News-Splitter: “Nation of Islam” bzw. Louis Farrakhan über L. Ron Hubbard bzw. Dianetik …

In einer aktuellen Predigt (am 6. Juli 2012 auf YouTube publiziert) sprach Louis Farrakhan von der Nation of Islam (NOI) über L. Ron Hubbard und Dianetik bzw. empfahl seinen Anhängern Dianetik, Scientologys Zweitmarke (ca. ab Minute 11:25).

Scientology hat in den letzten Jahren die schwarze Community in den USA als neue Zielgruppe entdeckt und beackert jetzt dieses Feld – ich berichtete schon im Februar 2012 darüber.

Alexander Jentzsch: In Scientology hineingeboren, mit 10 in die Sea Org, mit 12 sexuell missbraucht und mit 27 Jahren tot …

Alexander Jentzsch …

Geboren wurde Alexander Jentzsch 1984 als Sohn von Karen de la Carriere und Heber Jentzsch. Beide waren Mitglieder der paramilitärischen Sea Org von Scientology und Alexander wuchs bis zu seinem 6. Lebensjahr in der Sea Org auf. Heber Jentzsch war bzw. ist Präsident von Scientology.

1990 verließ Alexander gemeinsam mit seiner Mutter die Sea Org, um im Alter von 10 Jahren wieder von der paramilitärischen Verbindung „rekrutiert“ zu werden. Sein „Alltag“ bestand danach darin, 10 bis 12 Stunden täglich die Böden in Scientologys „spirituellem Zentrum“ FLAG zu schrubben oder die Toiletten zu reinigen, anstatt eine Schule zu besuchen. De la Carriere beschwerte sich nachdrücklich bei OSA (Office of Special AffairsBüro für Spezielle Angelegenheiten, der scientologische Geheimdienst) und wies darauf hin, dass dies gegen das Gesetz verstieß. Aber es bedurfte eines anderen „Vorfalles“, um Alexander davon zu erlösen.

Irgendwann in seiner Zeit in FLAG durchlebte Alexander einen sexuellen Missbrauch durch ein 40-jähriges Sea Org-Mitglied. Laut Augenzeugen, wie Kirsi Ojamo, die damals in OSA FLAG arbeitete, wurde der damals 12-jährige Alexander von der 40-jährigen Marie Warren, ebenfalls FLAG-Mitarbeiterin, sexuell missbraucht.

Um einen Imageschaden für Scientology zu verhindern, wurden beide nach Kalifornien „transferiert“, beide wurden von OSA dazu „aufgefordert“, zu diesem sexuellen Missbrauch künftig zu schweigen. Beide sollten sowohl intern, als auch extern darüber nicht reden – die Behörden wurden nicht eingeschaltet, der sexuelle Missbrauch wurde von Scientology vertuscht.

Jahre später, Alexander war mittlerweile verheiratet, wurde seine Frau Andrea schwanger und da beide Sea Org-Mitglieder waren, wurde Andrea von Scientology dazu „gebracht“, die Schwangerschaft abzubrechen.

3 Jahre danach war Andrea wieder schwanger, aber die Zeiten hatten sich geändert: Durch den medialen Druck und die Aussagen ehemaliger Sea Org-Mitglieder, wie Claire Headley und Laura Decrescenzo, die wegen erzwungenem Schwangerschaftsabbruch Prozesse gegen Scientology anstrengten, wollte Scientology schlechte Presse vermeiden und entließ das Ehepaar Jentzsch „in aller Liebe“. Für das videogefilmte Unterschreiben einiger Stillschweigeerklärungen bekamen die Jentzsch‘ sogar 3.500 Dollar in die Hand gedrückt und einen Job bei einem Scientologen-Unternehmer vermittelt.

Die ganze Zeit über war der Vater von Alexander, Heber Jentzsch, Präsident von Scientology, was er theoretisch noch heute ist, nur dass er damals noch sichtbar war, während er seit 2004 öffentlich nicht mehr gesehen wurde. Nur die Insassen des RPF sahen ihn sowohl 2005, als auch 2010 in eben diesem.

Alexander Jentzsch sah ihn auch nicht mehr, was wiederum Karen de la Carriere vor zwei Jahren dazu brachte, sich an die Öffentlichkeit zu wenden, um eine Vater-Sohn-Begegnung zu ermöglichen. Und wie durch ein Wunder tauchte Heber Jentzsch für 6 Stunden bei seinem Sohn auf, hinterließ sogar eine Mobilnummer, wo er erreichbar sein würde – und verschwand wieder, ohne danach je wieder erreichbar gewesen zu sein.

Karen de la Carriere wurde von Scientology nach dieser Aktion „gegen Scientology in der Öffentlichkeit“ zur Unterdrückerischen Person (Suppressive Person – SP) erklärt, die keinen Kontakt zu anderen Scientologen im Allgemeinen und ihrem Sohn im Speziellen haben durfte (eine Art scientologischer „Exkommunikation“). Dieser sagte sich danach in einem Telefonat (man hörte OSA im Hintergrund, das kontrollierend “tätig” war) von ihr los – das letzte Mal, dass de la Carriere mit ihrem Sohn sprechen durfte.

Zwei Monate vor seinem Tod verlor Alexander seinen gut dotierten Job, wie jemand aus seinem Umfeld berichtete. Er stürzte in eine tiefe Sinnkrise, ließ sich aber von niemandem helfen. Die beiden einzigen Menschen, die ihm beistehen hätten können, durften entweder nicht, wie seine Mutter, der es von Scientology „verboten“, oder wussten nichts davon, wie sein Vater, der im „Scientology-Reich“ verschollen war.

Nach dem Tod von Alexander fand die letzte „Begegnung“ zwischen Mutter und Sohn statt.

Aber auch diese blieb „virtuell“ bzw. durch eine Mauer getrennt, da Scientology über die Ehefrau von Alexander verhinderte, dass de la Carriere von ihrem Sohn Abschied nehmen konnte, da ihr der Zutritt zur Aufbahrungshalle auf “Wunsch” der Witwe verweigert wurde. Eine Trauerfeier für Alexander wurde von Scientology ebenfalls abgesagt bzw. gar nicht erst angesetzt, um nicht erwünschte Besucher präventiv zu vermeiden bzw. der Frage auszuweichen, warum Heber Jentzsch, der Vater von Alexander und Präsident von Scientology, nicht daran teilnehmen würde. Heber Jentzsch ist mittlerweile 77 Jahre – wenn er noch lebt …

Woran Alexander tatsächlich gestorben ist, bleibt mysteriös, wie sein kurzes Leben ausgesehen hat, wird dagegen immer klarer.

R.I.P. Alexander …

Hier noch ein weiterer Artikel der Village Voice dazu …

Foto: Village Voice