Ein Aspekt der Manipulation …

Bei der Vorbereitung meines heutigen Vortrags habe ich mich u.a. mit folgender Fragestellung, die bei jedem meiner Vorträge gegeben ist, auseinandergesetzt: “Wie ist es möglich, dass ein halbwegs intelligenter Mensch 28 Jahre lang bei den Scientologen sein kann und ihm dabei nicht auffällt, was für eine ‘Haufen’ das ist?”

Die Frage wird zwar nur ganz selten direkt gestellt – wahrscheinlich, um mich nicht zu beleidigen ;-) -, aber sie schwebt unausgesprochen im Raum.

Dabei ist die Beantwortung dieser Frage ist nicht ganz einfach. Es gibt eine Menge an Ansatzpunkten, die größtenteils subjektiver Natur sind und zumeist mit der individuellen Biografie des Einzelnen zu tun haben – sozusagen dessen Präposition, dessen „Anfälligkeit“ im Hinblick auf die eine oder andere Sekte.

Aber darauf möchte ich jetzt nicht weiter eingehen, sondern auf einen anderen Aspekt, der nicht unwesentlich ist, wenn es darum geht, dass jemand jahrelang in einem falschen System lebt – ohne dass es ihm auffällt.

Wenn man so will, erzähle ich jetzt dazu eine kleine Geschichte aus meinem Leben und ziehe einen für mich gültigen Schluss daraus.

Der Dalai Lama am 26. Mai 2012 in Wien ...

Jeder von Ihnen kennt den Dalai Lama, um genau zu sein: seine vierzehnte Inkarnation, Tenzin Gyatso. In Umfragen wird ihm immer wieder bescheinigt, dass er die spirituellste Persönlichkeit der Gegenwart ist – zumindest im deutschsprachigen Raum. Ich habe zwar keinen „Free Tibet“-Aufkleber am Auto – ich habe keines -, war aber u.a. schon vor der chinesischen Botschaft demonstrieren und hab mir begeistert sowohl den Scorcese-Film Kundun, als auch 7 Jahre in Tibet mit Brad Pitt angesehen und sah mich durchaus als einer, für den der Dalai Lama eine Leitfigur darstellt.

Der Dalai Lama stand für mich seit längerem mehr oder weniger außer Frage – kleine „Nebendetails“, wie dessen Freundschaft mit dem Nazi Heinrich Harrer konnten mich nicht irritieren. „Tibet den Tibetern“ war aus meiner Sicht eine legitime Forderung an China, das dieses spirituelle Volk gnadenlos unterdrückt und dessen geistige Führung ins Exil zwang.

Und dann gab es da einen Vortrag von Colin Goldner an der Wiener Uni, der mein Bild, das sich jahrelang gehalten hatte, empfindlich „störte“. Er beschrieb einen Gottkaiser, der seine rd. 3 Millionen Untertanen u.a. mithilfe der Auslegung des Karmas („Folgst du den Lamas, ist es gut, begehrst du auf, geht’s dir dreckig im nächsten Leben!“) noch Mitte des 20. Jahrhunderts in einer mittelalterlichen Theokratie gefangen hielt, wo es nur den Adel und Priester auf der einen Seite und Leibeigene auf der anderen Seite gab, deren durchschnittliche Lebenserwartung 35 Jahre betrug.

Kleiner Gag am Rande: Die Lehre des Gelbhaubenordens (Gelug-Schule), deren Chef der Dalai Lama ist, stellt Missliebigen alle möglichen negativen Inkarnationen für das nächste Leben „in Aussicht“ – begonnen bei irgendwelchen Tieren können sie sozusagen als Höchststrafe als Frau wiedergeboren werden.

Langer Rede, kurzer Sinn: Hier der Vortrag – wenn Sie Lust auf eine andere Sicht der Dinge haben, sollten Sie ihn sich ansehen …

Für mich war der Sympathieträger Dalai Lama danach von seinem Podest gestürzt – auf das ich ihn gestellt hatte!

Der Dalai Lama hat nichts verkehrt gemacht – er ist so wie er ist und glaubt das natürlich auch. Ihm gehen zweifellos seine Leibeigenen ab, die nicht für ihn malochen usw.

Mich interessierte nach diesem Vortrag vielmehr mein „Standpunkt“ – dass ich so ohne weiteres seine Geschichte übernommen hatte und im weitesten Sinne des Wortes zum Leibeigenen des Dalai Lamas mutierte?

Und: Kann man nicht merken, dass man manipuliert wird?

Ich kenne jede Menge an Beispielen, wo diese Manipulationsmechanismen aufgezeigt werden – u.a. das Milgram-Experiment, das Stanford-Prison-Experiment und Die Welle (The Third Wave). Und ich habe in den letzten Jahren eine ganze Menge an einschlägiger Literatur gelesen.

Hat mich dieses Wissen davor bewahrt, etwas „falsch“ zu sehen?

Nein.

Keine Angst, ich wechsle jetzt nicht unhinterfragt ins Lager von Colin Goldner über – das wäre reines Schwarz-Weiß-Denken. Ganz im Gegenteil hat mich Goldner wieder daran erinnert, dass einer der wesentlichsten Aspekte des Lebens darin besteht, die Dinge zu hinterfragen.

Alle – ohne Ausnahme.

Und der nächste Schritt – sofern man eine eigene Meinung dazu vertreten möchte -, besteht darin, die Fakten zu suchen, sie auszuwerten und dann vielleicht auch nur sagen zu können, dass die und die Dinge dafür sprechen, dieses für jenes und das wiederum dafür. Fazit: nicht ganz klar, nur drei Möglichkeiten.

Gar nicht so leicht auszuhalten, dann vielleicht keine eindeutige Position einnehmen zu können … ;-)

Beim Dalai Lama, aber auch bei allen anderen dogmatischen Dingen im Leben, geht es um Autorität samt den damit verbundenen Dogmen. Und wenn dann auch noch Religion im weitesten Sinne des Wortes dabei ist, kommt noch ein ziemlich großer Schuss Voodoo-Hexen-Zauber dazu.

Was bei den Scientologen die Xenu-Körperthetan-Story ist, ist beim Dalai Lama u.a. dessen Karmaangebot samt einer Unzahl von Höllen, wenn man nicht pariert.

Beide „verkaufen“ den ultimativen „Ablass“ und geben kraft ihrer jeweiligen Autorität die Richtung vor – Autorität, die sie oft erst von jemandem anderen „verliehen“ bekamen, der sich seinerseits etwas versprach. Gilt übrigens auch für alle anderen Sekten und Religionen.

Und dann waren plötzlich 28 Jahre bei Scientology um. Den Dalai Lama hatte ich auch schon 20 Jahre auf meiner „Karte“.

Und die Moral von der Geschicht‘?

Besser einmal zu viel (hinter)fragen, als einmal zu wenig – ich werde jetzt auf jeden Fall alle verfügbaren Fakten und Daten zum Dalai Lama zusammentragen, um mir danach vielleicht ein Bild machen zu können, das der Wirklichkeit entspricht!

Und noch ein kleiner “Gag” zum Schluss: Die Scientologen, vor allem durch ihre Volunteer Minister („Ehrenamtliche Geistliche“), sind schon knapp dran am Dalai Lama – Dokumente folgen …

Foto: Wikipedia

Scientology versucht kampfhaft, die vielen Lecks abzudichten …

"The Big Blue" in Los Angeles, eine der Kommandozentralen von Scientology ...

In den letzten Jahren war es zunehmend so, dass in zeitlich sehr engen Rahmen die neuesten Ergüsse von Scientology auch im Internet standen – vor allem dann, wenn diese gar nicht für ein aus anderen Gründen interessiertes Publikum gedacht waren. Anders ausgedrückt: Innerhalb von Scientology gab bzw. gibt es eine immer größer werdende Zahl an Personen, die internes Material „weiterreichen“ – das Netz von Scientology hatte mittlerweile derart große Löcher, dass ohne weiteres ein Mittelklassewagen durchfahren könnte.

Dass die Führung von Scientology bzw. das Büro für Spezielle Angelegenheiten darüber nicht erfreut war bzw. ist, kann man nachvollziehen. Also rief/ruft man dazu auf, die Reihen wieder dicht zu bekommen – was sinnigerweise auch gleich wieder fernab der scientologischen Kanäle publiziert wurde …

Dabei trat u.a. The International Hubbard Ecclesiastical League of Pastors (I HELP) als eine der zahlreichen Untergruppierungen von Scientology auf, die zu einer „Email-Waschaktion“ aus dem Sektenhauptquartier in Los Angeles („The Big Blue“) aufrief, um unliebsame Empfänger auszuschließen. In einem Schreiben des Commanding Officers (CO) der Westlichen USA (WUS) wurde das Vorgehen dieser „Aufräumaktion“ beschrieben – und mit dem scientologischen Gruß „Much Love“ (ML) geendet.

“Hello! Please read the below and follow the directions. This is an important cycle of action and will help keep undesirables off your lines as well.
ML, CO I HELP West US
We are in the process of cleaning up all email lists to make sure you are not inadvertently contacting some terminals who are no longer in good standing with the Church. We have set up a line so this can be done easily and a service will be provided for you to keep all lists clean on a regular basis.
Follow the below guidelines to provide your email list for list cleaning. Be sure to include any lists you use, e.g. your contact list, email address book, email mailing lists, etc. There’s no limit to the number of lists you can send in. The point is – send them all!
If you are using Outlook, Thunderbird or another similar email program to manage your lists, then these programs typically have an “Export” function with which you can export your email list.
For example, in Outlook, select your Contact list, choose “File”, then “Import & Export”. From the “Import & Export Wizard”, choose the option to “Export a file”. Choose the file type called “Tab Separated Values” (Windows). You will be prompted to choose a file name. Save the exported data.
Otherwise, provide your email list in a comma-separated, tab-separated or Excel spreadsheet file with one email address per line in the file so that it can be processed easily.
If you have questions as to how to export your email list using the software that you have, you can send an email to addoservice@scientology.net for further instructions.
Send your lists to addoservice@scientology.net.
Let me know once you have sent in all your lists.
ML, CO I HELP WUS“

Foto: Village Voice

Der Psychokult zerbröselt weiter …

Das "Super Power"-Gebäude von Scientology ...

Die Scientology-Skandale (Cruise-„Outing“ samt Rückzug, Travoltas “Nebenbeschäftigungen”) der letzten Jahre, die mediale Berichterstattung (vor allem in den USA), die regelmäßigen Anonymous-Demos, die Abspaltung der Independent Scientologists, die immer mehr werdenden Blogs gegen Scientology und nicht zuletzt die juristischen Urteile (Deutschland, zuletzt in Frankreich) beginnen Wirkung zu zeigen: der Psychokult Scientology beginnt zu zerbröseln.

Und während die US-Administration – an ihrer Spitze das Außenministerium um Hillary Clinton – noch in „alter“ Treue zu Scientology steht, gibt es eine ständig wachsende Zahl von mehr oder weniger leer stehenden Scientology-Organisationen. Und zwar weltweit.

Gradmesser ist u.a. auch das sogenannte Payment to Flag (PTF), das normalerweise 10% der Einnahmen der jeweiligen Organisation beträgt – und das stark rückläufig ist. Wieder: überall. Vor allem in den finanzstarken Ländern, wie Deutschland und der Schweiz. Dieses PTF lässt unmittelbare Einblicke in die Einnahmen zu – und den Rückschluss, dass die schon zuvor geringen Einnahmen, noch geringer geworden sind.

Das Einzige, das „funktioniert“, ist der Spendenwahn, der in immer absurdere Höhen getrieben wird.

Ein anderes Phänomen besteht in der immer stärkeren Unterbesetzung in der paramilitärischen Sea Org von Scientology. Durch den Weggang von einer sehr großen Zahl an zuvor langjährigen Sea Org-Mitgliedern, tummeln sich jetzt jede Menge an frisch angeworbenem „Personal“ aus der ganzen Welt (viele aus Russland und anderen ehemaligen Ostblock-Ländern, Lateinamerika und dem asiatischen Raum) , das nicht einmal in der Lage ist, in genügendem Ausmaß Englisch zu sprechen, um den scientologischen Schwachsinn an die Frau/den Mann zu bringen.

Daraus leitet sich der Hauptgrund ab, warum die seit Jahren angekündigte Eröffnung des Super Power-Gebäudes immer wieder verschoben wird: die Pappnasen haben schlicht und ergreifend zu wenig Personal dafür!

Und schweigend oder radebrechernd lässt sich dieser „Super-Wuzzi-Rundown“ nicht besonders gut vermitteln – geht schon so kaum und nur mit (para)militärischem „Nachdruck“.

Eigentlich ein schöner Grund, warum draus nix wird. Andererseits würde ich ihnen fast vergönnen, dass sie ihre Hütte endlich aufsperren – und damit fürchterlich auf die Schnauze fallen, da sich der dort verzapfte Schwachsinn relativ rasch herumsprechen wird.

Der Niedergang von Scientology würde derart beschleunigt werden. Also halte ich David Miscavige lieber die Daumen, dass er es irgendwie hinbekommt, die versprochene Eröffnung bis zum Beginn des Sommers hinzukriegen – sofern ihn nicht ein Asthmaanfall daran hindert.

Und dann schau ma mal, ob es bis 2015 nicht möglich sein sollte, dass Scientology samt unverbesserlichem Anhang in die Weiten des Weltalls entschwindet – vielleicht treffen sie ja dort neben dem notorischen Hubbard auch auf Homeboy Xenu … ;-)

Foto: Scientologypublikation/Village Voice

Das scientologische “Angebot” …

Damit man ein bisschen eine Idee bekommt, was Scientologen so berappen, die Preisliste von FLAG für Auditing – jener Mischung aus ganz schlechter Gesprächstherapie und “guter” Fünfziger-Jahre-Polizeiverhörtechnik: 12,5 Stunden hinter dem scientologischen Lügendetektor E-Meter kosten bei 20%-igem Preisnachlass die Summe von 6.800 Dollar. Das sind 5.330 Euro.

Wenn jemanden nach mehr Gehirnwäsche ist, kann er auch gleich 150 Stunden buchen – für schlanke 56.100 Dollar oder 44.000 Euro.

Noch Fragen?

Foto: Scientologypublikation

John Travolta und der “Dianetik-Gedenktag” 2012 …

Was John-Boy mit dem zweithöchsten „Feiertag“ der Scientologen zu tun hat? Er ist einer der glühendsten Anhänger des auf dem Machwerk Dianetik aufbauenden Kults Scientology. Dabei kam er heuer nicht wirklich dazu, dieses „Fest“ auch zu genießen.

Denn während sich immer mehr Masseure an die Details der jeweiligen Massage mit ihm erinnerten, dann es wieder zurücknahmen, dem US-Magazin National Enquire trotzdem die eine oder andere Coverstory lieferten, übertrumpfte sich dieser [National Enquire] dann selbst, als er einige Fotos ausgrub, auf denen John Travolta als Frau verkleidet zu sehen ist.

Dabei handelte sich nicht um Fotos aus dem Film Hairspray, wo Travolta 2007 eine Frau spielte, sondern um Aufnahmen aus dem Jahr 1997, wo dieser vielleicht schon für seine Filmrolle 10 Jahre später probte?

Sektenchef Miscavige dürfte darüber not amused sein, was eine seiner beiden Werbeikonen so in seiner Freizeit treibt – und wie der National Enquire berichtete, dürfte auch seine Zum-richtigen-Zeitpunkt-schwanger-Ehefrau Kelly Preston genug von ihrem John haben. Sie reichte eine 200 Millionen Dollar-Scheidungsklage ein. Sie verlangte damit für jedes Ehejahr an die 10 Millionen Dollar und würde – was noch viel schlimmer ist – die scientologische PR-Geschichte Preston/Travolta zum Platzen bringen. Den “Tarif” würde Travolta angesichts der auskunftsfreudigen Masseure wahrscheinlich leichter verkraften.

Und dann hängt natürlich auch noch alles davon ab, ob Scientology-Miscavige-OSA einer Scheidung des Vorzeigepaars auch zustimmt oder ob die Proponenten weiter so tun müssen, als ob …

So betrachtet passt das Travolta-schon-oder-doch-nicht-Theater ganz gut zum Buch Nummer 1 der Scientologen: Dianetik, die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit.

Die Rezensenten waren sich schon 1950 in ihrem Urteil einig, wie z.B. der Physik-Nobelpreisträger Rabi: „Das Buch beinhaltet mehr Versprechen und weniger Beweise pro Seite, als jedes andere Buch seit der Erfindung des Buchdrucks. … Das System wird ohne jede Qualifikation und ohne jeden Beweis präsentiert. [Hubbard] hat sich von der Psychoanalyse, der Konditionierung nach Pavlov, Hypnose und der Volksmeinung einiges ‘geborgt’.“

Oder der Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm: „Der vielleicht bedauerlichste Aspekt an ‚Dianetik‘ ist aber die Art, in der es geschrieben wurde. Übermäßige Vereinfachungen, Halbwahrheiten und platte Absurditäten, die propagandistische Technik, den Leser mit der Größe, Unfehlbarkeit und Neuheit des Systems des Autors zu beeindrucken, das Versprechen beispielloser Resultate, erzielt durch die einfachen Mittel der beschriebenen ‚Dianetik‘: Diese Mixtur stellt eine Technik dar, die zu den verhängnisvollsten Ergebnissen im Bereich der Medizin oder Politik führt.“

Davon völlig unbeeindruckt, feiern die fanatisierten Scientologen seit 62 Jahren den 9. Mai als „Dianetik-Tag“ und damit aus ihrer Sicht jenen, „an dem die Welt eine andere wurde“. Eine Zeitlang hatte Hubbard sogar eine neue Zeitrechnung eingeführt: 25. Mai AD 14 – After Dianetics.

Tony Ortega bzw. die Village Voice waren durch ihre „Quelle“ in der Lage, relativ offenfrische Ausschnitte des Jubeltages 2012 zu bringen.

Im ersten Clip wie immer eine pompöse Einleitung – die Scientologen haben sich nicht umsonst ein ganzes Filmstudio in Hollywood gekauft …

Dann folgen die “Erfolgsberichte” einzelner Scientologen – flankiert von einem Vulkan. Dazu muss man die Xenu-Stroy kennen: Scientology bzw. Hubbard ging/geht davon aus, dass jener Fürst Xenu vor 75 Millionen Jahren unsere Vorfahren in Vulkanen “endlagerte” und damit kein Scientologe vergisst, warum er bei Scientology ist, lauert dieser im Hintergrund. Er [Xenu] wird zwar – so die Scientology-Mär – in einer elektronischen Kiste in den Pyrenäen seit damals gefangen gehalten, aber wer weiß schon, was der pöse, pöse Xenu in diesem Zeitraum wieder ausgeheckt hat.

Aber jetzt zu den Berichten. Unkommentiert, denn sie sprechen für sich …

Fotos: National Enquire

AKTUELL: „The Master“ von Paul Thomas Anderson …

Der neue Film von Paul Thomas Anderson (Magnolia, There Will Be Blood), The Master, hat offiziell nichts mit Scientology zu tun, inoffiziell aber eine Menge – und er kommt noch heuer in die Kinos. Neben Philip Seymour Hoffman spielt Joaquin Phoenix eine Hauptrolle – und Jürg Stettler und seine OSA-Pappnasen haben schon in freudiger Vorfreude Pocorn bestellt.

Im Film selbst geht es darum, dass nach dem 2. Weltkrieg ein Intellektueller (Lancester Dood – Hoffman) einen religiösen Kult startet, dessen Ehefrau zufälligerweise wie jene von Hubbard auch Mary Sue heißt. Ein Landstreicher (Phoenix) wird zu seiner rechten Hand – und beginnt daran zu zweifeln, als der Kult immer fanatischer wird.

Hier der erste Trailer, von dem Tony Ortega in der Village Voice schrieb: „Wenn Anderson eine Szene ausgewählt hat, die treffend die frühen Tage von Scientology zeigen soll, dann hat er sie brillant ausgewählt”

Jennifer Lopez unterstützt Scientology und ist mächtigste Celebrity in Hollywood …

Jennifer Lopez ...

Das US-Magazin Forbes kürte die 42-jährige Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez vor Oprah Winfrey und Justin Bieber zur Nummer 1 der Hollywood-Celebrities. Die Kriterien, die Forbes für die Zusammenstellung der Celebrity-Rangliste heranzieht, sind zum einen das vorsteuerliche Einkommen und die wesentlich subjektivere Einschätzung von Ruhm, Medienpräsenz und Beliebtheit über einen Zeitraum von einem Jahr. Trotzdem eher ein Umstand, der nur Eingang in die einschlägigen Medien findet und ansonsten eine Randerscheinung bleibt, hat er zumindest in den USA sehr wohl Relevanz – und natürlich bei Scientology und deren Celebrity-Strategie.

Lopez ist durch ihren Vater, der seit 20 Jahren aktiver Scientologe ist, mit dem Psychokult verbunden – und derart auf dem Laufenden. Sie selbst ist zwar keine Scientologin, ihr Nahverhältnis zu Scientology bestreitet sind nicht: „Ich kenne ihre Praktiken. Ich weiß genau, worum es bei ihren Techniken und so weiter geht. Ich denke, es ist sehr hilfreich.“

Erst vor Kurzem war ihre Ehe mit Marc Anthony u.a. an der Frage gescheitert, ob deren gemeinsame Kinder in eine Scientology-Schule gehen – sie wollte, er nicht. Ein Insider sieht diesen Umstand als einzigen Grund der Trennung an: „Die beiden kamen bei diesem Thema nicht auf einen Nenner. Sie war immer Scientology affiner als er. Er mochte das nicht und das verursachte Probleme zwischen den beiden.“

Die ARTE-Dokumentation über die Geheimdienstpraktiken von Scientology bereitet Scientology sicher Kopfzerbrechen – deren Celebrity-Strategie, die einen Teil der OSA-Aktivitäten darstellt, funktioniert aber nach wie vor. Inklusive dem damit verbundenen Einfluss auf die Gesellschaft an sich – und natürlich auf Politiker.

Der Scientologe Tom Cruise folgt übrigens auf Platz 9 und dessen Freund Will Smith auf Platz 58 …

Foto: Wikipedia

ARTE-Doku, Samantha Domingo, “Super Power” …

Und während die Village Voice in den USA über die ARTE-Doku berichtet, schrieb die englische The Sun über das Schicksal einer ehemaligen Sea Org-Mitarbeiterin von Scientology, Samantha Domingo, die unter anderem zu einem Schwangerschaftsabbruch gezwungen wurde.

Darüber hinaus gibt’s die ersten Eckdaten aus einer scientologischen Werbeschrift zum Super Power Rundown, der ja demnächst auf die Menschheit losgelassen wird:

„THE 12 SUPER POWER RUNDOWNS
Ethics and Justice Repair Rundown
Personal Revival Rundown
Consequences Rundown
Bright Think Rundown
Study Rundown
False Data and Loss Rundown (Part I)
False Data Rundown (Part II)
Cause Rundown.
Power of Choice Rundown
Perception Rundown
Perception Drills
Learning Drills
Physical Universe Drills”

Dank WikiLeaks gibt es vom Bright Think Rundown eine „Inhaltsangabe“ …

Und als PDF

Ansonsten wird vollmundig wie immer, den zukünftigen Absolventen nichts weniger als die Lösung versprochen und die Kreditkarten der Scientologen werden derart zum Glühen gebracht. Leider – denn damit wird wahrscheinlich wieder genug Geld in die Kriegskasse dieses unappetitlichen Psychokultes gespült, um deren “Kreuzzug” gegen die Menschheit zu verlängern …

Foto: Village Voice/The Sun

Am Tag danach …

Man kann davon ausgehen, dass Stettler und Konsorten nach der ARTE-Doku über ihren Geheimdienst keinen besonders schönen Tag verbringen – für Menschen, die im Dunkeln operieren, gibt es nichts schlimmeres, als wenn sie plötzlich im Scheinwerferlicht stehen. Dabei hatte OSA (Office of Special Affairs – Büro für Spezielle Angelegenheiten) noch gestern versucht, über den Deutschen Rundfunkrat (dem höchsten TV-Kontrollgremium) die Sendung auf ARTE zu verhindern.

Die OSA-„Anstrengungen“ gingen also nicht ganz in die Hose und aus dem fernen Amerika erreichte uns auch noch die Nachricht bzw. die Gewissheit, dass sie es endgültig geschafft hat, Scientology den Rücken zu kehren: Lisa Marie Presley, die Tochter des „Kings“.

Lisa Marie Presley ...

Während sie in ihren Liedtexten eher verklausuliert davon gesprochen hatte, setzte Presley jetzt einen eindeutigen Akt: Auf ihrer Homepage verschwanden erste Hinweise auf Scientology.

Mehr dazu in der Village Voice

Beides zusammen schreit eigentlich nach einem Special-Award für die Geheimdienstler von Scientology – sozusagen für deren „Lebenswerk“.

Und nachdem der Stettler im Mai 2012 bereits vergeben worden ist, geht der Stettler-Special stellvertretend für David Miscavige, Tommy Davis, Mike Rinder („Der-Mann-mit den-riesengroßen-Gedächtnislücken“ – ein Wunder, dass er sich noch an sich selbst erinnert) und wie die Agenten alle heißen mögen, wiederum an Jürg Stettler – er kann ihn ja mit Frank Busch und Sabine Weber teilen, wenn er mag: der Käse soll essbar sein …

Stettler-Special ...

Foto: Anonymous, Dishtracking

Das Äquivalent zum Oscar: der „Stettler“ für spezielle “Leistungen” …

Im Mai wird, wie ab jetzt jedes Monat, der Stettler des Monats gekürt und das ist diesmal der „Meister“ himself: Jürg Stettler, Geheimdienstchef von Scientolügy. Und das obwohl erst der 13. des Monats ist – aber seine Performance wird nicht zu toppen sein.

Im Detail: Stettler bekommt diese Auszeichnung u.a. für die Aussage, „dass es keinen Scientology Geheimdienst gibt“.

Mehr dazu am Dienstag, den 15. Mai 2012, 20.15 Uhr auf ARTE …

Foto: Anonymous