Mark „Marty“ Rathbun (Bild oben)oder jemand aus seinem Umfeld (auch bekannt als Independent Scientologists) hat eine brandneue Website eröffnet, die sich ausschließlich mit dem Super Power-Rundown beschäftigt. Zusammengefasst wirft Marty-oder-wer-auch-immer Miscavige und seinen Parteigängern Betrug vor. Seit 1993 nutzte der pöse, pöse Miscavige diesen speziellen Käse, um immer mehr Geld aus den Scientologen zu pressen.
Aber: Kann innerhalb eines Betrugssystems überhaupt ein weiterer Betrug stattfinden?
Und: Die Geschichte lief anders ab, als sie Rathbun erzählt!
Ende 1978 war Hubbard untergetaucht. Er selbst, David Mayo, Pat Broeker oder wer anderer hatte den Super Power-Rundown verfasst, der Anfang 1979 in die „Kinos“ kommen sollte – aber nie kam. Hubbard starb einige Jahre später – ob ein Zusammenhang mit dem Rundown besteht, kann weder ausgeschlossen, noch bestätigt werden. In einem Machtkampf danach setzte sich Miscavige durch und dieser, verstärkt durch Rathbun & Co, warf danach die Marketingmaschinerie an, die bis heute läuft – Zielgruppe waren die Scientologen, deren Kreditkarten spätestens ab Ende der 80er-Jahren zum immerwährenden Glühen gebracht wurden.
Das Problem von Miscavige und seiner Nummer 2, Marty Rathbun, war schon damals, dass Hubbard zwar eine Menge „abgelassen“ hatte, das meiste Zeugs aber selbst „gläubigen“ Scientologen nur schwer vermittelbar war – immer die gleiche Litanei rund um die Beschwörung der eigenen Kraft oder der Kraftlosigkeit (Fürst Xenu und die Körperthetane usw. – man kann es mittweile auch als geschichtlich gesichert ansehen, dass Hubbard einer der ersten Fans von Star Wars war, das 1977 in den USA anlief. Ab sofort begab er sich auf die Suche nach Meister Yoda und den Jedis – oder war er es nicht selbst oder vielleicht doch David Miscavige, bei dem die Größe passte und der ständig grün anlief, wenn ihm etwas nicht passte?)
Miscavige und Rathbun zwangen zwar 1993 mit ihrem Geheimdienst Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA) den Internal Revenue Service (IRS – das amerikanische Finanzamt) und Interpol in die Knie, wussten aber nicht, was sie mit den „Vorgaben“ Hubbards anfangen sollten – vor allem, wie sie “es” verkaufen sollten.

Super Power-Spatenstich, 1998: Ganz links der „Präsident“, Heber Jentzsch, der auch schon einige Zeit verschwunden ist. Neben ihm ein weiterer Präsident, Guillaume Lesevre, der immer wieder ab- oder auftaucht. Ganz vorne und diesmal weder verschwunden, noch grün: David Miscavige, aktueller Sektenchef und Kassenwart. Neben ihm vermeine ich die Nummer 2 des Psychokults zu erkennen, Marty Rathbun, der …
Also legten sie einmal einen Grundstein für das Super Power-Projekt, nachdem Miscavige – ohne es zu wollen – Mitte der 90er-Jahre den einzigen wahren Satz seines Lebens sagte: „The blind were leading the blind!“. Danach rief er das „Goldene Zeitalter der Technologie“ aus und änderte so ziemlich alles und jedes – und stellte den alten Hubbie als Büste auf. Rathbun beneidete Miscavige vielleicht um diesen wahren Satz, dessen ungeachtet half er derweil emsig mit, den Mit-Scientologen das güldene Zeitalter aufs Auge zu drücken, das als Einbahnstraße konzipiert war: Die Cash wanderte Richtung Miscavige, Rathbun & Co – aber nichts kam zurück.
Auch nicht der Super Power-Rundown, der sich viel besser verkaufen ließ, solange es ihn nicht gab – wir sprechen hier über eine Summe von mehr als 200 Millionen Dollar, die derart “eingetrieben” wurde!
Im Übrigen: Machen Sie doch selbst einen Blick auf die Hubbardschen „Vorgaben“, dank Wikileaks ist das möglich. Was meine Sie: ist so in Humbug verkaufbar, auch wenn das Klientel sehr leicht zufrieden zu stellen ist?
Und als PDF …
Dass sich Miscavige und Rathbun irgendwann in die Haare bekommen würden, war spätestens seit Ende der 80er-Jahre klar. Und so landete Rathbun 2003/2004 im „Umerziehungslager“, in das sich Miscavige demnächst selbst einweisen wird – ihm gehen zunehmend die nennenswerten Mit-Banditen aus und der Mann scheint mir konsequent zu sein.
Interessanterweise weist dann Marty-oder-wer-auch-immer auch auf ein tatsächliches Opfer der Super Power-Betrugsgeschichte hin: Steve Brackett.
Es hat nämlich „dabei“ tatsächliche Todesopfer gegeben: Joe Feshbach, seines Zeichens OT VIII, “Big Spender”, der 55-jährig einem Herzanfall erlag und eben Steve Brackett. Feshbach hatte vor seinem Tod den ominösen Super Power-Rundown testen dürfen, Brackett durfte nur zahlen. Hier seine Geschichte …
Die Scientology-Stufen werden von diesen als Brücke bezeichnet – die Brücke zur völligen Freiheit. Steve Brackett fügte eine andere Bedeutung hinzu, als er am 29. Mai 2009 von der Bixby-Brücke in den Tod sprang.
Davor durchlief Brackett eine klassische Scientology-Karriere: Er hatte die Stufe OT V “erreicht”, 1 Million Dollar für den „Ehrenstatus“ Gold Meritorius „gespendet“ und weitere 100.000 Dollar als Key Contributer des Super Power-Projektes. Daneben noch große Summen für “reguläres” Scientology-Auditing.
Außerdem war er mit Nancy Cartwright verlobt, die ihrerseits 10 Million Dollar an Scientology für den „Titel“ Patron Laureate spendete. Nachdem Steve Brackett bei der „Verleihung“ an ihrer Seite stand (im Bild ganz links), kann man davon ausgehen, dass er die eine oder andere Million mit bezahlt hat.
Nancy Cartwright, die Stimme von Bart Simpson in der gleichnamigen US-Fernsehserie, löste die Verlobung 2007 ohne Angabe von Gründen.
Neben Scientology hatte Brackett zwei Kinder und eine Baufirma, die er nach „scientologischen Richtlinien“ führte (WISE).

David Miscavige, Steve Brackett (rechts, schräg dahinter), Nancy Cartwright (neben David Miscavige) ...
Brackett war zwar an der „Spitze“ von Scientology angekommen, wurde zum Celebrity und OT-Ambassador, seine Firma geriet aber in immer größere Schwierigkeiten, musste sich mit Rückforderungen und anderem herumschlagen – das Unternehmen stand auf äußerst wackeligen Beinen, da es Brackett systematisch ausgeplündert hat, um Geld für seine Scientologyspenden zu haben. Vor seinem Freitod war es eine 300.000 Dollar-Klage, die den berühmten Tropfen darstellte, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Eigentlich sollte Brackett nach Flag, ins scientologische Mekka, fahren, das Ticket war schon gebucht, aber der 54-jährige wählte mit der Bixby-Brücke seine eigene Route …
Und wie ging Scientology mit dem Tod von Brackett um?
Eigentlich wie immer: Das Gerücht, dass er einen Frontalzusammenstoß gehabt hatte, machte die Runde und wurde nicht korrigiert. Im Celebrity Center in Los Angeles bat man zum Abschied des verdienten „Unterstützers“ …
Ach ja, wenn sich jemand die Rathbunschen Sprechblasen ansehen möchte – bitte sehr …
Fotos: Offdainnertube, Scientologypublikationen (6)




Dem muss ich insofern widersprechen, da die oben gezeigten Rundowns vielleicht nicht von Hubbard selbst, sonder von Miscavige oder jemand anderen sind UND die von Dir angeführte Ethics Repair List wahrscheinlich auch Teil des Programmes ist – nur: Das Ganze ist sowieso ein wild zusammengrwürfelter Haufen an Materialien aller Art, die in sich an Lächerlichkeit einerseits nicht zu überbieten sind, andererseits sehr wohl psychische Schäden anrichten können.
Mir geht’s letztendlich nur im diesen Aspekt!