Der Gründer der Psychosekte Scientology, L. Ron Hubbard, war bekennender Science Fiction-Fan, der auch das eine oder andere in diese Richtung verfasste. Seit 1950 flossen seine diesbezüglichen Gedankengänge aber nur mehr in eine Richtung: Scientology.
Bis Ende der 50er-Jahre verfasste er Buch um Buch, um seine “Visionen” niederzuschreiben. Was jetzt noch fehlte, war das Grande Finale, das er ab 1967 mit den OT-Stufen bestritt. Grundzüge davon waren ihm wahrscheinlich schon aus anderen Publikationen bekannt, den Ausschlag für die “Space Opera” – so seine eigenen Worte – gab aber dann ein Marvel-Charakter, der zwar schon seit 1962 auf dem Markt war, aber alle Attribute besaß, die Hubbard bei der Story benötigte: Warlord Xemu, wie er bei Marvel hieß, bzw. Fürst Xenu, wie ihn Hubbard nannte.
Während er bei Marvels Fantastic Four noch ein despotischer Ministerpräsident war, wurde er bei Hubbard zum ultimativen Despoten, der für die Bodythetane der Scientologen verantwortlich zeichnete, an denen sie seitdem „leiden“ und wegen derer sie bis heute ihr Geld an der Scientology-Kassa abliefern – vorher kassierte Hubbard, jetzt in kleinem Stil Rathbun und in großem Miscavige.
Es ist spannend, die Marvel-Schiene nachzulesen – Anu Bics hat mich darauf aufmerksam gemacht. Hier einige Links dazu: Xemu/Zemu, Fifth Dimension und nochmals Xemu/Zemu.
Zum Vergleich dann die OT III-Geschichte von Hubbard – das ist die mit den Bodythetanen, die gleichzeitig die wichtigste OT-Stufe in Scientology darstellt.
Scientology streitet seitdem regelmäßig ab, dass es eine solche Geschichte gibt. Wie z.B. deren (mittlerweile verschwundener) Sprecher Tommy Davis – aber Hubbard himself widerspricht. Aber sehen und hören Sie selbst – hier der Link …
Einen schönen Sonntag noch …
Fotos: Marvel Comics

