Das Verschwinden der Scientology-Sprecher Tommy Davis und Jessica Feshbach …

Im Zuge der Diskussion um die Trennung von Kathie Holmes und Tom Cruise kamen auch Tommy Davis und dessen Ehefrau Jessica Feshbach wieder ins den Mittelpunkt des Interesses. Eigentlich war es mehr deren Abwesenheit, welche die Fragen auslöste.

Davis und Feshbach, beide vom Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA), waren von Scientology „abgestellt“, um Cruise und Holmes zu überwachen, waren aber auch offizielle Sprecher von Scientology – ich berichtete im Februar 2012 darüber

Wie Mike Rinder, der ehemalige Geheimdienstchef von Scientology, bestätigte, dürfte sich Jessica Feshbach im Endstadium ihrer Leukämieerkrankung befinden und Tommy Davis an ihrer Seite.

Hier der aktuelle Bericht der australischen TV-Sendung A Current Affair

Brad Pitt, Juliette Lewis, Yolanda Pecoraro, Laura Ann DeCrescenzo und der Tod von Stacy Dawn Murphy …

Juliette Lewis und Brad Pitt …

Tom Cruise und Katie Holmes sind nicht die ersten, deren Beziehung aufgrund der Scientologyzugehörigkeit eines Partners scheitert. In den Neunzigern waren Juliette Lewis und Brad Pitt vier Jahre lang liiert und Lewis brachte Pitt u.a. ihren „Glauben“ nahe. Pitt absolvierte ihr zuliebe sogar zwei Kurse, bevor er sich von Scientology und Lewis trennte, wie OMG Yahoo schrieb. Juliette Lewis ist noch immer fanatische Anhängerin von Scientology …

Tom Cruise und Yolanda Pecoraro …

Und während Tom Cruise mit Suri Helikopterausflüge macht, Katie Holmes ihre neue Modelinie vorstellt, scheint Scientology die nächste Frau für Cruise zu casten. Im Mittelunkt der „Überlegungen“ scheint Yolanda Pecoraro zu stehen, die schon Scientologin ist und nicht erst zu einer gemacht werden müsste. Darüber hinaus hat sie hispanische Wurzeln, was wiederum perfekt in die Strategie von Scientology passen würde: Neben der afroamerikanischen Gemeinde in den USA stellt die hispanische Bevölkerung ein weiteres „Zielgebiet“ dar …

Laura Ann DeCrescenzo ...

Ihren Horror-Trip in Scientology hat die 33-jährige Laura Ann DeCrescenzo bereits hinter sich: Mit 12 Jahren wurde sie in die paramilitärische Sea Org rekrutiert, mit 16 Jahren verheiratet, mit 17 zur Abtreibung gezwungen, bevor sie 2004 die Sea Org verlassen „durfte“ – zuvor musste sie noch eine Anzahl an „Schweigeverträgen“ unterzeichnen.

Mittlerweile spricht sie trotzdem darüber und hat Scientology verklagt.

U.a. wegen erzwungener Abtreibung, permanenter Überwachung, „Einkerkerung“ (sie war im RPF, dem Straflager von Scientology), dem Nichterhalt einer schulischen Ausbildung und einer erzwungenen Arbeitszeit von 100 Stunden/Woche. Die Daily Mail und Village Voice berichteten darüber …

Hier ein Video dazu …

Die 20-jährige Stacy Dawn Murphy war wiederum die dritte Tote, die seit Oktober des Vorjahres im Flaggship-NARCONON (einer „Art“ von Drogentherapie von Scientology) entdeckt wurde.

Stacy Dawn Murphy …

Der neueste Todesfall in der Scientology-Einrichtung Arrowhead in Oklahoma wurde bei den Behörden angezeigt. Ob diese etwas dagegen unternehmen, bleibt abzuwarten – in Kanada wurde eine NARCONON-Einrichtung wegen „unwissenschaftlicher Methoden“ mittlerweile geschlossen.

Hier der Artikel in der Village Voice, in den McAlesterNews und ein Video dazu …

UPDATE: Der neueste Trailer des Anderson-Films THE MASTER, bei dem es offiziell nicht um Scientology geht, während der gesamte Inhalt sich darum dreht, hier …

Fotos: OMG Yahoo, IN Starmagzin, Hispanicallyspeakingnews, Tampa Bay News/Screenshot, Village Voice

Wochenrückblick: Cruise-Holmes-Scheidung, Vater von Miscavige und Hubbard-Nichte verlassen Scientology, neue „Marketingstrategien“ usw. …

Tom Cruise, Katie Holmes und Suri …

Knapp vor seinem fünfzigsten Geburtstag erreichte Tom Cruise die Nachricht, dass seine Ehefrau Katie Holmes die Scheidungsklage eingereicht hatte – Grund: „Unüberbrückbare Differenzen“. Worin diese bestehen, kann man sich leicht ausrechnen: sie haben etwas mit Scientology zu tun.

Dabei hatte Sektenführer David Miscavige nichts unversucht gelassen, nach der Ehe von Cruise mit Nicole Kidman, diesmal die richtige Ehefrau für Tom auszusuchen. In der 10-jährigen Ehe mit Kidman war Cruise von Scientology “ferngeblieben”, was sich erst 2001 wieder änderte und Miscavige seinen Freund “zurück erhielt”. Danach wurde Kathie Holmes aus dem Hut gezaubert – sicherheitshalber war er auch gleich „Best Man“ (Trauzeuge) und alles schien den geplanten Weg zu gehen: Das Büro für Spezielle Angelegenheiten überwachte das Leben von TomKat, bevor sich 2008 das Blatt zu wenden begann, das sich nun mit der Scheidungsklage von Holmes endgültig gegen Miscavige bzw. Scientology zu wenden beginnt.

Hier ein erster Artikel in der Village Voice dazu …

UPDATE: Katie Holmes hat die Scheidungsklage in New York eingereicht, während Tom Cruise in Island bei Dreharbeiten ist. In ihr verlangt Holmes das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Suri, 6, um sie derart dem Scientology-Reglement zu entziehen. Damit steht ein zäher Kampf zwischen Cruise und Holmes bevor. Hier die Village Voice dazu …

Sektenführer David Miscavige …

David Miscavige hat im Moment noch jede Menge anderer Probleme: immer mehr Scientology-Mitglieder laufen ihm davon!

Angeführt werden diese von seinem Vater, Ron Miscavige sr., und der Nichte von L. Ron Hubbard, Roanne Leake, die wie Holmes nur eine Devise kannten: „Weg von Scientology!“

Hier der Artikel in der Village Voice dazu …

Dabei plant „Slappy“ Miscavige gerade die ultimative „Marketing-Kampagne“, wie Scientology-Quellen in den USA berichteten, und war über die aktuellen Ereignisse gar nicht erfreut. Er möchte eine völlig neue „Brücke“ präsentieren, die aus einer Vielzahl von Stufen besteht, die zwar billiger als die alten wären, in Summe aber gleich viel kosten – aber trotzdem umsonst sind. Wobei das nicht stimmt: Sie kosten das eigene Menschsein.

Nachdem das Super Power-Gebäude nach wie vor im Dornröschenschlaf schlummert, soll es diese „Spezial-Brücke“ richten und neues Geld in die Kassa spülen – ob wieder alle Scientologen bei Null beginnen und das Ganze neu bezahlen müssen, ist noch nicht bekannt. Zuzutrauen wäre es ihm.

Bereits Anfang Juli könnte es soweit sein, dass Miscavige diese neue „Brücke zur völligen Freiheit“ ausruft. Kernstück der neuen Strategie: das neue E-Meter, Mark VIII Ultra

Mark VIII Ultra …

Schon vor Jahren produziert, wollte man zuerst noch die lagernden E-Meter der Marke Mark VII zum Okkasionspreis von rd. 3.000 Dollar verkaufen, bevor man das 50er-Jahre-Gerät in neuem Gewand auf die Menschheit loslässt – genauer gesagt: auf die Scientologen, die auch diesmal nicht „Nein“ sagen werden …

Luka Magnotta …

Und dann drang noch ein Wunsch von Luka Magnotta über den Atlantik: Der Scientology-Sympathiesant und Mörder postete in seinen Blogs, dass „er jede Nacht davon träumt, von Tom Cruise adoptiert zu werden“.

Hier der Village Voice-Artikel …

Last not least Kevin Johnson, ehemaliger NBA-Star und nun Bürgermeister der kalifornischen Metropole Sacramento.

Johnson, einst im amerikanischen Basketball ein Hero, mutierte unter dem Einfluss von Scientology zum Eröffnungsredner, als er bei der Eröffnung der Idealen Org in Sacramento das Wort ergriff …

Dabei stand Johnson bisher für etwas ganz anderes …

Diesmal hatte er sich im falschen Korb versenkt!

Hier der Artikel in der Village Voice dazu …

Fotos: Just Jared, The Guardian, Scientologypublikationen (3), Village Voice

Ein erster Rückblick: “The Master”, Anonymous, ARD, Debbie Cook, Lindsay Lohan und …

Philip Seymour Hoffman als L. Ron Hubbard in "The Master" …

Der Film The Master von Paul Thomas Anderson: Obwohl offiziell noch immer nicht davon gesprochen wird, ist es im zweiten Trailer zum Film immer klarer, um wen es geht. Wie im wirklichen Leben sagt u.a. Philip Seymour Hoffman, dass er „Schriftsteller, Mediziner, Nuklearphysiker und Philosoph“ sei – Worte, mit denen sich L. Ron Hubbard auch beschrieb. Hier der zweite Trailer des Films, der im Herbst/Winter 2012 in die Kinos kommen soll …

Kurz zum Inhalt: Im Film geht es darum, dass nach dem 2. Weltkrieg ein „Schriftsteller, Mediziner, Nuklearphysiker und Philosoph“ (Lancester Dood – Hoffman) einen religiösen Kult startet, dessen Ehefrau zufälligerweise wie jene von Hubbard auch Mary Sue heißt. Ein Landstreicher (Joaquin Phoenix) wird zu seiner rechten Hand – und beginnt daran zu zweifeln, als der Kult immer fanatischer wird.

Und hier der Link zur Village Voice, wo Einzelnes noch detaillierter beschrieben wird.

Dann gab es noch einen guten Artikel über Anonymous und deren Kampf gegen Scientology in der Welt-Online – Tenor: „In Deutschland bekämpfen Anonymous-Aktivisten aber auch ihren Erzfeind Scientology – mit simplen Mitteln und bemerkenswerten Erfolgen.“

Und dann nähert sich die nächste dunkle Wolke für OSA/Stettler/Busch/Thonauer usw. – konkret: im ARD läuft am 26. Juni 2012, 22.45 Uhr, die 90-minütige Dokumentation „Die Spitzel von Scientology“.

Gegenüber dem ARTE-Film wurden einige Teile ausgetauscht und durch andere Inhalte ersetzt, die Scientology ins rechte Licht rücken – ein Pflichttermin!

Debbie Cook …

Dann gab es noch News von Debbie Cook. Sie erinnern sich, das war jene Dame, die zuerst Jahrzehnte im Rahmen der paramilitärischen Sea Org für Scientology gearbeitet hat, dann kurz zu einer Art Dissidentin wurde und letztendlich wieder in den Schoß von Scientology zurückgekehrt ist, nachdem sie zuvor eine satte Millionenabfindung erhalten hat. Sie schweigt seitdem eisern – war die Bedingung für die Millionen – und ist jetzt in die Karibik ausgewandert. Schade, sie hätte noch einiges über das Innenleben von Scientology erzählen können – hier ein Artikel dazu …

Last, not least eine Exklusiv-Nachricht von Promiflash, dass sich die Skandalschauspielern Lindsay Lohan mit dem Gedanken tragen soll, Scientology beizutreten – boshaft könnte man jetzt sagen: Scientology scheint „aufzurüsten“. Nachdem Luka Magnotta nun im Gefängnis sitzt, soll ihn Lohan ersetzen – oder sitzt die auch gerade? Richard „Mörtel“ Lugner würde dies auf jeden Fall freuen. Nachdem er erfolglos versucht hat, Lohan für den Wiener Opernball einzukaufen, könnte man sich vielleicht bei der einen oder anderen Scientology-Veranstaltung sehen – hier der Link

Lindsay Lohan ...

Und dann gibt es ja noch den Stettler für den Monat Juni, der wiederum, obwohl das Monat noch nicht vorbei ist, bereits vergeben wird, da das Ergebnis derartig eindeutig ist, dass dies zum Zwang führt. An der Spitze des Votings stehen aber zwei Personen und daher wurde die endgültige Wahl noch um einen Tag verlängert. Daher wird es morgen wieder heißen: „And the Stettler goes to …“

Der "Stettler" ...

Fotos: Promiflash, Village Voice (2), Screenshot, Die Welt

John Travolta und der “Dianetik-Gedenktag” 2012 …

Was John-Boy mit dem zweithöchsten „Feiertag“ der Scientologen zu tun hat? Er ist einer der glühendsten Anhänger des auf dem Machwerk Dianetik aufbauenden Kults Scientology. Dabei kam er heuer nicht wirklich dazu, dieses „Fest“ auch zu genießen.

Denn während sich immer mehr Masseure an die Details der jeweiligen Massage mit ihm erinnerten, dann es wieder zurücknahmen, dem US-Magazin National Enquire trotzdem die eine oder andere Coverstory lieferten, übertrumpfte sich dieser [National Enquire] dann selbst, als er einige Fotos ausgrub, auf denen John Travolta als Frau verkleidet zu sehen ist.

Dabei handelte sich nicht um Fotos aus dem Film Hairspray, wo Travolta 2007 eine Frau spielte, sondern um Aufnahmen aus dem Jahr 1997, wo dieser vielleicht schon für seine Filmrolle 10 Jahre später probte?

Sektenchef Miscavige dürfte darüber not amused sein, was eine seiner beiden Werbeikonen so in seiner Freizeit treibt – und wie der National Enquire berichtete, dürfte auch seine Zum-richtigen-Zeitpunkt-schwanger-Ehefrau Kelly Preston genug von ihrem John haben. Sie reichte eine 200 Millionen Dollar-Scheidungsklage ein. Sie verlangte damit für jedes Ehejahr an die 10 Millionen Dollar und würde – was noch viel schlimmer ist – die scientologische PR-Geschichte Preston/Travolta zum Platzen bringen. Den “Tarif” würde Travolta angesichts der auskunftsfreudigen Masseure wahrscheinlich leichter verkraften.

Und dann hängt natürlich auch noch alles davon ab, ob Scientology-Miscavige-OSA einer Scheidung des Vorzeigepaars auch zustimmt oder ob die Proponenten weiter so tun müssen, als ob …

So betrachtet passt das Travolta-schon-oder-doch-nicht-Theater ganz gut zum Buch Nummer 1 der Scientologen: Dianetik, die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit.

Die Rezensenten waren sich schon 1950 in ihrem Urteil einig, wie z.B. der Physik-Nobelpreisträger Rabi: „Das Buch beinhaltet mehr Versprechen und weniger Beweise pro Seite, als jedes andere Buch seit der Erfindung des Buchdrucks. … Das System wird ohne jede Qualifikation und ohne jeden Beweis präsentiert. [Hubbard] hat sich von der Psychoanalyse, der Konditionierung nach Pavlov, Hypnose und der Volksmeinung einiges ‘geborgt’.“

Oder der Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm: „Der vielleicht bedauerlichste Aspekt an ‚Dianetik‘ ist aber die Art, in der es geschrieben wurde. Übermäßige Vereinfachungen, Halbwahrheiten und platte Absurditäten, die propagandistische Technik, den Leser mit der Größe, Unfehlbarkeit und Neuheit des Systems des Autors zu beeindrucken, das Versprechen beispielloser Resultate, erzielt durch die einfachen Mittel der beschriebenen ‚Dianetik‘: Diese Mixtur stellt eine Technik dar, die zu den verhängnisvollsten Ergebnissen im Bereich der Medizin oder Politik führt.“

Davon völlig unbeeindruckt, feiern die fanatisierten Scientologen seit 62 Jahren den 9. Mai als „Dianetik-Tag“ und damit aus ihrer Sicht jenen, „an dem die Welt eine andere wurde“. Eine Zeitlang hatte Hubbard sogar eine neue Zeitrechnung eingeführt: 25. Mai AD 14 – After Dianetics.

Tony Ortega bzw. die Village Voice waren durch ihre „Quelle“ in der Lage, relativ offenfrische Ausschnitte des Jubeltages 2012 zu bringen.

Im ersten Clip wie immer eine pompöse Einleitung – die Scientologen haben sich nicht umsonst ein ganzes Filmstudio in Hollywood gekauft …

Dann folgen die “Erfolgsberichte” einzelner Scientologen – flankiert von einem Vulkan. Dazu muss man die Xenu-Stroy kennen: Scientology bzw. Hubbard ging/geht davon aus, dass jener Fürst Xenu vor 75 Millionen Jahren unsere Vorfahren in Vulkanen “endlagerte” und damit kein Scientologe vergisst, warum er bei Scientology ist, lauert dieser im Hintergrund. Er [Xenu] wird zwar – so die Scientology-Mär – in einer elektronischen Kiste in den Pyrenäen seit damals gefangen gehalten, aber wer weiß schon, was der pöse, pöse Xenu in diesem Zeitraum wieder ausgeheckt hat.

Aber jetzt zu den Berichten. Unkommentiert, denn sie sprechen für sich …

Fotos: National Enquire

Jennifer Lopez unterstützt Scientology und ist mächtigste Celebrity in Hollywood …

Jennifer Lopez ...

Das US-Magazin Forbes kürte die 42-jährige Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez vor Oprah Winfrey und Justin Bieber zur Nummer 1 der Hollywood-Celebrities. Die Kriterien, die Forbes für die Zusammenstellung der Celebrity-Rangliste heranzieht, sind zum einen das vorsteuerliche Einkommen und die wesentlich subjektivere Einschätzung von Ruhm, Medienpräsenz und Beliebtheit über einen Zeitraum von einem Jahr. Trotzdem eher ein Umstand, der nur Eingang in die einschlägigen Medien findet und ansonsten eine Randerscheinung bleibt, hat er zumindest in den USA sehr wohl Relevanz – und natürlich bei Scientology und deren Celebrity-Strategie.

Lopez ist durch ihren Vater, der seit 20 Jahren aktiver Scientologe ist, mit dem Psychokult verbunden – und derart auf dem Laufenden. Sie selbst ist zwar keine Scientologin, ihr Nahverhältnis zu Scientology bestreitet sind nicht: „Ich kenne ihre Praktiken. Ich weiß genau, worum es bei ihren Techniken und so weiter geht. Ich denke, es ist sehr hilfreich.“

Erst vor Kurzem war ihre Ehe mit Marc Anthony u.a. an der Frage gescheitert, ob deren gemeinsame Kinder in eine Scientology-Schule gehen – sie wollte, er nicht. Ein Insider sieht diesen Umstand als einzigen Grund der Trennung an: „Die beiden kamen bei diesem Thema nicht auf einen Nenner. Sie war immer Scientology affiner als er. Er mochte das nicht und das verursachte Probleme zwischen den beiden.“

Die ARTE-Dokumentation über die Geheimdienstpraktiken von Scientology bereitet Scientology sicher Kopfzerbrechen – deren Celebrity-Strategie, die einen Teil der OSA-Aktivitäten darstellt, funktioniert aber nach wie vor. Inklusive dem damit verbundenen Einfluss auf die Gesellschaft an sich – und natürlich auf Politiker.

Der Scientologe Tom Cruise folgt übrigens auf Platz 9 und dessen Freund Will Smith auf Platz 58 …

Foto: Wikipedia

Der kühle Charme eines modernen Totalitarismus …

Celebrities wie Tom Cruise, John Travolta usw. und diverse US-Politiker spielen bei Scientology eine große Rolle. Im Rahmen meines Buches Das wahre Gesicht von Scientology sprach ich mit Dr. Rainer Fromm, der im Rahmen seiner Dreharbeiten (Der gesäuberte Planet) u.a. mit Scientology-Sprechern, deren Celebrities und Politikern sprach …

Wenn Sie an Ihren Besuch bei Scientology bzw. deren Einrichtungen zurückdenken: welches Gefühl herrschte dabei vor?
Dr. Rainer Fromm: „Das Gefühl war ambivalent. Da fallen die vielen zuvorkommenden, freundlichen, aber bestimmten Mitarbeiter auf. Scientology erschien professionell, strukturiert und einzelne Mitarbeiter vermittelten sehr schnell eine Wärme und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Insofern kann ich die Schilderungen von Aussteigern, die von einem ‚Love-Bombing‘ sprechen sehr gut nachvollziehen. Es gab aber auch immer wieder Eindrücke, die das positive Bild konterkarierten.
Am allerschlimmsten habe ich den Kontrast zwischen dem Parkgelände des ‚Celebrity Centers‘ in Hollywood und den uniformierten Sea-Org-Mitarbeitern empfunden. Die Kontrolle war allgegenwärtig. Auch meinen Aufenthalt in Clearwater habe ich ähnlich empfunden. Wirklich tollen Restaurants und einer wunderbaren Lage am Meer standen die allgegenwärtigen Uniformen gegenüber. Es war der kühle Charme eines modernen Totalitarismus – lächelnd, aber gefährlich.“

Wie erging es Ihnen mit der deutschen Scientology-Sprecherin Sabine Weber oder anderen Offiziellen?
Dr. Rainer Fromm: „Die Sprecher von Scientology in den USA, aber auch in Deutschland, haben aus meiner Sicht recht professionell gewirkt. Angenehm ist mir aufgefallen, dass ich mich nicht groß verstellen musste. Ich habe nie aus meiner kritischen Haltung ein Geheimnis gemacht und das wurde akzeptiert. Auf der anderen Seite waren meine Dreharbeiten eingeschränkt. Interviews mit Menschen in den Zentren waren ohne vorherige Absprache nicht möglich. Hier sind die amerikanischen Scientologen allerdings freier als die Deutschen. Während in Deutschland, außer mit der Sprecherin, überhaupt kein Interview ermöglicht wurde, bekamen wir in den USA eine breite Auswahl von Interviewpartnern. Hier waren die amerikanischen Scientologen fast ‚zu freundlich‘. Irgendwann habe ich festgestellt, dass unsere Tage regelrecht okkupiert wurden. In Deutschland dagegen überwog noch eine Wagenburghaltung.“

Scientology vermittelte Ihnen in den USA auch Ansprechpartner aus der Politik. Wie wirkten diese Personen auf sie?
Dr. Rainer Fromm: „Um diese Frage zu beantworten, muss man das diametral andere Verfassungsverständnis der USA berücksichtigen. ‚Free Speech‘, eine freie Religionswahl, eine Abwehr gegen jede Form staatlicher Kontrolle von Meinungs- oder Religionsausübung – das waren die Begriffe, die Scientologen und ihre Vorzeigepolitiker einten. Insofern stand bei den meisten Gesprächspartnern der unbedingte Wille zur religiösen Autonomie des Individuums deutlich vor einer Sympathie gegenüber dem scientologischen Science-Fiction-Totalitarismus.
Bei einigen Willensträgern ging die Sympathie jedoch weiter.
Der Glanz der scientologischen Ästhetik in der Architektur sowie die scientologische Taktik, mit Celebrities für die eigene Organisation zu werben, gingen hier auf.
Die Nähe zu scientologischen Superstars wie beispielsweise John Travolta, empfinden diese Politiker als schmeichelhaft. Scientology steht hier für die konsequente Chance, den ‚American Dream‘ zu verwirklichen.
Angesprochen auf das menschenfeindliche Weltbild des Psychokonzerns wurden immer wieder die sozialen Aktivitäten von Scientology im Bereich der Drogen- und Kriminalitätsprävention entgegen gehalten. Insofern geht die effektvolle Öffentlichkeitsarbeit von Scientology voll auf.
Die soziale Gewandung erweist sich hier als kugelsichere Weste vor demokratietheoretischer Munition.“

Dr. Rainer Fromm ...

Hatten Sie den Eindruck, dass Scientology in den USA über Einfluss verfügt?
Dr. Rainer Fromm: „Ja! Scientology ist ein Faktor und kann auch so auftreten. Ich denke, dass die Kontakte Scientologys in die Politik inzwischen tragfähig sind und den Psychokonzern nachhaltig vor politischen Bedenken aus Europa schützen. Dafür entspricht aber auch Scientologys Image einer ‚Anything-goes-Religion‘, die der amerikanischen Mentalität entspricht. Wie kann ich in einem Staat vor einer Sekte warnen, der selbst seine Mitarbeiter ausbeutet, der kaum über ein tragfähiges Sozialsystem verfügt? Insofern stehen die antisozialen Auswüchse so mancher Scientology-Betriebe durchaus nicht im Widerspruch zu einer Ideologie, die weit in den amerikanischen Mainstream hinein reicht.“

Wie würden Sie diesen Einfluss einschätzen: hoch, mittel, gering?
Dr. Rainer Fromm: „Hier gibt es viele Mythen, aber ich denke, dass der Einfluss nicht gering ist. Wenn Scientology mit seinen uniformierten Mitgliedern Teile des Straßenbildes in Hollywood beherrscht, weist das auf Substanz hin. Wenn man weiß, dass die Scientology-Organisation, unter deren Befehl diese uniformierten Einheiten stehen, in der Vergangenheit versuchte, den amerikanischen Staat zu unterwandern, und dieselbe Organisation heute trotzdem uniformiert auftreten darf, kann man ahnen, wie groß der Einfluss sein muss.“

Was macht den Reiz aus, dass sich Politiker etc. in den USA Pro-Scientology äußern?
Dr. Rainer Fromm: „Das Zauberwort heißt ‚Celebrities‘. Schauspieler und Prominente sind in der amerikanischen Politik ein echter Machtfaktor. Insofern stellen die scientologischen Schauspieler im Kampf um die Gunst der Wähler ein echtes Faustpfand dar. Sie stehen für Abenteuer, Action, Jugendlichkeit und andere Attribute, die gerade Politiker so gerne für sich verbuchen möchten.
Politiker, die sich mit scientologischen Schauspielern umgeben, umgeben sich damit auch mit den Attributen, die mit den Schauspielern verbunden werden. Insofern hat die Sympathie vieler Politiker mit Scientology primär eine tief egoistische Ursache. Ein weit ehrlicheres Argument vermute ich in dem amerikanischen Glaubensgrundsatz des ‚Free Speech‘. Da wird Scientology zur Gewissensfrage, wie ernst man es mit dem Freiheitsgrundsatz für alle Religionen nimmt. Immerhin haben auch die ‚Church of Satan‘ und andere dubiose Glaubensgebilde in den USA einen religiösen Status. Im Falle von Scientology profitiert aber genau eine der Organisationen von der religiösen Liberalität, die sie selbst meiner Meinung nach sofort abschaffen würde. Im Ideologiegebäude der Scientologen gibt es keinen Platz für Kritiker oder Gegner, die als sogenannte ‚Unterdrückerische Personen‘ diffamiert und zur Ächtung freigegeben werden.“

Fällt Ihnen noch etwas ein, das man bei der Beschäftigung mit dem Thema Scientology berücksichtigen sollte?
Dr. Rainer Fromm: „Die Auseinandersetzung mit Scientology darf nicht nur in eindimensionaler Form stattfinden, wie beispielsweise dem Boykott von Tom Cruise-Filmen, sondern mit der Frage beginnen, was den Kult so interessant macht.
Warum ordnen sich auch erfolgreiche und gebildete Menschen einem System unter, dass sie gleichsam versklavt?
Nähern wir uns diesen Fragen, beginnen wir zu begreifen, dass ein Einstieg in einen Kult wie Scientology nichts mit Dummheit oder Borniertheit zu tun hat.
Scientology schafft es, unsere Grundsehnsüchte zu mobilisieren: Den Hunger nach Erfolg, Anerkennung, Wohlstand und Glück – gepaart mit dem Menschheitstraum der Unsterblichkeit!“

Mitarbeiter des „Celebrity Centers International“ von Scientology ...

Fotos: Dail Mail/AP, Süddeutsche, Scientologypublikation

Kehrt Lisa-Marie Presley Scientology den Rücken?

Lisa-Marie Presley ...

Die Tochter von Elvis Presley fiel in den letzten Jahren vor allem dadurch auf, dass sie zumeist ziemlich böse dreinblickte – und neben ihrer Mutter Priscilla ein Scientology-Celebrity war. Dabei war die mittlerweile 44-jährige in erster Linie Tochter des Kings, die auf verschiedenen Scientology-Veranstaltungen hergezeigt wurde. Dazwischen heiratete sie vier Mal, brachte vier Kinder auf die Welt und begann 2003 eine Musikkarriere mit ihrem Album Album To Whom It May Concern. Von ihren Ehen ist eigentlich nur jene mit Michael Jackson erwähnenswert, den sie offensichtlich zu Scientology „bringen“ sollte – Jackson blieb aber bei seiner Sekte, den Zeugen Jehovas.

In den letzten Jahren trat sie öffentlich nicht mehr für Scientology in Erscheinung, dafür veröffentlichte sie in ihrem neuen Album Storm & Grace eine Nummer, die als Abgesang an Scientology zu sehen ist.

Hier einmal der Liedtext der Nummer You Ain’t Seen Nothin’ Yet: “Lay down the law, don’t make a sound -Just critical, just going down – I don’t belong, I’ve lost the plot – Not gullible, can’t be what I’m not – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – If I don’t get with your system then I’m sure to fail – Well you ain’t seen nothin’ yet -Lay down the truth, don’t make a sound – Just a piece of fruit who’s hit the ground – I don’t respond, I’ve lost the plot – Unethical, not what I thought – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – I’m a bit transgressive and suppressive as well – Well you ain’t seen nothin’ yet – Am I a disruption to your corruption? – You ain’t seen nothin’ yet – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – If I don’t get with your system then I’m sure to fail – You ain’t seen nothin’ yet – No longer elated, now you’re frustrated – You ain’t seen nothin’ yet – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – If I don’t get with your system then I’m sure to fail – Well you ain’t seen nothin’ yet – You can think that I’m evil and I’m off the rails – You ain’t seen nothin’ yet – I’m a bit transgressive and suppressive as well – You ain’t seen nothin’ yet”"

Sie verwendete dabei Worte, die nur in Scientology üblich sind: Suppressive (Unterdrückerisch) oder Unethical (Unethisch), aber auch Wortspiele, wie „I’m a bit transgressive and suppressive as well“ (Ich verhalte mich ein wenig regelwidrig und unterdrückerisch) und andere Formulierungen, die ein ziemlich eindeutiges Bild ergeben.

Für die Scientology-Beobachter in den USA, aber auch für mich, steht fest: Sie kehrt dem Psychokult Scientology den Rücken. Sie macht es nicht mit einem lauten Knall, sondern mehr oder weniger still und leise – der Text des Liedes zeigt ihren Weg.

Hier noch die Nummer zum Text – machen Sie sich selbst ein Bild …

So singt jemand, wenn er geht …

Und hier noch der Link zum Originalartikel der Village Voice

Foto: The Morton Report

Mission Possible: Tom Cruise von Scientology ausspioniert …

Tom Cruise – mit seinen Ehefrauen (von oben) Mimi Rogers, Nicole Kidman und Katie Holmes (und Suri) – Scientology-„Agent“ Michael Doven …

Tom Cruise sollte sich als Ethan Hunt erst einige Jahre später auf eine Mission Impossible begeben – was er Anfang der 90er-Jahre auch nicht wusste: der wichtigste Mitarbeiter in seinem Schauspielerleben war Michael Doven, der als Agent Doven Scientology bzw. deren Chef, David Miscavige, regelmäßig haarklein berichtete, wie das Leben von Tom Cruise oder wie dessen Ehe mit Nicole Kidman so lief und welche Schwierigkeiten es sonst noch gab.

Dabei war alles nach Plan verlaufen, als Mimi Rogers, die erste Ehefrau von Tom Cruise, diesen in Scientology brachte. Cruise hatte gerade den Durchbruch mit Filmen, wie Top Gun, Die Farbe des Geldes oder Rain Man geschafft und entsprach so dem Prototypen der scientologischen Celebrity-Strategie: aufsteigend, noch nicht ganz oben.
Während Cruise die ersten Schritte in Scientologys Celebrity Center und der – damals noch – geheimen Scientologyzentrale in Hemet, nahe Los Angeles, absolvierte, ließ er sich 1990 von Mimi Rogers scheiden und heiratet 1991 Nicole Kidman, die er während der Dreharbeiten zu Tage des Donners kennengelernt hatte. Und während es für Scientology und David Miscavige, der ein persönliches Interesse verfolgte, bis dahin gut aussah, kühlte das Verhältnis Cruise-Miscavige-Scientology in den nächsten Jahren soweit ab, dass er nicht mehr an den Aktivitäten von Scientology teilnahm, geschweige denn sich Pro-Scientology äußerte.
Nicole Kidman mochte David Miscavige persönlich nicht und ab 1991 spielte Scientology in deren Leben mit wenigen Ausnahmen keine Rolle mehr: 1993 besuchten sie einen der Scientologyevents in Los Angeles, gingen aber frühzeitig und 1998 hatte Cruise einige Auditing-Sessions – mit David Miscavige herrschte Funkstille.
Aber jetzt schlug die Stunde von „Geheimagent“ Michael Doven, der als persönlicher Assistent und danach als Chief of Staff praktisch zur Familie von Tom Cruise gehörte und auch privat mit diesem unterwegs war. 2002 nahm Cruise z.B. Doven als einzigen seiner Entourage zu einem Besuch der NASA mit, wo er u.a. die Astronauten des Space Shuttle-Programms traf.
Gleichzeitig „rapportierte“ Doven fast täglich alles aus dem Cruise-Kidman-Haushalt an Scientology – von 1991 bis 2005 wurde jedes Problem Cruise‘, jede Veränderung, jede Stimmung, einfach alles von Doven berichtet. Umgekehrt erhielt Doven Vorgaben, wie er in diesem oder jenen Fall zu agieren bzw. zu reagieren hatte.
Scientology hatte zwar die Verbindung zu Tom Cruise verloren, durch die „Aktivitäten“ von Doven konnte man aber indirekt eingreifen und lenken, was die ehemaligen Scientologen Marty Rathbun, Mike Rinder und Claire Headley bestätigten, die teilweise selbst die Ansprechpartner für Michael Doven waren.
Was Scientology mit diesen Informationen machte? Sie schlugen Cruise – via Doven – Lösungsmodelle vor, boten sich ihm als Hilfe an usw.
Steter Tropfen höhlt den Stein: 2001 war Scientology am Ziel ihrer Träume angelangt, Tom Cruise ließ sich von Anti-Miscavige-Scientology-Nicole-Kidman scheiden und Scientology gewann wieder stärker an Einfluss, den sie bis 2005 kontinuierlich – und dank Agent Doven weiter bestens informiert – ausbauten.
In den Jahren danach erreichte Scientology bzw. David Miscavige das finale Ziel und einer Männerfreundschaft erster Güte stand nichts mehr im Wege. Sogar eine Scientolology kompatible Frau wurde für Tom Cruise gefunden: Katie Holmes.
David Miscavige agierte bei deren Hochzeit folgerichtig als Best Man und in weiterer Folge zeichnet Miscavige seinen Busenfreund für dessen „Tapferkeit“ im Dienst von Scientology aus. Cruise wurde in kürzester Zeit zum wichtigsten Lobbyisten von Scientology.

David Miscavige jubelt mit Tom Cruise in Madrid, salutiert und überreicht einen scientologischen Tapferkeits-Orden ...

Michael Doven war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dabei – seine Mission war sozusagen accomplished. Tom Cruise hatte ihn auch nicht zu seiner opulenten Hochzeit nach Italien eingeladen und Doven musste sich wieder seinem Brotberuf als Fotograf zuwenden, blieb aber im Scientologyumfeld und harrte seiner nächsten Aufgabe.
Und die kam dann schneller, als er glaubte: Vor einigen Jahren hatte David Miscavige die kompletten Materialien von Scientology „neu überarbeitet“ publiziert, derart das Goldene Zeitalter des Wissens ausgerufen und was jetzt noch fehlte: jemand, der diese neuen Materialien studiert. Diesmal gab es wenig Glamour, keine NASA, dafür jede Menge an bedrucktem Papier, aber Doven schaffte auch das und wird seitdem als der erste, welcher usw. herumgereicht.

Scientologys „Student Nummer 1“: der “Ex-Tom-Cruise-Agent” Michael Doven ...

Wenn jemand geglaubt hat, dass Tom Cruise so einfach in Scientology marschierte – Devise: „Heute trete ich einer Sekte bei“ -, war es letztendlich wie bei fast jedem Scientologymitglied. Nur dass nicht jeder so gezielt ausspioniert wird.
Aber man findet fast immer eine Ehefrau oder einen Freund, der am Anfang steht und einen dazu animiert, Scientology zu machen und in weiterer Folge die „Überwachungsmethoden“ von Scientology, wie Ethikberichte, Sicherheitsüberprüfungen usw., die einen bei der Stange halten.
Tom Cruise – aber auch jedem anderen – wäre es zu wünschen, dass er dies durchschaut. Dass Cruise es kann, hat er zwischen 1991 und 2001 dank Nicole Kidman bewiesen. Und dann sollte er noch etwas besser aufpassen, wen er als persönlichen Assistenten anstellt – Michael Dovens gibt’s in Scientology jede Menge.
Ob er das schafft sei dahingestellt – aber immerhin ist er seit 2008 von der Scientologybildfläche verschwunden. Bleibt nur zu hoffen, dass dies keine neue Schweinerei ist, die Scientology bzw. David Miscavige bzw. das Büro für Spezielle Angelegenheiten vorbereitet …

Der Link zur Cruise-Agent Doven-Story in der Village Voice – wenn jemand die ganze Geschichte mit noch mehr Details lesen möchte – hier und zur Doven-Nr. 1-Student-Story hier

Und wem die geheimen OT-Stufen abgehen: Es fehlen noch die Stufen IV bis VIII und einige andere geheime Stufen, aber mittlerweile hat sich ein wirklicher Rückstau gebildet, da aus den USA immer mehr geleakte Dokumente, Fakten usw. „herüber schwappen“, die alle verarbeitet werden wollen – daher kurze Pause bei den OT-Stufen …

Fotos: Scientologypublikation (4), Associated Press, HP Michael Doven (2), Eanext, Huffington Post/Getty, The TomCruise, Wikipedia

Die „Celebrity-Strategie“ von Scientology – Teil 7: Die Strategie beginnt zu bröckeln …

Paul Haggis ...

Anfang des Jahres sorgte der Ausstieg von Paul Haggis aus Scientology für Aufregung und dass, obwohl die Mitgliedschaft von Haggis bei Scientology gar nicht so bekannt war und Haggis kein Super-Star a la Cruise oder Travolta ist. Aber Haggis war und ist in Hollywood eine anerkannte Größe. Paul Haggis hat nicht nur 2 Oscars (für L.A. Crash) zu Hause stehen, er schrieb u.a. auch die Drehbücher für Million Dollar Baby und Letters von Iwo Jima von Clint Eastwood.

Mit dem NEW YORKER und Lawrence Wright sprach Haggis ausführlich über die verschiedenen „Aspekte“ von Scientology – hier der Link zum Artikel – und erzählte dabei auch die eine oder andere Anekdote: Als Paul Haggis gemeinsam mit Clint Eastwood vor einigen Jahren die Dreharbeiten von Steven Spielbergs Krieg der Welten besuchte, hatte Hauptdarsteller Tom Cruise am Drehort ein Zelt errichten lassen, in dem Scientology Missionsarbeit betreiben konnte. Spielberg machte eine Bemerkung, dass er die meisten Scientologen sehr nett fände, worauf Paul Haggis witzelte, “die Bösen verstecken wir im Schrank”. Das kam Tom Cruise zu Ohren, einer der Schlüsselfiguren der kalifornischen Science-Fiction-Sekte. Worauf Haggis vor einem Untersuchungsausschuss der Kirche landete und „Abbitte“ leisten musste.

Der unmittelbare Grund seines Ausstieges war, dass Scientologen während der Wahlen von 2008 öffentlich den schwulenfeindlichen Gesetzesentwurf “Proposition 8″ unterstützt hatten, der in Kalifornien die Legalisierung der Schwulenehe revidieren sollte – die beiden Töchter von Haggis sind homosexuell.

Ich möchte mich im Folgenden auf diesen Aspekt konzentrieren, da das Thema „Homosexualität“ einerseits gegeben ist und andererseits die meisten Stars ein Outing tunlichst vermeiden möchten und lieber mit der Lüge leben – und ich möchte mich mit der Tragweite dessen innerhalb von Scientology auseinandersetzen.

Bei aller Liberalität ist in den USA der unverkrampfte Umgang mit Homosexualität noch immer nicht gegeben – sie wird mit relativ wenigen Ausnahmen maximal geduldet, solange sich der Betreffende an die „Spielregeln“ hält. Und eine dieser Spielregeln in Hollywood besagt spätestens seit Rock Hudson, dass ein Macho-, Helden- oder sonstiger Männlichkeitsdarsteller schlecht schwul sein kann, wenn er diese Rolle „ausfüllen“ möchte. Cruise und Travolta sind in ihren Filmen genau das – gleichzeitig verfolgen beide einschlägige Gerüchte, wobei Cruise selbst die Andeutung bereits gerichtlich verfolgen lässt und jeden erbarmungslos klagt. Dabei geht es um riesige Summen, was das Risiko einer solchen Feststellung umschreibt.

Quentin Hubbard, Tom Cruise in einer "1. April-Ausgabe", John Travolta ...

Wobei ich mich jetzt nicht an einer Diskussion über Hollwooods Scheinheiligkeit usw. beteiligen möchte. Für mich persönlich steht fest, dass jeder in der Form leben und glücklich werden soll, die er ausgewählt hat. Punkt. Mich interessiert vielmehr die Frage, wie Scientology damit umgeht – und worauf sich dieses Denken stützt.

In der „Bibel“ der Scientologen, im Buch Dianetik, findet man folgende Feststellung von L. Ron Hubbard – ich hab sie etwas gekürzt und auf den Punktgebracht (den vollständigen Sermon findet man auf den Seiten 101/102 besagten Buches: „Der sexuell Pervertierte (dieser Ausdruck umfasst in der Dianetik, um es kurz zu sagen, jede einzelne Form der Abweichung … wie Homosexualität, lesbische Liebe …) ist tatsächlich physisch ziemlich krank. … Das bedeutet, dass der Pervertierte … aber so weit davon entfernt (ist), normal zu sein, und … für die Gesellschaft so außerordentlich gefährlich (ist), dass die Duldung von Perversion für sie ebenso schlimm ist wie deren Bestrafung.“

An dieser „Feststellung“ orientiert sich Scientology bis heute, was so viel bedeutet, dass jede Form von Homosexualität verpönt ist und geahndet wird: man hatte sich zu „normalisieren“. In der Praxis ist das dann ein ewiger „Eiertanz“ – einerseits die Orientierung der Person und andererseits die Vorgaben von Scientology.

Der Erste, der daran zerbrach, war Quentin Hubbard, Hubbard ältester Sohn aus seiner dritten Ehe, den er als seinen Nachfolger aufbauen wollte. Quentin wollte aber Tänzer werden, absolvierte zwar die komplette „Scientologyausbildung“, um sich schlussendlich umzubringen – am 12. Dezember 1976 leitete er Auspuffgase ins Wageninnere.

Cruise und Travolta gehen anders damit um – der eine wurde zum besten Freund des Sektenführers und der andere versucht „Normalität“ vorzutäuschen, obwohl es jeder weiß.

Tom Cruise wählte überhaupt eine klassische „Vorwärtsstrategie“, heiratete nach Plan zuerst Nicole Kidman und dann Kathie Holmes – und hielt sich nicht an das, was ihm das Magazin “Freaky News” in einer Sonderausgabe zum 1.April vorschlug.

Überliefert ist, dass Miscavige die Hochzeit von Cruise und Holmes nicht nur persönlich überwachte und sondern auch an der anschließenden Hochzeitsreise teilnahm – die dann statt der geplanten zwei nur eine Woche dauerte.

Travolta fährt eher einen Schlingerkurs, der immer wieder von Enthüllungen geprägt ist. Einerseits „ersetzt“ er seinen Sohn Jett ganz scientologisch durch den neu geborenen Benjamin, andererseits liefert er knapp vor dessen Geburt den nächsten Skandal
Aus meiner Sicht ist Travolta dies tragischste Figur im Prominenten-Spiel von Scientology: Er kann seine Orientierung nicht leben, muss sich tagtäglich verbiegen, „bewacht“ von seiner Ehefrau und Mit-Scientologin Kelly Preston – obwohl es ohnehin jeder weiß, der in seinem Umfeld ist. Die US-Schauspielerin Carrie Fisher – u.a. Prinzessin Lea in der Star-Wars-Trilogie – dazu: „Wir haben immer gewusst, dass John Travolta homosexuell ist!“

Und wenn Travolta wieder über den Ausstieg aus Scientology nachdenkt – und das tat er bereits mehrmals – wird von Scientology die „Gay Card“ gezückt und Travolta zum Bleiben „aufgefordert“. In der Realität sieht das dann so aus, dass Scientology über genügend „Aufzeichnungen“ verfügt, um jedermann freundlich dazu auffordern zu können – im Fall Travolta tut sie das, da er zu wichtig für Scientology ist. Und solange Travolta Angst davor hat, seine Homosexualität zu leben, solange funktioniert diese Strategie von Scientology.

Ich würde Travolta wünschen, dass er diesen Schritt setzt – sie stellt einen ersten in Richtung Freiheit dar und kostet nicht einmal etwas! Ich weiß schon, dass es kein Honiglecken ist, sich mit Scientology anzulegen und seine Meinung zu vertreten. Paul Haggis zu „Ehren“ wurde von Scientology im Sommer 2011 eine Sonderausgabe von deren Magazin „Freedom“ herausgebracht, die sich ausschließlich mit Haggis, Wright und dem NEW YORKER befasste. Dabei wurde sogar dessen Titelbild nachempfunden – und entsprechend „modifiziert“.

Der Inhalt? Die üblichen Schauergeschichten von OSA, dem Büro für Spezielle Angelegenheiten, die in keinem Wort auf die Feststellungen von Wright und dem NEW YORKER eingehen und dafür versuchen, den Pulitzerpreisträger Wright jede Befähigung abzusprechen. Ganz nach einer weiteren Vorgabe von L. Ron Hubbard: „Wenn Sie unter Attacke stehen – attackieren Sie selbst! Der Punkt ist, dass Sie auch attackieren, wenn Sie zu wenige Beweise haben, um den Fall zu gewinnen. Attackieren Sie einfach weiter. Lautstark.“

Fotos: NEW YORKER, Bittenandbound, Byliner, FreakyNews, Daily Mail, imdb, Popcrunch, Scientologypublikation