Nicht einmal zwei Wochen nach dem Einreichen der Scheidung durch Katie Holmes, hat Scientology – äh, ich wollte sagen: hat Tom Cruise reagiert. In einem heute abgeschlossenen Settlement (Einigungspapier), dessen Inhalt nicht bekannt gemacht wurde, einigten sich die Anwälte von Holmes und Cruise außergerichtlich.
In diesem Settlement werden garantiert zwei Punkte stehen, :
1. Scientology war an der Scheidung nicht schuld und
2. Cruise und Holmes haben das Sorgerecht für Suri.
Dazu wird es zumindest eine Nebenabsprache (side agreement) geben, die beinhaltet, das Katie Holmes das alleinige Sorgerecht für Suri hat, ihre Erziehung bestimmen kann und Cruise nur einige Besuchsrechte eingeräumt werden. Diese Absprache wird danach im Tresor von Katie Holmes verschwinden, niemand wird je darüber sprechen.
Was bedeutet das nun?
Der große Gewinner ist Scientology, da in den letzten 2 Wochen ein immer stärkerer Medienhype entstand, der Scientology gar nicht gut bekam. Wie schon zu Jahresanfang rund um die Klage von Debbie Cook, zog David Miscavige noch rascher die Notbremse, um es erst gar nicht zu einem Gerichtsprozess kommen zu lassen, wo weitere Enthüllungen bevorstanden.
Es ist zwar schade, denn Scientology wäre auch so ein Thema, aber ohne den „Aufhänger“ Cruise/Holmes wird das Medieninteresse bald nachlassen – und genau darum ging es Scientology. Die Devise von David Miscavige dürfte „Wir müssen raus aus den Schlagzeilen!“ gelautet haben.
Durchaus eine Gewinnerin ist auch Katie Holmes, die es geschafft haben dürfte, relativ unbeschadet aus den Klammern des Psychokults zu kommen und ihrer Tochter das entwürdigende Schauspiel einer Schlammschlacht bzw. einer scientologischen Zukunft erspart zu haben. Wie es wirklich in Bezug auf Suri und Scientology ausgeht, wird sich weisen – ich wäre mir da nicht so sicher, denn ich kennen den “Gehalt” von Agreements mit Scientologen …
Eindeutiger Verlierer ist Tom Cruise, der roboterhaft die Marschbefehle seines Trauzeugen und „Führers“ umgesetzt haben dürfte – und sich vielleicht schon auf das nächste „Wer-wird-Ehefrau-von-Tom-Cruise-Casting“ freut.
Dabei kann ich mir vorstellen, wie es Miscavige gemacht hat. Scientology braucht immer ein „Who“, jemand der dafür grundsätzlich verantwortlich ist und geht außerdem davon aus, dass sich dieser Jemand – in diesem Fall Cruise selbst – das „hereingepulled“ (weitere scientoklingonische Bezeichnungen: gewünscht, „hereingezogen“) haben muss. Scientologischer „Grund“ dafür: In erster Linie sogenannte „Overts“ (schädliche Handlungen – damit war nicht gemeint, dass er Suris Zukunft in Scientology plante, sondern vielleicht, dass er sich die Telefonnummer von einem einschlägig bekannten Masseur von einem Schauspielerkollegen geben ließ). Cruise war somit schuldig bzw. das „Who“ und er musste jetzt seine „Pflicht“ als Scientologe erledigen, alles Erdenkliche zu tun, um Schaden von seiner „Kirche“ abzuwenden. Und schwupps gab es ein Settlement, bei dem in allererster Linie Scientology gut ausstieg.
Dass Cruise wieder einmal eine ganze Familie hopps ging, wird dieser wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen – das kommt bei Scientologen frühestens dann, wenn sie ausgestiegen sind.
Und während David Miscavige den Champagner entkorkt haben dürfte, rangen sich Holmes und Cruise zu einem gemeinsamen Statement durch: „Wir sind entschlossen, als Eltern im besten Interesse unserer Tochter Suri zusammenzuarbeiten!“
Last not least wäre da ja noch Suri, die auf jeden Fall auch zu den Verlierern zählt. Ihr Leben war von Anfang an auf eine perverse Art geplant, die einem Missbrauch gleichzusetzen ist.
Ja Suri, vielleicht lässt sich dein Papa einmal von der Richtigen scheiden, von Scientology …
Foto: Elle Trouvetout

>Durchaus eine Gewinnerin ist auch Katie Holmes, die es geschafft haben dürfte,
>relativ unbeschadet aus den Klammern des Psychokults zu kommen und ihrer
>Tochter das entwürdigende Schauspiel einer Schlammschlacht bzw. einer
>scientologischen Zukunft erspart zu haben.
Das halte ich für den wichtigsten Punkt. Das hätte für die beiden durchaus auch ins Auge gehen können. Wollen wir nur hoffen, dass das nicht noch kommt.
Grüße
anon42
Sehr guter Artikel. Ich war ja schon immer ein Verachter von Scientologie, aber seit dieser Scheidung und den vielen Berichten, die ich in dem Zuge darüber gelesen habe, halte ich diese Sekte für höchst gefährlich! Katie Holmes hat das richtigste vom richtigen getan und ich wünsche ihr und der kleinen Suri von ganzem Herzen alles alles Gute. Sie sollte aber meiner Meinung nach trotzdem stets auf der Hut sein ..