Ein 60er-Jahre-Artikel der „Saturday Evening Post“ über Dr. L. Ron Hubbard und der plötzliche Rückzug von Toni Ortega als Chefredakteur …

Philip Seymour Hoffman in seiner Rolle als Lancaster Dodd alias L. Ron Hubbard im Film „The Master“ …

Und während The Master seit gestern in amerikanischen Kinos läuft, etwas, das gut dazu passt: Ein Artikel aus jener Zeit des Sektenführers, um die es auch im Film von Paul Thomas Anderson geht.

Anfang der 60er-Jahre nahm sich die Saturday Evening Post der Person des Dr. Hubbards an und schrieb einen mehrseitigen Artikel über ihn und Scientology.

Der Doktortitel – „Doktor der Scientology“ -, den Hubbard damals trug, war nicht sein erster und er legte ihn auch bald mangels jeglicher Anerkennung wieder ab. Genauso wie er es Jahre zuvor schon mit seinem Philosophiedoktortitel getan hatte, den er sich bei der Sequoia’s University in den USA gekauft hatte, eine Zeit lang stolz trug und dann ebenfalls verschwinden ließ.

Nicht verschwunden war sein „Werk“ Scientology, das es ihm ermöglichtem den ehemaligen Landsitz eines Maharadschas zu erwerben, wo ihn der Reporter der Saturday Evening Post aufsuchte.

James Phelan setzte sich dabei mit dem auseinander, was Dr. Hubbard bzw. Scientology von sich gab, aber auch, was von kritischer Seite dazu ausgeführt wurde. Man darf nicht vergessen, dass das Ganze Anfang 1964 stattfand, die USA bereits Hubbard erkannt hatte, was Hubbard bzw. Scientology war, in England aber erst in den Jahren danach der Blick kritischer und eindeutiger wurde.

Absolut beachtenswert ist dabei das Foto auf der letzten Seite des Artikels: Dr. L. Ron Hubbard lässt sich ein Coca Cola von einem livrierten Butler einschenken. Devise: Gerade noch Satanist, Bigamist, mehr oder weniger arbeitslos und plötzlich Sektengründer, Doktor usw. … – hier der Artikel …

Und als PDF

Im Übrigen freue ich mich schon auf den Film The Master und habe derweil eine Träne im Auge: Toni Ortega, der sich in der Village Voice seit Jahren mit dem Thema Scientology kritisch auseinandersetzte, nahm gestern völlig überraschend eine Auszeit, um ein Buch über diese Erfahrungen zu schreiben – nur mehr nächste Woche gibt es seinen Blog über Scientology,

Hier der Link zu seinem Artikel

Tony Ortega goes Clear?

Es könnte aber auch völlig anders gelaufen sein, wie z.B. auch der New York Observer mutmaßte …

Ortega war seit März 2007 Chefredakteur der Village Voice, der sich zunehmend nur mehr um Scientology kümmerte und Story um Story auf seinem Blog veröffentlichte – allein in den letzten zwei Jahren waren es 465 Blogs. Wie ein Insider bestätigte, war es aber nicht Ortegas Wunsch, eine Pause zu machen – er wurde zu einer Pause gezwungen, indem, er brutal ausgedrückt, rausgeworfen wurde. Als Grund dafür zirkuliert, dass sich für Tony Ortega das Thema Scientology zur Obsession entwickelte, was den anderen Ressorts der Zeitung nicht unbedingt gut tat und die Eigentümer zogen die Notbremse. Ein Nachfolger für ihn stand mit James King seit Jänner 2012 Gewehr bei Fuß.

Vorstellbar wäre auch eine dritte Variante, nämlich dass „jemand“ den Eigentümern der Village Voice nahegelegt hatte, Tony Ortega in die Wüste zu schicken.

Auf jeden Fall ist nichts „clear“ am Abschied von Tony Ortega …

David Miscavige und seine Vasallen, das Büro für spezielle Angelegenheiten (OSA), wird’s unabhängig davon auf jeden Fall freuen, dass eine wichtige Informationsquelle über ihre Machenschaften nun ausfällt.

Fotos: Saturday Evening Post, Village Voice …

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