Zum gestrigen Blog noch ein ganz wesentlicher Nachtrag: Was der Vater von Willem Van Rompay angesprochen hatte, indem er seinem Sohn vorschlug, Selbstmord zu begehen und im nächsten Leben als geliebter Sohn „wiederzukommen“, war der sogenannte Prozess R2-45 in Kombination mit der Reinkarnationstheorie.
L. Ron Hubbard, der Gründer von Scientology, erwähnte den Prozess R2-45 in einem Meeting 1952, in seinem Buch The Creation of Human Ability (1954 – Das Schaffen menschlicher Fähigkeiten) und 1958 in einem Vortrag. Dabei ging es darum, den „Körper zu verlassen“ – im Scientologischen: Exteriorisation.
„Hilfsmittel“ beim Prozess R2-45 war bzw. ist eine Pistole, Kaliber 45. Um ganz genau zu sein ist es die Pistole mit der Typenbezeichnung M-1911 Colt, .45 ACP, mit deren „Hilfe“ man seinen Körper „verlassen konnte“.
1952 schoss Hubbard zu Demonstrationszwecken in den Boden, 1954 schrieb er „R2-45: Ein enorm effektiver Prozess zur Exteriorisation, aber sein Gebrauch wird von der jetzigen Gesellschaft abgelehnt!“ und 1958 referierte er, dass „der Tod nicht das gleiche wie Clearing ist, aber erinnern sie sich an R2-45. Das ist eine sehr berechtigte Technik. Eine Unzahl von Menschen haben sie schon zuvor benutzt.“
Am 6. März 1968 legte Hubbard unter dem Titel Racket exposed (Gaunerbande entdeckt) in der Scientology-Zeitschrift Auditor, Ausgabe 35, fest, dass dreizehn Personen (Peter Goodwin, Jim Stathis, Polly Strathis, Peter Knight, Mrs. Knight, Nora Goodwin, Ron Frost, Margaret Frost, Nina Collingwood, Freda Gaiman, Frank Manley, Mary Ann Taylor und George Wateridge) als Feinde der Menschheit, des Planeten und allem Leben zu sehen seien und dass jedes Sea Org-Mitglied, wenn es einen davon traf, Prozess R2-45 “anzuwenden” habe.
Während Scientology-Offizielle einerseits bestätigt haben, dass der „Auditing-Prozess R2-45 [so viel bedeutet], dass jemand getötet wird und [sein Geist] danach den Körper verlässt“, betonen sie gleichzeitig, dass es sich dabei nur um einen Scherz von Hubbard handelte.
Seit wann pflegten Hubbard bzw. Scientology zu scherzen?
Und: Vielleicht kann man vor diesem “Hintergrund” die Aktionen der Sea Org, aber auch des Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA), etwas besser „nachvollziehen“.
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