Das Resultat meiner Vernehmung: Scientology hatte Hausdurchsuchung, Beschlagnahmung der Computer und Strafverfolgung „angedacht“ …

Manchmal haben Vernehmungen auch ihr Gutes. In meinem Fall konnte ich feststellen, wer eigentlich hinter der ganze “Aktion” steckte.

Es war aber keine große Überraschung: Scientology.

Etwas überraschend war dann doch, dass Scientology bereits seit Anfang Juli 2012 versucht, mich zu kriminalisieren und sich dabei des Rechtstaats bedient, der nun mit Steuergeldern deren Rachegelüste nachgehen muss. Ende Juni 2012 traf bekanntlich die Entscheidung des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien ein bzw. der Beschluss des Gerichts, die Einstweilige Verfügung abzulehnen.

Und während Scientology noch die schwärende Wunde leckte, formulierte man eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien, die aus mir endgültig den „Initiator“ des E-MailLeaks machen sollte – ab sofort wurde ich nur mehr als Verdächtiger angesprochen. Die Sachverhaltsdarstellung trägt das Datum 5. Juli 2012.

Inhaltlich ist sie über weite Strecken deckungsgleich mit der Unterlassungsklage und die Paragraphen sind die gleichen (§118a Abs 1 StGB, § 119a Abs 1 StGB, § 120 Abs 2a StGB und 3 51 DSG), bevor „man“ zusammenfassend „feststellte“:

„Der Verdächtige erfüllt durch seine Vorgangsweise jedenfalls die Tatbestände. … Dies insbesondere als Beitragstäter. …

Der Verdächtige hatte in der Vergangenheit immer wieder intensiven Kontakt zu Mitgliedern der Hackergruppe Anonymous. Der Verdächtige hat gemeinsam mit Mitgliedern dieser Gruppe Demonstrationen gegen die Einschreiter [Scientology] organisiert und an diesen Demonstrationen als prominentes Mitglied teilgenommen. …

Der Verdächtige war in der Vergangenheit auch immer an Informationen über Tätigkeiten der Einschreiter interessiert, insbesondere auch an Informationen, die nicht allgemein zugänglich waren. …

Es besteht sohin der dringende Verdacht, dass der Verdächtige selbst oder aber durch Mitglieder der Hackergruppe Anonymous sich Zugang zu den Daten und dem E-Mail-Verkehr der Einschreiter verschafft hat. Insbesondere besteht der dringende Verdacht, dass der Verdächtige als Beitragstäter erheblichen Anteil an den allenfalls von Unbekannten verübten Straftaten hat. …

Die Einschreiter stellen darüber hinaus den Antrag, beim Verdächtigen eine Hausdurchsuchung durchzuführen, dessen Computersystem zu beschlagnahmen, um insbesondere auch einen Datenabgleich durchzuführen … bzw. zu welchen unbekannten Tätern der Verdächtige Kontakt hat bzw. hatte.“

Inwieweit die Staatsanwaltschaft Wien den „Ausführungen“ des Scientology-Anwalts folgen wird, bleibt abzuwarten …

Einige Pressemeldungen, ein Schuss ins Knie und die Staatsanwaltschaft …

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Mit dem Erscheinen einiger Artikel wurde der erste Etappensieg im Prozess Scientology vs. Wilfried Handl gestern festgeschrieben.

Hier die Links zu Der Standard und NEWS, sowie der FALTER-Artikel als PDF

Das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien (OLG) erging zwar schon vor über 3 Wochen, der ordentliche Revisionsrekurs war dabei ausgeschlossen worden, aber es hieß abzuwarten, ob Scientology innerhalb der nächsten 14 Tage nicht doch noch eine Finte auspacken würde, um vor das Höchstgericht ziehen zu können.

Aber nichts wurde ausgepackt. Ganz im Gegenteil: Meinen Anwalt, Dr. Johannes Öhlböck, erreichte ein Schreiben des Anwalts von Scientology, worin dieser die Überweisung seiner Anwaltskosten in Höhe von 1.605,56 Euro ankündigte.

Was im Vorfeld als Triumph angekündigt worden war, entpuppte sich also für Scientology als veritabler Schuss ins eigene Knie …

Man darf aber jetzt nicht den Fehler begehen, zu früh zu jubeln – es handelte sich um einen Etappensieg, mehr nicht. Sozusagen um den Gewinn des „Prologs“.

Vorgestern erhielt ich dann die Aufforderung zu einer Einvernahme bzw. Stellungnahme, die im Rahmen einer staatsanwaltlichen Ermittlung hinsichtlich der E-Mail-Leaks durchgeführt wird. Sie findet am Freitag statt – und danach sollte die “Dinge” etwas klarer erkennbar sein!

Ich werde auf jeden Fall darüber berichten …

Fotos: Screenshots (2)

AKTUELL: Interview mit einem NARCONON-Programmteilnehmer über dessen Erfahrungen usw. …

Herbert M. (Name bekannt) absolvierte Ende der 90er-Jahre das NARCONON-Programm in Itzehoe bei Hamburg. Itzehoe ist mittlerweile geschlossen, so wie auch andere NARCONON-Einrichtungen in Bad Schliersee, Rimbach (beides in Bayern) oder Ellmau (Österreich). In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine NARCONON-Einrichtung mehr.

Hier das Interview über die Erfahrungen von Herbert M. …

Sie waren einige Monate bei NARCONON. Wie kam es dazu?

Ich arbeitete in einer Firma, die fast ausschließlich Scientologen beschäftigte. Ich war Scientologe. Hatte jedoch immer wieder Schwierigkeiten – u.a. mit der Scientology- „Ethik“, aber auch mit der Tatsache, dass die Führungsebene mit Hilfe der Scientology-Techniken alles so drehte, dass es für mich wenig Spielraum gab. Ich begann zu trinken. Irgendwann fiel das auch meiner Umgebung auf: Ich war am Ende. Ich wurde danach mehr oder weniger zu NARCONON „verfrachtet“ – die Kosten dafür übernahm ein Verwandter.

Wie war Ihr erster Eindruck?
Eigentlich ganz gut. Das NARCONON-Gebäude lag mitten in der Natur und die Leute schienen OK zu sein.

Gab es Ärzte vor Ort?
Nein.

Keinen Einzigen?
Nein. Nur im Ort gab es einen Arzt. Bevor man das Programm begann, wurde jeder untersucht. Dabei ging es vor allem darum, ob jemand z.B. eine Herzschwäche hatte oder es sonstige, deutliche Anzeichen gab, die ein „Schwitzprogramm“ unmöglich machten. Was ich im Nachhinein überhaupt nicht nachvollziehen kann und für äußerst fahrlässig halte, ist die Tatsache, dass kein Arzt in der NARCONON-Einrichtung war. Niemand hatte medizinisches Know-how – einzig scientologisches „Know-how“.

Kam es dadurch zu Problemen?
Oh ja! L. Ron Hubbard [Gründer von Scientology] wusste vielleicht über klassische Drogen wie Alkohol, Heroin, Kokain und diverse Tabletten mehr oder weniger Bescheid. Nichts Besonderes, medizinisches Allgemeinwissen halt.

Aber es war die Zeit, wo immer mehr Kids Designerdrogen konsumierten. Alkohol ist ungefähr 24 Stunden nach dem letzten Schluck aus dem Körper. Heroin nach zirka vier Tagen. Aber die künstlichen Drogen waren ein ganz anderes Kaliber. So wie die Ersatzdrogen, wie Methadon.
Und der Entzug war unvergleichbar! Leute, die schon mehrere Tage wach waren, zum Beispiel. Sie tranken nichts, wollten nichts essen. Und kein NARCONON-Mitarbeiter, der sich damit auskannte, war da. Man blieb stur beim „Schwitzprogramm“.

Eine Sauna des „Schwitzprogramms“ …

Einer flüchtete halbnackt aus der Sauna. Wir verfolgten ihn durch die Wälder der Umgebung, konnte ihn aber nicht mehr finden. Die einzige offizielle Antwort auf seine Aussage, dass ihn die Saune verrückt mache, war zuvor: „Mach weiter, das vergeht“.

Und das war kein Einzelfall!

Kurz gesagt: Heute weiß ich, dass es völlig unverantwortlich war – und letzten Endes NARCONON als Ganzes völlig unverantwortlich ist. Aber da zeigt sich die Überheblichkeit der Scientologen. Sie glauben über den Dingen zu stehen. Glauben, dass Hubbard der Einzige ist, der Antworten hat. Psychologen sind für sie Verwirrte, Ärzte leiden an grundsätzlichen Missverständnissen, Psychiater sind Verbrecher und so weiter.

Wieder zurück zu ihrem ersten Tag: Was passierte dann?
Jeder kommt nach seiner Ankunft zuerst in ein Zimmer, in dem er Tag und Nacht bewacht wird. Der „Patient“ geht durch die erste Entgiftungsphase, mit einem kalten Entzug vergleichbar. Dies dauert ungefähr eine Woche. Dann beginnt man mit dem „Programm“. Mir war dieses Programm nicht fremd. Jeder Scientologe macht schon relativ bald den sogenannten „Purification Rundown“ (Reinigungsprogramm), ein Programm, das angeblich den Körper von Giften befreien soll. Tage- bis wochenlanges Schwitzen in der Sauna und massenhaftes Einnehmen von Vitaminen, Mineralien und Niacin. Ein „Überwacher“ bestimmt jeden Tag die immer höher steigende Dosierung. Den Rest des Tages wird gearbeitet, meistens Reinigungsarbeiten im Haus oder Garten – und jeder musste Kurse belegen.

Was waren das für Kurse?
Obwohl man bei NARCONON jeden Zusammenhang mit Scientology leugnet, sind sämtliche Kurse natürlich Scientology-Kurse, die den „Patienten“ an Scientology binden sollen. Da ich ja Scientologe war, kannte ich all diese Kurse, kannte die „Studiertechnologie“, die „Kommunikationsübungen“, die Scientology-„Ethik“ usw. Den Führungskräften von NARCONON wurde bald klar, dass ich auch als Kursleiter eingesetzt werden könnte.

Aber Sie waren doch als „Patient“ dort?
Ja, das stimmt. Aber nach zirka zwei Wochen Aufenthalt, begann sich das zu vermischen. Ich war nützlich. Und da ich keine Probleme hatte, nichts zu trinken und ich nicht wollte, dass mir langweilig wird, war ich behilflich. Und zwar in jedem Bereich. Nicht nur als Kursleiter, sondern auch als Berater der Abteilung die dafür verantwortlich war, neue Personen für NARCONON zu akquirieren. Später war ich dann derjenige, der die Co-Leitung der „Überwachung“ der Patienten beim Schwitzprogramm inne hatte und zum Schluss war ich so etwas wie der persönliche Berater der dortigen Chefin.

Die ehemalige NARCONON-Einrichtung in Itzehoe, Deutschland …

Sie meinen, Sie arbeiteten für NARCONON?
Ja. Aber ohne Bezahlung. Mir wurde schnell klar, dass niemand so genau wusste, was er/sie da eigentlich machte. Es waren Scientologen, die eine Minimalausbildung hatten. Alles liebe Leute, aber ahnungslos. Aber als Scientologen waren sie davon überzeugt, dass L. Ron Hubbard sowieso alles wusste und man nur seine Regeln befolgen muss – und das dann schon funktionieren wird.

Wie lange waren Sie dort?
Das offizielle Programm hatte ich in 3 Wochen abgeschlossen. Das ging alles sehr schnell. Insgesamt blieb ich über 3 Monate.

Hat NARCONON ihre Alkoholsucht erfolgreich bekämpft?
Anfangs trank ich nichts, aber die „Situation“ des Alltags holte mich rasch wieder ein und ich begann wieder zu trinken. Danach folgten Jobverlust und Scheidung.

Wie geht es Ihnen heute?
Sehr gut. Ich habe ungefähr 10 Jahre gebraucht, um wieder ich selbst zu werden. Das heißt, es dauerte schon eine Weile, mich von der Gehirnwäsche von Scientology befreien.
Mein Alkoholsucht habe ich selbst in den Griff bekommen und seit vielen Jahren kein Problem mehr damit – heute trinke ich hie und da ein gutes Glas Wein zum Fisch oder ein kleines Bier zum Gulasch.
Aber was noch viel wichtiger ist: ich bin wieder Mensch. Mit Gefühlen, Stärken und Schwächen.

Fotos: Scientologypublikationen (3)

Patrick Desmond starb 2008 an einer Überdosis Heroin im “Rahmen” des NARCONON-Programmes …

Patrick Desmond …

Patrick Desmond, 28, starb am 10. Juni 2008 an einer Überdosis Heroin – während er eigentlich in der “Betreuung” von NORCANON-Georgia stand.

Die Vorgeschichte: Desmond litt an Alkoholsucht und bekam 2007 die gerichtliche Auflage, sich in einer adäquaten Einrichtung behandeln zu lassen. Seine Eltern machten sich kundig und kamen auf NARCONON-Georgia, das dies zu versprechen schien.

Vor allem die Direktorin und Gründerin der Scientology-Einrichtung, Mary Rieser, versicherte sowohl den Eltern von Patrick Desmond, als auch gegenüber der vom Gericht bestellten Koordinatorin, Lisa Mooty, dass der stationäre Aufenthalt bei NARCONON ständige Behandlung und Betreuung beinhaltete.

Mary Rieser, NARCONON-Georgia ...

Was Rieser verschwieg: NARCONON-Georgia besaß für die stationäre Behandlung von Drogenabhängigen gar keine Lizenz der Gesundheitsbehörde!

Die „Details““ des NARCONON-Programmes nahm Patrick Desmond mit ins Grab – klar ist nur sein Ende: Am 10. Juni 2008 wurde er außerhalb des NARCONON-Geländes tot aufgefunden.

Ihm war offensichtlich erlaubt worden, die Einrichtung zu verlassen, worauf er sich mit Rauschgift eindeckte, mit dem er keinerlei Erfahrung hatte. Er injizierte sich eine Überdosis, an der er verstarb. Die Gerichtsmedizin bestätigte dies: „Vergiftung durch Ethanol und Morphium“.

Mary C. und Patrick C. Desmond, die Eltern von Patrick, strengten 2010 ein Gerichtsverfahren an, in dem sowohl NARCONON-Georgia, als auch NARCONON-International, wegen der Umstände des Todes ihres Sohnes angeklagt wurden.

In erster Linie ging bzw. geht es dabei darum, dass die Aufsichtspflicht von NARCONON vernachlässigt wurde, Patrick dadurch die Möglichkeit hatte, das Gelände zu verlassen und das erste Mal in seinem Leben mit Heroin in Kontakt zu kommen.

Die Desmond-Akten ...

Der Prozess dauert 2012 nach wie vor an – wenn jemand mehr Details wissen möchte …

In der Zwischenzeit haben die Eltern eine Memory Page eingerichtet und auf Youtube findet man ein Video dazu …

Dazu noch ein Artikel vom 29. August 2012 in der Village voice

Fotos: Screenshotes(2), Reachingforthetippingpoint (2)

Frank Stronach, Scientology und die „Warsteiner-Kampagne“ …

Frank Stronach, Milliardär und Parteigründer bei einem Fernsehinterview der anderen Art ...

Nachdem sich in den letzten Wochen die Gerüchte wieder einmal verdichteten, komme ich auch nicht darum herum, mich mit der Angelegenheit auseinanderzusetzen: Frank Stronach, der den MAGNA-Konzern (im Automobilbereich tätig) gegründet hatte, soll Mitglied von Scientology sein.

Der MAGNA-Konzern stand in der Vergangenheit schon des Öfteren unter Verdacht, Scientology nahezustehen bzw. von Scientology Gelder erhalten zu haben. Und nachdem Frank Stronach sich im Moment anschickt, eine Partei in Österreich zu gründen und bei der Nationalratswahl 2013 anzutreten, wurde der Scientology-Verdacht auch gleich auf seine Person ausgeweitet.

Am konkretesten wurde dabei Zur Zeit, ein österreichisches Rechtsaußen-Magazin, das auf Seite 11 unter der Überschrift „Des Scientologen neue Kleider“ folgendes schrieb: „Als problematisch sehen Kritiker auch seine Zugehörigkeit zu Scientology. Die Sekte gilt als machthungrig und immer darauf bedacht, entsprechenden Einfluss auf Wirtschaft und Politik zu haben.”

Andere Medien polemisierten oder gaben Stronach die Möglichkeit, sich reinzuwaschen, ohne auf das Tatsächliche näher einzugehen.

Ein Detail am Rande: Die FPÖ, in deren Dunstfeld Zur Zeit erscheint, würde bei einem möglichen Antreten Stronachs die meisten Wähler an eben diesen abgeben müssen, hat also mehr als nur ein Eigeninteresse, da dieser in den gleichen bzw. ähnlichen Wählerschichten „zur Ernte ansetzt“.

Ist er oder sein Unternehmen MAGNA nun bei Scientology oder nicht?

Aus meiner Sicht: Nein!

In all den Jahren und auch heute gab bzw. gibt es keinen einzigen Beweis für eine Mitgliedschaft von Frank Stronach. Und das ist der einzig relevante Punkt!

Mich erinnert das Ganze an die sogenannte Warsteiner-Kampagne, die in den 90er-Jahren in Deutschland ablief. 1994 tauchten Gerüchte auf, nach denen die Warsteiner-Brauerei mit der Scientology-Sekte in Verbindung stehen soll. Diese Gerüchte verbreiteten sich in den darauf folgenden Jahren in ganz Deutschland – niemand kannte deren Ausgangspunkt, noch wurden je Fakten präsentiert. 1994 und 1997 versuchte Warsteiner mit ganzseitigen Anzeigen, sich gegen diese Rufmordkampagne zur Wehr zu setzen. Ab 1995 verzeichnete das Unternehmen erhebliche Umsatzeinbußen und verlor seine Nummer 1-Position.
Rehabilitiert wurde Warsteiner erst 2010, als das NDR-Magazin Zapp unter dem Titel “Perfide Public Relations verdeckt aus dem Hinterhalt” die Gerüchte um Warsteiner als Beispiel für eine gezielte Rufmordkampagne hernahm.

Und nachdem sich der Sonntag dazu anbietet, jenes selbst schon ins Kulthafte driftende ZIB 2-Interview von und mit Frank Stronach …

Im Übrigen halte ich es beim Thema Stronach mit Voltaire: „Ich verabscheue was sie sagen, aber ich werde das Recht, es zu sagen, bis zum Tod verteidigen.“

Foto: Screenshot

NARCONON wurde im Zusammenhang mit den Todesfällen verklagt und bei Marty Rathbun kehrt langsam das Erinnerungsvermögen etwas zurück …

Hillary Holten, am 11. April 2012 in NARCONON-Arrowhead gestorben …

Im Zuge der Untersuchungen der nach wie vor ungeklärten Todesfälle – Gabriel Graves, Hillary Holten und Stacy Dawn Murphy -, haben die Eltern von Hillary Holten, Matthew und Suzan Holten, nun NARCONON-Arrowhead verklagt. Anklagepunkte sind u.a., dass NARCONON nicht über adäquates Personal verfügt, um im Einzelfall einen medizinischen Befund erkennen bzw. in entsprechender Form darauf reagieren zu können.

In der Klage wird ebenfalls darauf eingegangen, dass NARCONON den Eltern versprochen hatte, dass Ärzte, Krankenschwestern und anderes qualifiziertes Personal in der Einrichtung bereit stünden.

Die Wirklichkeit von NARCONON-Arrowhead sah dann ganz anders aus: Neben ehemaligen und teilweise vorbestraften Programmabsolventen, die als Mitarbeiter agierten, war nur ein einziger Arzt, der selbst wegen Betrugs verurteilt war, im NARCONON-Umfeld zu finden.

Der staatliche Autopsiebericht von Hillary Holten wurde ebenfalls noch nicht freigegeben, wie Michael Atkinson, der Anwalt der Holtens, bestätigte.

Lisa McPherson, am 5. Dezember 1995 in der “Obhut” von Scientology gestorben …

Mark „Marty“ Rathbun war zwischen 1996 und 2000 vorrangig mit dem Fall von Lisa McPherson beschäftigt, der ersten Scientologin, die von Scientology umgebracht worden war, indem diese den „verordneten“ Introspection Rundown absolvieren musste. Als „Endergebnis“ dieser Tortur verstarb sie dehydriert usw., wobei die gerichtliche Autopsie eine unbekannte Todesursache feststellte, die im Rahmen eines Prozesses abgeklärt werden sollte. Erst als Joan Woods als die Autopsie durchführende Ärztin die Todesursache im Jahr 2000 auf „Unfall“ änderte, wurde der Prozess eingestellt, im Zuge dessen auch David Miscavige angeklagt worden wäre – hier der Bericht dazu …

Eliot Abelson, Anwalt von Scientology …

Mark “Marty” Rathbun zog in diesen Jahren als „Anwalt“ von Scientology und zweiter Mann hinter David Miscavige, dem Führer von Scientology, die Fäden.

In einem Interview mit Mark Bunker fielen ihm zumindest jetzt einige Details dazu ein. So sprach er ausführlicher darüber, dass Unterlagen vernichtet wurden, dass dies in einem eigens für Eliot Abelson, dem Anwalt von Scientology, eingerichteten Büro im Sektenhauptquartier geschah usw.

Dass ihm der tragische Tod von McPherson leid täte, kann man an den Bildern nicht erkennen, dass Scientology oder gar L. Ron Hubbard daran schuld sei, sowieso nicht.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es Mark „Marty“ Rathbun in erster Linie darum geht, gegen Miscavige und dessen Crew zu argumentieren, seine eigene Mitschuld klein zu reden und L. Ron Hubbard, den Haupttäter, auszuklammern.

An der Wahrheit ist Herr Rathbun, siebzehn Jahre nach dem Tod von Lisa McPherson, nicht wirklich interessiert.

Hier der Artikel in der Village Voice dazu …

Fotos: AngryGayPope, Screenshot

„The Profit“ war der erste Kinofilm, den Scientology zensierte bzw. unter Verschluss hält …

Einige Jahre vor The Master, der in diesen Tagen in Venedig seine Premiere erlebt, finanzierte Bob Minton (Lisa McPherson Trust) einen 2 Millionen Dollar-Streifen zum Thema. Peter N. Alexander zeichnete für die Regie verantwortlich und 2001 präsentierten die beiden The Profit in Cannes.

Filmkritiker sahen in ihm die Parodie eines Kultes bzw. Betrugssystems und eine Menge Ähnlichkeiten mit Scientology. Im Film führte ein L. Conrad Powers einen Kult namens Church of Scientific Spritualism und im wirklichen Leben war es L. Ron Hubbard, der neben der Church of Scientology die Church of Spiritual Technology betrieben hatte.

Scientology war also nicht sehr erfreut darüber, die von ihr gegründete Foundation for Religious Tolerance protestierte vor den Kinos und 2002 schaffte es das Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA), dass der Film per Gerichtsbeschluss aus dem Verkehr gezogen wurde.

2007 wurde diese gerichtliche Zensur zwar wieder aufgehoben, aber mittlerweile hatte sich Scientology mit Bob Minton, dem Produzenten des Films, „arrangiert“, der nun seinerseits eine Distribution des Filmes untersagte.

Dank des Internets ist er aber jetzt wieder verfügbar und man kann getrost eine Tüte Popcorn aufreißen, da es Scientology nicht gelingen wird, ihn so schnell dort wegzubekommen …

Der Link, falls das Video versagen sollte … ;-)

Entlarvend: L. Ron Hubbard erklärt den “Zweck” bzw. Unterschied zwischen Dianetik und Scientology …

L. Ron Hubbard beim „Test“ seiner Theorie an Tomaten …

Seit 1953/54 fährt Scientology eine Zwei-Marken-Strategie: Es gab die „Ausgangsbasis“ Dianetik und das damals neu gegründete Scientology, das als „Kirche“ konzipiert war – was Ron Hubbard nicht daran hinderte, im gleichen Jahr folgenden Satz zu schreiben: „Scientology ist weder eine Psychoanalyse noch eine Religion“.

Ende der 60er-Jahre präzisierte er dann sein Dianetik-„Angebot“ in Form eines sogenannten „Dianetik-Vertrages”, in dem er u.a. festlegte, dass „dieses Formblatt ein Standard Angebots- und Werbungsblatt für Preclears [jemand, der Auditing bekommt] für Dianetik-Auditing [ist].“

Dann fuhr er fort: „DIANETIK – VOLLE RÜCKERSTATTUNG DES GEZAHLTEN GELDES, WENN SIE DURCH AUDITING NICHT GESUND WERDEN! (Darf laut Heilmittel-Werbe-Gesetz in Deutschland nicht verwendet werden). …

Medizinische Krankheiten, die vorher medizinisch nicht geheilt werden konnten, reagieren nach einigem Auditieren meist auf medizinische Behandlung.
Auditieren nach medizinischer Behandlung führt zur Stabilisierung der medizinischen Kur und verhindert Rückfälle. …
WARUM MÜDE SEIN?
WARUM SCHMERZEN HABEN?
WARUM SICH SCHLECHT FÜHLEN?
AUDITING KANN IHNEN WOHLBEFINDEN UND LEBENSFREUDE BRINGEN.
UNSERE ORGANISATIONEN SIND FREUNDLICH, SIE SIND NUR DA, UM IHNEN ZU HELFEN.
Die obigen Punkte müssen als zusätzliche Vertragsbestandteile in unsere Formulare eingefügt werden. …

Es ist ganz selbstverständlich, dass diese Werbung auf DIANETIK angewandt wird.

Um dann endgültig festzulegen: „Das, was den Körper gesund macht, war und ist immer noch Dianetik. Scientology verbessert die Fähigkeiten und gibt Unsterblichkeit.“

Verwunderlich ist, dass Behörden usw. die normalerweise das Überschreiten jeder noch so kleinen DIN-Norm o.ä. unbarmherzig verfolgen und abstrafen, diesbezüglich im deutschsprachigen Raum nicht aktiv werden?

Dabei sind auch die anderen „Gedankengänge“ von L. Ron Hubbard nicht ohne. Er hatte augenscheinlich kein Problem, sich auf eine Stufe mit ausgebildeten Ärzten zu stellen und seine Methode anzupreisen. Wobei diese 1969 noch halbwegs billig war – obwohl sie schon damals nicht funktionierte und den Menschen nur das Geld aus der Tasche zog.

Aber machen Sie sich selbst ein Bild in Bezug auf dieses Schriftstück Hubbards, das er in Form eines für seine Anhänger verbindlichen „Gesetzesbriefes“ verfasste …

Und als PDF

Foto: Scientologypublikation/Atack

AKTUELL: Steht Isabella Cruise vor dem Eintritt in die paramilitärische „Sea Org“ von Scientology?

Connor Cruise, Tom Cruise, Isabella Cruise …

Eddie Frencher, der Freund der 19-jährigen Isabella Cruise, unterschrieb einen „Arbeitsvertrag“ über eine Milliarde Jahre und befindet sich bereits im Estates Project Force (EPF) der Sea Org. Für Isabella, Tochter von Nicole Kidman und Tom Cruise, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder sie trennt sich von ihrem Freund oder sie tritt selbst der Sea Org bei und „widmet“ ihr rechtliches Leben der Hardcore-Version von Scientology.

Wobei man diesbezüglich davon ausgehen kann, dass immenser Druck auf zweites gemacht wird, da dies nach dem “Verlust” von Kathie Holmes einen Imagegewinn für Scientology darstellen würde.

Amerikanische Quellen bestätigen dies und Suri Cruise kann sich schon einmal vorstellen, wo ihr Leben enden wird. Auch Nicole Kidman machte bei ihrer Scheidung von Cruise einen glatten Schnitt von Scientology, teilte sich das Sorgerecht für die Kinder, um dann zusehen zu müssen, wie diese immer tiefer in den Scientology-Sumpf gerieten.

Hier die diesbezügliche Exklusivmeldung in der Village Voice

Fotos: Scientologypublikation, CrazyDaysandNights

Bei NARCONON verdichten sich die Wolken weiter …

Sowohl die Village Voice als auch Fox News 25 berichteten aktuell über ein Interview mit dem ehemaligen Präsidenten von NARCONON-Arrowhead, Lucas Catton.

Lucas Catton ...

Catton bestätigte zwei Dinge: NARCONON beinhaltet ausschließlich Scientology-„Techniken“ – „Reinigungs-Rundown“ mit Saunagängen und Vitaminen, Scientology-„Ethik“, „Trainigsroutinen“ (TRs) usw. – und dass er in den USA unzählige „Feeder-Web-Sites“ betrieb, die Personen für NARCONON anwarben, er sie vermittelte, um im Gegenzug 10 % der bezahlten Summe von jeweils rd. 30.000 Dollar zu bekommen, die für die Teilnahme am NARCONON-Programm bezahlt werden mussten. Zweites stellt das bei Scientology übliche Field-Staff-Member-Programm (eine Art “Bonussystem”) dar.

Hier der Artikel in der Village Voice und der Beitrag von Fox News 25

Foto: Village Voice