitarbeiter und koordiniert die „Aktivitäten“ von Scientology in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Angelika Thonauer-Grischany (links) und Sabine Weber ...

Sabine Weber firmiert als „Vize-Präsidentin“ von irgendetwas, wurde vor einigen Jahren von Stettler „abgesägt“, darf nur mehr in Berlin und ausgewählten Bundesländern aktiv werden und muss bei ihm rückfragen, ob sie nun oder doch nicht darf.

Angelika Thonauer führt in erster Linie eine Werbeagentur in Wien und ist nebenbei Chefin des Büro für Spezielle Angelegenheiten – ob sie auch etwas präsidiert, ist mir nicht bekannt.

Alle drei sollten die Ausbildungsunterlagen kennen bzw. haben die darin angeführten Vorgaben studiert – und „wenden“ sie tagtäglich an!

Fotos: Screenshot, DER SPIEGEL/Collage, Anti-Scientologie

Der kühle Charme eines modernen Totalitarismus …

Celebrities wie Tom Cruise, John Travolta usw. und diverse US-Politiker spielen bei Scientology eine große Rolle. Im Rahmen meines Buches Das wahre Gesicht von Scientology sprach ich mit Dr. Rainer Fromm, der im Rahmen seiner Dreharbeiten (Der gesäuberte Planet) u.a. mit Scientology-Sprechern, deren Celebrities und Politikern sprach …

Wenn Sie an Ihren Besuch bei Scientology bzw. deren Einrichtungen zurückdenken: welches Gefühl herrschte dabei vor?
Dr. Rainer Fromm: „Das Gefühl war ambivalent. Da fallen die vielen zuvorkommenden, freundlichen, aber bestimmten Mitarbeiter auf. Scientology erschien professionell, strukturiert und einzelne Mitarbeiter vermittelten sehr schnell eine Wärme und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Insofern kann ich die Schilderungen von Aussteigern, die von einem ‚Love-Bombing‘ sprechen sehr gut nachvollziehen. Es gab aber auch immer wieder Eindrücke, die das positive Bild konterkarierten.
Am allerschlimmsten habe ich den Kontrast zwischen dem Parkgelände des ‚Celebrity Centers‘ in Hollywood und den uniformierten Sea-Org-Mitarbeitern empfunden. Die Kontrolle war allgegenwärtig. Auch meinen Aufenthalt in Clearwater habe ich ähnlich empfunden. Wirklich tollen Restaurants und einer wunderbaren Lage am Meer standen die allgegenwärtigen Uniformen gegenüber. Es war der kühle Charme eines modernen Totalitarismus – lächelnd, aber gefährlich.“

Wie erging es Ihnen mit der deutschen Scientology-Sprecherin Sabine Weber oder anderen Offiziellen?
Dr. Rainer Fromm: „Die Sprecher von Scientology in den USA, aber auch in Deutschland, haben aus meiner Sicht recht professionell gewirkt. Angenehm ist mir aufgefallen, dass ich mich nicht groß verstellen musste. Ich habe nie aus meiner kritischen Haltung ein Geheimnis gemacht und das wurde akzeptiert. Auf der anderen Seite waren meine Dreharbeiten eingeschränkt. Interviews mit Menschen in den Zentren waren ohne vorherige Absprache nicht möglich. Hier sind die amerikanischen Scientologen allerdings freier als die Deutschen. Während in Deutschland, außer mit der Sprecherin, überhaupt kein Interview ermöglicht wurde, bekamen wir in den USA eine breite Auswahl von Interviewpartnern. Hier waren die amerikanischen Scientologen fast ‚zu freundlich‘. Irgendwann habe ich festgestellt, dass unsere Tage regelrecht okkupiert wurden. In Deutschland dagegen überwog noch eine Wagenburghaltung.“

Scientology vermittelte Ihnen in den USA auch Ansprechpartner aus der Politik. Wie wirkten diese Personen auf sie?
Dr. Rainer Fromm: „Um diese Frage zu beantworten, muss man das diametral andere Verfassungsverständnis der USA berücksichtigen. ‚Free Speech‘, eine freie Religionswahl, eine Abwehr gegen jede Form staatlicher Kontrolle von Meinungs- oder Religionsausübung – das waren die Begriffe, die Scientologen und ihre Vorzeigepolitiker einten. Insofern stand bei den meisten Gesprächspartnern der unbedingte Wille zur religiösen Autonomie des Individuums deutlich vor einer Sympathie gegenüber dem scientologischen Science-Fiction-Totalitarismus.
Bei einigen Willensträgern ging die Sympathie jedoch weiter.
Der Glanz der scientologischen Ästhetik in der Architektur sowie die scientologische Taktik, mit Celebrities für die eigene Organisation zu werben, gingen hier auf.
Die Nähe zu scientologischen Superstars wie beispielsweise John Travolta, empfinden diese Politiker als schmeichelhaft. Scientology steht hier für die konsequente Chance, den ‚American Dream‘ zu verwirklichen.
Angesprochen auf das menschenfeindliche Weltbild des Psychokonzerns wurden immer wieder die sozialen Aktivitäten von Scientology im Bereich der Drogen- und Kriminalitätsprävention entgegen gehalten. Insofern geht die effektvolle Öffentlichkeitsarbeit von Scientology voll auf.
Die soziale Gewandung erweist sich hier als kugelsichere Weste vor demokratietheoretischer Munition.“

Dr. Rainer Fromm ...

Hatten Sie den Eindruck, dass Scientology in den USA über Einfluss verfügt?
Dr. Rainer Fromm: „Ja! Scientology ist ein Faktor und kann auch so auftreten. Ich denke, dass die Kontakte Scientologys in die Politik inzwischen tragfähig sind und den Psychokonzern nachhaltig vor politischen Bedenken aus Europa schützen. Dafür entspricht aber auch Scientologys Image einer ‚Anything-goes-Religion‘, die der amerikanischen Mentalität entspricht. Wie kann ich in einem Staat vor einer Sekte warnen, der selbst seine Mitarbeiter ausbeutet, der kaum über ein tragfähiges Sozialsystem verfügt? Insofern stehen die antisozialen Auswüchse so mancher Scientology-Betriebe durchaus nicht im Widerspruch zu einer Ideologie, die weit in den amerikanischen Mainstream hinein reicht.“

Wie würden Sie diesen Einfluss einschätzen: hoch, mittel, gering?
Dr. Rainer Fromm: „Hier gibt es viele Mythen, aber ich denke, dass der Einfluss nicht gering ist. Wenn Scientology mit seinen uniformierten Mitgliedern Teile des Straßenbildes in Hollywood beherrscht, weist das auf Substanz hin. Wenn man weiß, dass die Scientology-Organisation, unter deren Befehl diese uniformierten Einheiten stehen, in der Vergangenheit versuchte, den amerikanischen Staat zu unterwandern, und dieselbe Organisation heute trotzdem uniformiert auftreten darf, kann man ahnen, wie groß der Einfluss sein muss.“

Was macht den Reiz aus, dass sich Politiker etc. in den USA Pro-Scientology äußern?
Dr. Rainer Fromm: „Das Zauberwort heißt ‚Celebrities‘. Schauspieler und Prominente sind in der amerikanischen Politik ein echter Machtfaktor. Insofern stellen die scientologischen Schauspieler im Kampf um die Gunst der Wähler ein echtes Faustpfand dar. Sie stehen für Abenteuer, Action, Jugendlichkeit und andere Attribute, die gerade Politiker so gerne für sich verbuchen möchten.
Politiker, die sich mit scientologischen Schauspielern umgeben, umgeben sich damit auch mit den Attributen, die mit den Schauspielern verbunden werden. Insofern hat die Sympathie vieler Politiker mit Scientology primär eine tief egoistische Ursache. Ein weit ehrlicheres Argument vermute ich in dem amerikanischen Glaubensgrundsatz des ‚Free Speech‘. Da wird Scientology zur Gewissensfrage, wie ernst man es mit dem Freiheitsgrundsatz für alle Religionen nimmt. Immerhin haben auch die ‚Church of Satan‘ und andere dubiose Glaubensgebilde in den USA einen religiösen Status. Im Falle von Scientology profitiert aber genau eine der Organisationen von der religiösen Liberalität, die sie selbst meiner Meinung nach sofort abschaffen würde. Im Ideologiegebäude der Scientologen gibt es keinen Platz für Kritiker oder Gegner, die als sogenannte ‚Unterdrückerische Personen‘ diffamiert und zur Ächtung freigegeben werden.“

Fällt Ihnen noch etwas ein, das man bei der Beschäftigung mit dem Thema Scientology berücksichtigen sollte?
Dr. Rainer Fromm: „Die Auseinandersetzung mit Scientology darf nicht nur in eindimensionaler Form stattfinden, wie beispielsweise dem Boykott von Tom Cruise-Filmen, sondern mit der Frage beginnen, was den Kult so interessant macht.
Warum ordnen sich auch erfolgreiche und gebildete Menschen einem System unter, dass sie gleichsam versklavt?
Nähern wir uns diesen Fragen, beginnen wir zu begreifen, dass ein Einstieg in einen Kult wie Scientology nichts mit Dummheit oder Borniertheit zu tun hat.
Scientology schafft es, unsere Grundsehnsüchte zu mobilisieren: Den Hunger nach Erfolg, Anerkennung, Wohlstand und Glück – gepaart mit dem Menschheitstraum der Unsterblichkeit!“

Mitarbeiter des „Celebrity Centers International“ von Scientology ...

Fotos: Dail Mail/AP, Süddeutsche, Scientologypublikation

Tom Cruise und seine “Mission” …

Der US-Schauspieler Tom Cruise war bis 2008 sehr offensiv der Hauptwerbeträger und Chef-Lobbyist von Scientology. Nachdem zwei interne Scientology-Videos in die Öffentlichkeit gelangten, lösten diese einen Skandal aus. Neben deren Inhalt, war es vor allem der Versuch von Scientology, sie aus dem Internet zu „entfernen“, was wiederum zur „Geburt“ von Anonymous führte, die gegen diese Zensur protestierten und seitdem monatlich dagegen demonstrieren.
Die beiden Videos findet man hier

Davor gab es schon das legendäre Cruise-Ophra-Video, wo es nicht um Scientology ging: Herr Cruise zeigt sich so, wie er seine Rolle im Scientology-Leben interpretiert. Konkret ging es dabei darum, dem US-Publikum seine Liebe zu Kathie Holmes zu „zeigen“, die Cruise nach der Scheidung von Nicole Kidman gesucht und gefunden hatte und die im Gegensatz zu Kidman nichts gegen Scientology einzuwenden hatte.
Inwieweit Scientology dabei ihre Finger im Spiel hatte, lasse ich dahingestellt – während der Ehe mit Kidman war Cruise immerhin rund 10 Jahre lang nicht in der Psychosekte aktiv gewesen bzw. zur Verfügung gestanden. Aber jetzt konnte er zum besten Freund des Sektenführers David Miscavige aufsteigen und …

Aber jetzt zum angesprochenen und mittlerweile legendären Cruiseauftritt:

Wann begann eigentlich der totale Geldwahnsinn bei Scientology?

Der für die USA ultimative 9/11-Angriff, den Scientology gleich ausnutzte ...

Was Debbie Cook in ihrem Neujahrsmail moniert hatte, ist nicht neu, wurde aber bis jetzt noch nie so klar ausgesprochen: Scientology presst aus ihren Mitgliedern ohne Rücksicht auf Verluste vorhandenes und nicht vorhandenes Geld heraus und hortet es – es sollen mittlerweile über eine Milliarde Dollar in Cash sein (in Zahlen: 1,000.000.000 Dollar).

Es ging seit 1950 bei L. Ron Hubbard und Scientology um Geld – seit etwas mehr als 10 Jahren geht es um sehr viel Geld. David Miscavige hatte das Goldene Zeitalter des ultimativen Geldwahnsinns ausgerufen. Aber wie bei allem, hat auch dieser Wahnsinn einen Anfang genommen – in diesem Fall kann man den Zeitpunkt sogar ganz klar benennen: es war der 11. September 2001.

Während zwei Flugzeuge in die Twin Towers rasten, verfasste David Miscavige ein sogenanntes Inspector General Network Bulletin mit dem Titel Wake-up Call (Weckruf).

Nein, er hat es natürlich nicht am 11. September verfasst und ja, er hat es einfach rückdatiert, um an diesem Ereignis zu partizipieren.

David Miscavige ...

Ihm fehlte zwar Hubbards „Bedeutungsschwangerkeit“, dafür hatte er den stärkeren Zug zur Kasse, als er anhob: „Es ist Zeit, aktiv zu werden. Sehr aktiv. Jeder Scientologe. Überall. …
Frei heraus gesagt: wir sind die einzigen Menschen auf Erden, die den Niedergang umkehren können und wir haben dazu nicht endlos Zeit. Jeder Bereich in Scientology spielt dabei eine lebenswichtige Rolle, die wahrgenommen werden muss.“

Den ersten Gedankengang schloss Miscavige, indem er Hubbard zitierte und bezüglich der “Technologie” schlußfolgerte: „Rom hatte sie nicht – es zerfiel in Schutt und Asche. China hatte sie nicht – es wurde in jüngerer Zeit von blutigen Revolutionen erschüttert. Und unten in den Arsenalen lauert die Atombombe, die jederzeit gezündet werden kann, weil man nichts von dieser Wissenschaft weiß‘. Aber wir haben diese Technologie und die Organisationen, um die Hindernisse zu überwinden, denen sich dieser Planet gegenübersieht.“

Danach folgte das übliche Scientology-Hubbard-Miscavige-Geschwafel, bevor er in zwei Punkten konkret wurde, was er vom Einzelnen – sprich: Scientologen – erwartete: „Gehen Sie die Brücke hinauf [bedeutet: zahlen Sie Unsummen für Auditing] … und helfen Sie dem Kreuzzug [IAS, Ideale Orgs usw.], sodass daraus ein großer Gewinn entsteht.“

Mit dem Kreuzzug sprach er natürlich speziell jene Scientologyaktivitäten an, die unter der Flagge der International Association of Scientologists (IAS) liefen und bei denen nicht Scientology draufsteht – wie Der Weg zum Glücklichsein, NARCONON, CRIMINON, Jugend für Menschenrechte, CCHR, Applied Scholastics usw. – und der Gewinn sollte in seiner Kasse entstehen.

Abschließend zitierte er nochmals Hubbard und dessen letzte Worte im Buch Dianetik: „Fassen Sie in Gottes Namen an und bauen Sie eine bessere Brücke!“ und „Wir können das machen! Wir werden das machen!“

Hier das Inspector General Network Bulletin mit der Nummer 44 im Original …

Und als PDF

Dabei traf es sich wunderbar, dass Tom Cruise seine Scheidung mit Nicole Kidman hinter sich gebracht hatte und nun wieder frei für David Miscavige war, der daraufhin Cruise innerhalb weniger Jahre nicht nur zu seinem Busenfreund und „Heilsbringer“, sondern auch zu seinem wichtigsten Lobbyisten für seinen “Kreuzzug” machte. Dafür zeichnete er ihn auch mit einem speziellen Orden für Tapferkeit aus – und feierte diesen Umstand im Mitgliedsjournal der IAS, dem IMPACT.

Die IAS war und ist die Kriegskasse von Scientology – David Miscavige: „Helfen Sie dem Kreuzzug, sodass daraus ein großer Gewinn entsteht.“.

Ich kann mich noch an eine ähnliche Zeit erinnern, als Anfang der 80er-Jahre die Hubbardsche Schrift Fünf Jahre genau diesen Zeitraum für die Erde vorsah, entweder unterzugehen oder „mithilfe“ von Scientology den Turn-arround zu schaffen. Fast geschäftschädigend war dann der Umstand, dass die 5 Jahre irgendwann um waren, nichts geschah und zu allem Überdruß auch noch Hubbard himself abnippelte. Dann herrschte jahrelang Ruhe, bis nach dem 11. September 2001 David Miscavige fast in das gleiche Horn wie George W. Bush blies. Während der eine von Achsen des Bösen sprach und überall einmarschierte, war es bei Scientology „nur“ die IAS, die zwar nicht so forsch auftrat, aber dafür erst abließ, wenn die Kreditkarte glühte.

Schon vor 2001 war die IAS für ihre Methoden berüchtigt, jetzt wurden die „Spendenaktivitäten“ verdoppelt, verdreifacht und verzehnfacht. Neue „Spendenmodelle“ wurden entworfen und umgesetzt. Mittlerweile ist es so, dass jeder Mitarbeiter von Scientology nicht mehr nur sein übliches „Plansoll“ zu erfüllen hat, sondern auch seine „Spendenquote“ erreichen muss.

Was Debbie Cook in ihrer Mail ansprach, wird in naher Zukunft vielleicht zu einer Implosion von Scientology führen – aber das kann noch einige Zeit dauern.

Bis dahin werden weiter Millionen aus den Mitgliedern gepresst – und dabei sprechen wir über Summen zwischen 200 und 400 Millionen Dollar pro Jahr.

Mindestens.

Fotos: Screenshot, Scientologypublikation, The Sun, Tampa Bay Times

Kehrt Lisa-Marie Presley Scientology den Rücken?

Lisa-Marie Presley ...

Die Tochter von Elvis Presley fiel in den letzten Jahren vor allem dadurch auf, dass sie zumeist ziemlich böse dreinblickte – und neben ihrer Mutter Priscilla ein Scientology-Celebrity war. Dabei war die mittlerweile 44-jährige in erster Linie Tochter des Kings, die auf verschiedenen Scientology-Veranstaltungen hergezeigt wurde. Dazwischen heiratete sie vier Mal, brachte vier Kinder auf die Welt und begann 2003 eine Musikkarriere mit ihrem Album Album To Whom It May Concern. Von ihren Ehen ist eigentlich nur jene mit Michael Jackson erwähnenswert, den sie offensichtlich zu Scientology „bringen“ sollte – Jackson blieb aber bei seiner Sekte, den Zeugen Jehovas.

In den letzten Jahren trat sie öffentlich nicht mehr für Scientology in Erscheinung, dafür veröffentlichte sie in ihrem neuen Album Storm & Grace eine Nummer, die als Abgesang an Scientology zu sehen ist.

Hier einmal der Liedtext der Nummer You Ain’t Seen Nothin’ Yet: “Lay down the law, don’t make a sound -Just critical, just going down – I don’t belong, I’ve lost the plot – Not gullible, can’t be what I’m not – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – If I don’t get with your system then I’m sure to fail – Well you ain’t seen nothin’ yet -Lay down the truth, don’t make a sound – Just a piece of fruit who’s hit the ground – I don’t respond, I’ve lost the plot – Unethical, not what I thought – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – I’m a bit transgressive and suppressive as well – Well you ain’t seen nothin’ yet – Am I a disruption to your corruption? – You ain’t seen nothin’ yet – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – If I don’t get with your system then I’m sure to fail – You ain’t seen nothin’ yet – No longer elated, now you’re frustrated – You ain’t seen nothin’ yet – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – If I don’t get with your system then I’m sure to fail – Well you ain’t seen nothin’ yet – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – I’m a bit transgressive and suppressive as well – You ain’t seen nothin’ yet”"

Sie verwendete dabei Worte, die nur in Scientology üblich sind: Suppressive (Unterdrückerisch) oder Unethical (Unethisch), aber auch Wortspiele, wie „I’m a bit transgressive and suppressive as well“ (Ich verhalte mich ein wenig regelwidrig und unterdrückerisch) und andere Formulierungen, die ein ziemlich eindeutiges Bild ergeben.

Für die Scientology-Beobachter in den USA, aber auch für mich, steht fest: Sie kehrt dem Psychokult Scientology den Rücken. Sie macht es nicht mit einem lauten Knall, sondern mehr oder weniger still und leise – der Text des Liedes zeigt ihren Weg.

Hier noch die Nummer zum Text – machen Sie sich selbst ein Bild …

So singt jemand, wenn er geht …

Und hier noch der Link zum Originalartikel der Village Voice

Foto: The Morton Report

L. Ron Hubbard und wie es so läuft …

L. Ron Hubbard ...

Ich habe die letzten Wochen dazu genutzt, einige Dinge zu recherchieren, einiges zu hinterfragen und einiges vorzuzubereiten. Letzteres betrifft das, worum es mir eigentlich geht: Scientology zu dokumentieren!
Ganz konkret werde ich ab Ende April die wesentlichen „Dinge“ in Scientology filmisch darstellen – mehr dazu in Kürze.

Ein weiter Punkt war die „Inventur“ der letzten Monate bzw. Jahre – was Scientology ist, was es ausmacht, wie man darüber berichten sollte usw. Rund um das Aktuelle vergisst man sehr leicht, worum es eigentlich geht – wirklich geht.

L. Ron Hubbard hatte es am 9. Jänner 1962 in seinem Vortrag Future Org Trends zusammengefasst: „Sobald die Erde clear ist – eine Nation, ein Staat, eine Stadt oder ein Dorf – stellt die Scientologyorganisation die Regierung. Und sobald das eingetreten ist, ist das einzige Gesetz das gültig ist, das Gesetz von Scientology“

Darum geht es Scientology – nur darum!

Es war daher auch nicht verwunderlich, dass Tony Ortega am 19. März 2012 in der Village Voice ganz erstaunt berichtete, dass die Untersuchungen des FBI in Bezug auf Scientology bereits eingestellt waren, als im Frühjahr 2011 darüber berichtet wurde – hier der Artikel dazu …

David Miscavige und sein „Imperium“ versucht intensiv, die Vorgabe Hubbards zu erfüllen, „die Erde clear zu machen“. Die diversen „Schlachten“, im Moment jene zwischen Debbie Cook und Miscavige & Co, fördern aber auch viele Daten zutage, die einen etwas klareren Blick zulassen. Dabei meine ich nicht die Prügelorgien im „Loch“ des RPFs, Gewalttätigkeit gab’s immer schon bei Scientology, sondern z.B. den aktuellen Bericht von Vincent Magni, der im Zuge der Debbie Cook-Auseinandersetzung die Seiten gewechselt hat und jetzt ein Rathbun-Scientologe ist.

Vincent Magni ...

In seinem wortreichen Aus- bzw. Umstiegsbrief beschrieb er einige Dinge, die zwar vermutet, bisher aber nicht bestätigt wurden. Magni ist nicht irgendwer, sondern einer der „Eingeweihten“ auf der Stufe OT VIII, ein Celebrity aus Frankreich und jahrelanger „Kämpfer“ für die Miscavige-Scientologen.
Jetzt ließ er seinen Blick einmal über die letzten Jahrzehnte schweifen und stellte dabei fest, dass es zwar eine Menge an schönen neuen Gebäuden gab, diese aber seit mehr als 20 Jahren immer leerer wurden – Beispiel: in den drei französischen Scientologyorganisation Saint Etienne, Clermont Ferrand und Lyon gab/gibt es zusammen um die 10 Mitarbeiter und insgesamt 30 Scientologen. Der Trend von Scientology geht aus seiner Sicht – und er gewann diese, indem er die Statistiken von Scientology untersuchte – seit 20 Jahren bergab. Anfangs ging es steil bergab, in den letzten Jahren nur mehr leicht – auf niederem Niveau.

Noch aufschlussreicher ist aber die Zahl der OT VIII in den letzten 26 Jahren: 1.600 Scientologen „erreichten“ weltweit dieses Ziel, obwohl es mit allen Mitteln forciert wurde.

Er bestätigt damit die allgemein gültige Einschätzung von Scientology: Eine Randerscheinung mit aufgeblähter Propagandamaschine, die aber über einige Fürsprecher in Film und Politik verfügt – und eine pralle “Kriegskasse”.

Und was macht Scientology währenddessen? Es feiert sich selbst. Wobei man sagen muss: Was machen die Miscavige-Scientologen, denn es gibt ja auch noch die Rathbun-Scientologen.

Ganz konkret geht es um die pompöse Geburtstagsfeier von L. Ron Hubbard – kurz LRH genannt -, die traditionell im scientologischen Mekka in Clearwater stattfand, drei Stunden dauerte und inhaltlich das bot, was sie Jahr für Jahr schon immer geboten hat: Hubbard ist der größte …
Das Ganze fand in der Ruth Ecker Hall mit 2.180 Sitzplätzen statt, womit nicht nur der Rahmen klein war, sondern sich auch kein Hollywood-Prominenter an diesem „Scientology-Feiertag Nummer 1“ dorthin verirrte.
Die Scientology-Propaganda ignorierte diese Tatsache und überschlug sich in Superlativen, die das Auditorium zur “Ekstase” trieb – es begann schon mit dem Opener

Danach wurde viel geredet und wenig gesagt, bis Miscavige zum Schluss doch noch mit etwas herausrückte: neben 5 Scientologyorganisationen, die demnächst als Ideale Orgs erstrahlen sollen, dürfte ab 21. Juni 2012 auch das Super Power-Gebäude aktiviert werden. Ob dieser Termin hält? Darüber kann man rätseln. Ganz sicher ist aber, dass in den Monaten davor, zu vermehrter Spendentätigkeit „aufgerufen“ werden wird – und: die Scientologen scheinen sich masochistisch darauf zu freuen. Oder welcher Schluss ließe sich sonst aus ihrem frenetischen Jubel schließen?

Hier noch der ganze Artikel aus der Village Voice

Und was gibt’s bei den Rathbun-Scientologen Neues?

Eigentlich auch nicht sehr viel, außer dass sich Marty Rathbun regelmäßig darin produziert, der Menschheit die Welt erklären zu wollen – aber das tat er ja auch schon unter der Regie von David Miscavige.

Mike Rinder ...

Und Mike Rinder, langjähriger Geheimdienst-Chef der Miscavige-Scientologen, der jetzt bei den Rathbun-Scientologen irrlichtert, gefällt sich in der schmucken Annahme, dass Miscavige seinerzeit Lisa McPherson getötet hat – und dass diese an einer Lungenembolie gestorben war. Ersteres war fast anzunehmen, da Rinder ja mittlerweile die Seiten gewechselt hat. Dass er aber nach wie vor behauptet, dass McPherson an einer Lungenembolie gestorben ist und nicht am absolut verbrecherischen und menschenverachtenden Introspection Rundown von L. Ron Hubbard, ist mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben.
In bester Miscavige-Rathbun-Cook-Manier verdreht er die Tatsachen wie er sie braucht und negiert dabei, dass bei der Autopsie dieser Umstand sehr wohl bemerkt und festgehalten worden wäre.

Bei weitem Interessanter wäre es, wenn Rinder erklären würde, warum die Autopsieärztin Joan Wood zuerst feststellte, dass die Todesursache “unbekannt“ war, um Jahre später ihren Bericht in „Unfall“ abzuändern, worauf das Gerichtsverfahren gegen Scientology bzw. Miscavige eingestellt wurde – er war schließlich als Geheimdienstchef für deren „Gesinnungswandel“ verantwortlich. Rinder „schlussfolgerte“ zu McPhersons Tod lieber: „[Lungenembolie] passiert in Krankenhäuser mit Ärzten im Notdienst ständig“.
(Hier der ganze Rinder-Blog und dazu mein Lisa McPherson-Blog – man sollte ihn Rinder übersetzen, vielleicht fällt es ihm dann wieder ein …)

Oder hatte Rinder einfach Hubbards Vorgaben im Ohr: „Eines Tages sagt vielleicht jemand ‘Das ist illegal!’. Wenn dem so ist, seien Sie sicher, dass [Scientology] Organisationen sagen, was legal ist und was nicht!“
(HCO PL 4 Jänner 1966 Relationship to Orgs)

Fotos: Vincent Magni, Scientologypublikationen (2)