Einige Dokumente zur „Verbundenheit“ von NARCONON mit Scientology und zu Oklahoma im Speziellen …

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Das älteste Schriftstück stammt von „Commodore“ L. Ron Hubbard aus dem Jahr 1972, in dem er die NARCONON-Aktivitäten besonders belobigt. Sie wurden damals vom Guardian Office, dem Geheimdienst von Scientology, geleitet. Nachdem mehrere Führungskräfte des Guardian Office ins Gefängnis wanderten (unter ihnen auch die Frau von Hubbard), heißt dieser Geheimdienst heute Office of Special Affairs (OSA), „führt“ NARCONON aber nach wie vor im Rahmen von deren “Sozialprogrammen”.

20042013 2 1974

Das nächste Dokument stammt aus dem Jahr 1974 und beschreibt die Rolle von NARCONON innerhalb von Scientology: Türöffner zu sein, um jemanden auf die Scientology-„Brücke“ zu hieven …

20042013 3 Gary Smith

Als nächstes ein Brief von David Miscavige, dem Führer von Scientology, in dem dieser Gary Smith (Foto), dem Chef von NARCONON-Arrowhead, zu dessen „Aktivitäten “ gratuliert (Arrowhead hieß damals noch Chilocco New Life Center) …

20042013 4 Brief Miscavige

Miscavige ließ es sich nicht nehmen, im mittlerweile umgetauften NARCONON-Center Arrowhead selbst seine Aufwartung zu machen – sozusagen off the records und in zivil …

David Miscavige (weißes Hemd) und Gary Smith (zweiter von rechts) …

David Miscavige (weißes Hemd) und Gary Smith (zweiter von rechts) …

Mittlerweile wird David Miscavige Oklahoma an sich und NARCONON-Arrowhead im Speziellen eher meiden und das „Versteckspiel“ ist ausgesetzt – die Senate Bill 295 ist eher nicht als Einladung an Scientology gedacht …

Fotos: NARCONON Exposed (4), Screenshot

Die Ausbildungsunterlagen eines Scientology-Spions …

Damit Celebrities und Politiker bei der „Stange“ gehalten werden, setzt Scientology ihr Büro für Spezielle Angelegenheiten (Office of Special Affairs – OSA – Department 20) ein – ihren Geheimdienst.

Scientologen werden immer ganz schmallippig, wenn man sie damit konfrontiert, dass Scientology einen eigenen Geheimdienst hat. Ich möchte jetzt auch nicht lang und breit darauf eingehen – die Meinung der jeweiligen Seite steht fest: Kritiker betonen den Geheimdienst, Scientology-Offizielle präsentieren sich als „Öffentlichkeitssprecher“, „Präsidenten“ usw. und sehen sich und das Büro für Spezielle Angelegenheiten ganz harmlos.

Es gibt noch einen Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen – und das ist ja schließlich Aufgabe dieses Blogs: Sehen Sie sich einmal die Ausbildungsunterlagen (scientologisch: Full Hat) eines Mitarbeiters des Büro für Spezielle Angelegenheiten an und treffen Sie dann für sich den Schluss, um welche Art von “Tätigkeit” es sich dabei wohl handelt. Genau genommen sind es die Ausbildungsunterlagen eines Investigations Officers, die als Confidental klassifiziert sind …

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Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Datum dieser Ausbildungsunterlagen: 1991.

Die diversen „Öffentlichkeitssprecher“ oder „Präsidenten“ von Scientology betonen nämlich gerne, dass nur bis zur Auflösung des Guardian Office ein Geheimdienst betrieben wurde, der u.a. im Projekt Schneewittchen um die 100 US-Behörden unterwandert hat, deren leitende Mitglieder zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden (darunter die Ehefrau von L. Ron Hubbard) und der Anfang der 80er-Jahre aufgelöst wurde.

Die Nachfolgeorganisation des Guardian Office nannte sich Büro für Spezielle Angelegenheiten – auf welcher Basis seitdem „operiert“ wurde, kann man sich u.a. in den Ausbildungsunterlagen ansehen.

Im deutschsprachigen Raum sind es drei Personen, die dabei federführend sind: Jürg Stettler, Sabine Weber und Angelika Thonauer.

Jürg Stettler ...

Stettler tritt offiziell als „Präsident Scientology Schweiz“ auf, ist selbst ein alter Guardian Office-Mitarbeiter und koordiniert die „Aktivitäten“ von Scientology in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Angelika Thonauer-Grischany (links) und Sabine Weber ...

Sabine Weber firmiert als „Vize-Präsidentin“ von irgendetwas, wurde vor einigen Jahren von Stettler „abgesägt“, darf nur mehr in Berlin und ausgewählten Bundesländern aktiv werden und muss bei ihm rückfragen, ob sie nun oder doch nicht darf.

Angelika Thonauer führt in erster Linie eine Werbeagentur in Wien und ist nebenbei Chefin des Büro für Spezielle Angelegenheiten – ob sie auch etwas präsidiert, ist mir nicht bekannt.

Alle drei sollten die Ausbildungsunterlagen kennen bzw. haben die darin angeführten Vorgaben studiert – und „wenden“ sie tagtäglich an!

Fotos: Screenshot, DER SPIEGEL/Collage, Anti-Scientologie

Der geheime Geheimdienst von Scientology – sechzehnter Teil …

George Orwell und das beste Buch, das jemals über Scientology geschrieben wurde …

Wer sich wundert, dass Scientology im Rahmen der SecChecks jene Fragen stellt, die sie stellt, darf die Absicht von Scientology bzw. dem Büro für spezielle Angelegenheiten nicht vergessen – was immer die sogenannten „Sprecher“, die samt und sonder vom Geheimdienst OSA sind, auch von sich geben, angestrebt wird das was Scientology bzw. deren aktueller „Führer“ David Miscavige festgelegt hat:
„Ziel 1: Den Feind bis zum Punkt der völligen Auslöschung der Popularität berauben.
Ziel 2: Kontrollübernahme oder Ergebenheit der Leiter oder der Eigentümer aller Nachrichtenmedien.
Ziel 3: Kontrollübernahme oder Ergebenheit wichtiger politischer Persönlichkeiten.
Ziel 4: Kontrollübernahme oder Ergebenheit derjenigen, welche die internationalen Finanzen überwachen.“

Dazu braucht man „Helfer“, die wenig bis gar nichts denken und dafür „funktionieren“. Dies erreicht man durch die SecChecks. Dabei wird vor den intimsten Gedanken eines Menschen nicht halt gemacht. Es gilt Sklaven zu machen und diese SecChecks haben darüber hinaus einen „Nebeneffekt“: sie „binden“ die Scientologen, erzeugen ein Suchtverhalten, dass sie sich selbst nicht erklären können.
Ich habe mittlerweile einigen Personen beim Ausstieg aus Scientology helfen können und bei allen stellte ich das gleiche „Phänomen“ fest: fast jeder von ihnen wollte wieder zurück, obwohl er wusste, was ihn dort erwarten würde.
Das scientologische Auditing an sich löst diesen Effekt bereits aus, SecChecks verstärken ihn insofern, als sie in Bereiche von tatsächlicher und eingebildeter Schuld vorstoßen. Damit wird unterbewusst eine ständige Angst erzeugt – man fürchtet den nächsten SecCheck und freut sich, wenn man ihn „überlebt“ hat. Ein perverses „Spiel“ der Gedanken- und Gefühlskontrolle entsteht.
George Orwell hat in seinem Buch 1984 ziemlich genau beschrieben, wie der „Große Bruder“ agieren würde – das Buch erschien ein Jahr bevor Hubbard sein Machwerk Dianetik veröffentlichte. Orwell beschrieb in seinem Buch über weite Strecken Scientology: es gab ein „Wahrheitsministerium“, es wurde „Neusprech“ gesprochen, das wiederum „Neudenk“ nach sich zog – ganz genau wie es in Scientology abläuft. Scientology verfügt über eine eigene, mit der restlichen Welt nicht kompatible Sprache – eigene dickleibige Wörterbücher definieren diese Art des Neusprechs, das unter Scientologen zwangsläufig ein Neudenk nach sich zieht.
1984 stellt das beste Buch über Scientology dar
Die SecChecks verursachen eine „Willenlosigkeit“ der Scientologen – sie unterziehen sich diesen Torturen immerhin mehr oder weniger freiwillig. Ich habe sogar (Ex-)Scientologen kennengelernt, die sich nach einem „guten SecCheck“ sehnten und ihn mit einem „guten Bad“ verglichen – sie waren sich nicht bewusst, was damit und dabei angerichtet wird.

Darüber hinaus darf man eines nicht vergessen: eine Person ohne jeglicher Ausbildung führt diese SecChecks, aber auch jedes Auditing durch und wühlt dabei in der Seele eines Menschen!
Ich war lange genug selbst bei Scientology, um den „Effekt“ beurteilen zu können. Und er war und ist immer der gleiche: entweder wurden/werden unterwürfige Personen „herangezogen“, die in Angst leben und alles mitmachen, was ihnen Scientology vorgibt oder es entstehen „Berserker“, wie David Miscavige, die gnadenlos die Ziele Hubbards verfolgen. Dabei darf man nicht den Fehler machen, alles nur auf Miscavige zu reduzieren: vom „Potential“ her ist jedes Sea Org-Mitglied und viele Mitarbeiter der lokalen Scientology-Organisationen in der „Lage“ mehr oder weniger unmittelbar in seine „Fußstapfen“ zu treten.
Und wenn man sich jetzt die Frage stellt, wie denn Gehirnwäsche, generell und bei Scientology speziell, so abläuft?
Exakt so werden willenlose Individuen „erzeugt“, die bar jeder seelischen Intimität instrumentalisiert werden – auch wenn diese natürlich anderes behaupten.
Aber wann ist Manipulation wirklich Manipulation?
Wenn derjenige nicht bemerkt, dass er manipuliert wird bzw. ist!
Ich weiß, es ist schwer vorstellbar, dass ein Jürg Stettler, eine Sabine Weber oder ein anderes OSA-Mitglieder derart „gehirngewaschen“ ist, sozusagen ein willenloser Roboter in der Verrichtung der vorgegebenen „Handgriffe“, der gar nicht anders kann – aber stellen Sie ihnen bei der nächsten Begegnung eine ganz einfache Frage: „Wie viele SecChecks haben sie schon absolviert?“
Wenn Sie keine Antwort bekommen, gehen Sie davon aus, dass sie zumindest einmal jährlich einen absolvieren, im „Akutfall“ öfters – und in Deutschland gibt es viele Akutfälle.
Man darf ihnen nicht zuhören, sondern muss sich die Beweise, „Vorgaben“ und Unterlagen ansehen und danach urteilen – und dann ist dieses eindeutig!

Aber Scientology verfolgt nicht nur die Ziele 1 bis 4, sondern noch andere:
„Ziel 5: Ein Neubeleben der Gesellschaft, in der wir operieren.
Ziel 6: Erreichen einer überwältigenden öffentlichen Unterstützung.“

Diese werden von Scientology in der Social Reform Section des Büro für spezielle Angelegenheiten initiiert und kontrolliert – Sinn und Zweck dieser Übung: gute und schöne Dinge für die Welt zu machen und dafür geliebt und gelobt zu werden!
Mehr dazu im nächsten Blog …

Fotos: Wikipedia

Der geheime Geheimdienst von Scientology – fünfzehnter Teil …

L. Ron Hubbard …

Nachdem ich immer wieder von SecChecks (Sicherheitsüberprüfungen – wird auch als Confessional bzw. Geständnis oder Beichte bezeichnet) bzw. Gang-SecChecks am scientologischen Lügendetektor E-Meter spreche, eine kurze Erklärung dazu.
Bei einem SecCheck werden dem „Verhörten“ Fragen gestellt – entweder „maßgeschneiderte“ (Tailor-made-SecCheck) oder anhand einer Liste. In Scientology gibt es sehr viele verschiedene Listen. An der Spitze dieser Listen steht der am 7. April 1961 eingeführte Johannesburg Security Check (Joburg), über den L. Ron Hubbard meinte, dass er „den härtesten Security Check in Scientology darstellt“ – und: „1961 war der ‘Joburg’ höchstwahrscheinlich der nächste historische Punkt.“

Zu Beginn dieses Joburgs sollte dabei der Person Folgendes gesagt werden: „Wir sind keine Moralisten. Wir sind fähig, Leute zu verändern. Wir sind nicht dazu da, sie zu verurteilen. Wir können Ihnen zwar nicht garantieren, dass Angelegenheiten, die in diesem Check aufgedeckt werden, für immer geheim gehalten werden, aber wir können Ihnen versichern, dass nichts davon und keine Antwort, die Sie jetzt geben, der Polizei oder dem Staat gegeben wird. Kein Scientologe wird jemals auf Grund der Antworten bei diesem Security Check gegen Sie vor Gericht aussagen. Dieser Security Check dient ausschließlich Scientology-Zwecken.
Die einzigen Möglichkeiten, bei diesem Security Check durchzufallen ist, wenn Sie sich weigern, den Test zu machen, oder wenn Sie die Fragen nicht wahrheitsgemäß beantworten oder falls Sie absichtlich hier sind, um Scientology zu schädigen.“

Der Joburg-SecCheck selbst umfasst in der Version von 1975 folgende Fragen:
„1. Haben Sie jemals unter einem angenommen Namen gelebt oder gearbeitet?
2. Haben Sie mir Ihren richtigen Namen gesagt?
3. Sind Sie aus einem anderen Grund hier, als Sie angeben?
4. Haben Sie jemals etwas gestohlen?
5. Haben Sie jemals die Unterschrift von jemand anderen gefälscht?
6. Haben Sie jemals jemanden erpresst?
7. Wurden Sie jemals selbst erpresst?
8. Haben Sie jemals etwas geschmuggelt?
9. Waren Sie jemals im Gefängnis?*
10. Haben Sie sich jemals der Trunksucht hingegeben?
11. Sind sie jemals rücksichtslos mit dem Auto gefahren?
12. Sind Sie jemals irgendwo eingebrochen?
13. Haben Sie jemals Geld unterschlagen?
14. Haben Sie jemals jemanden tätlich attackiert?
15. Waren Sie jemals im Gefängnis?*
16. Haben Sie jemals vor Gericht Lügen erzählt?
17. Hatten Sie jemals etwas mit Pornographie zu tun?
18. Haben Sie jemals Brandstiftung verübt?
19. Waren Sie jemals ein Drogensüchtiger?
20. Haben Sie jemals mit Drogen gehandelt?
21. Hatten Sie jemals mit gestohlenen Gütern zu tun?
22. Haben Sie Vorstrafen?
23. Haben Sie jemals jemanden vergewaltigt?
24. Waren Sie jemals in eine Abtreibung verwickelt?
25. Haben Sie jemals bei einer Abtreibung mitgeholfen?
26. Haben Sie jemals Ehebruch begangen?
27. Haben Sie jemals Homosexualität praktiziert?
28. Hatten Sie jemals Geschlechtsverkehr mit einem Mitglied Ihrer Familie gehabt?
29. Waren Sie jemals sexuell untreu?
30. Haben Sie jemals Sodomie praktiziert?
31. Haben Sie jemals überwiegend sexuell pervertierte Handlungen praktiziert?
32. Haben sie jemals Geschlechtsverkehr mit dem Mitglied einer anderen Rasse gehabt?
33. Haben Sie jemals einen Totschlag verübt?
34. Haben Sie jemals etwas bombardiert?
35. Haben Sie jemals jemanden ermordet?
36. Haben Sie jemals jemanden entführt?
37. Haben Sie jemals den Kauf eines illegalen Diamanten getätigt?
38. Haben sie jemals jemanden bei Geldangelegenheiten betrogen?
39. Haben Sie jemals jemanden mit einer Schusswaffe bedroht?
40. Waren Sie jemals im Besitz einer illegalen Schusswaffe?
41. Wurden Sie jemals dafür bezahlt, als Zeuge aufzutreten?
42. Haben Sie jemals etwas zerstört, das jemand anderem gehörte?
43. Waren Sie jemals ein Spion für eine Organisation?
44. Hatten Sie jemals etwas mit dem Kommunismus zu tun oder waren Kommunist?
45. Waren Sie jemals ein Zeitungsreporter?
46. Hatten Sie jemals Geschlechtsverkehr, während Sie unter dem Einfluss von Drogen standen?
47. Hatten Sie jemals Geschlechtsverkehr, während Sie unter dem Einfluss von Alkohol standen?
48. Haben Sie jemals Drogen oder Alkohol dazu benutzt, um Sex zu haben?
a. Haben Sie jemals Erpressung dazu benutzt, um Sex herbeizuführen?
49. Haben Sie jemals Kinder misshandelt?
50. Haben Sie jemals einen Geschlechtsverkehr gehabt und dafür Geld erhalten?
51. Hatten Sie jemals irgendeine Verbindung zu einem Bordell?
52. Hatten Sie jemals etwas mit einem Kinderheim zu tun?
53. Waren Sie jemals ein Polizeispion?
54. Fürchten Sie sich vor der Polizei?
55. Haben Sie jemals etwas getan, von dem Sie fürchten, dass es die Polizei herausfinden könnte?
56. Haben Sie jemals die Aufzeichnungen einer Firma gefälscht, bei der Sie arbeiteten?
57. Haben Sie jemals etwas getan, wofür sich Ihre Mutter schämen würde, wenn man es herausfände?
58. Wie könnten Sie sich generell helfen?
59. Haben Sie irgendwelche Overts gegen sich selbst begangen?
60. Wie könnten Sie Ihrer Familie helfen?
61. Haben Sie irgendwelche Overts gegen Ihre Familie begangen?
62. Wie fühlen Sie sich über Sexualität?
63. Haben Sie irgendwelche Overts gegen die Organisation begangen?
a. Haben Sie irgendwelche Overts gegen andere begangen?
b. Haben Sie irgendwelche Overts gegen eine Gruppe begangen?
64. Wie könnten Sie der Organisation helfen?
a. Wie könnten Sie anderen helfen?
b. Wie könnten Sie einer Gruppe helfen?
65. Wie könnten Sie der Menschheit helfen?
66. Haben Sie jemals Menschen kontrolliert?
67. Wie fühlen Sie sich dabei, kontrolliert zu werden?
68. Haben Sie irgendwelche Overts gegen die Menschheit begangen?
69. Wie könnten Sie Tieren oder Pflanzen helfen?
70. Haben Sie irgendwelche Overts gegen Tiere oder Pflanzen begangen?
71. Wie könnten Sie materielle Dingen verbessern?
72. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen Materie begangen?
a. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen Energie begangen?
b. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen den Raum begangen?
c. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen die Zeit begangen?
73. Wie könnten Sie geistigen Wesen helfen?
74. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen geistige Wesen begangen?
75. Wie könnten Sie Gott oder der Unendlichkeit helfen?
76. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen Gott begangen?
a. Haben Sie jemals irgendwelche Overts gegen die Unendlichkeit begangen?
77. Was ist Kommunismus?
78. Finden Sie, dass der Kommunismus einige gute Punkte hat?
79. Waren Sie jemals Mitglied einer kommunistischen Partei?
80. Waren Sie jemals Mitglied irgendeiner Gruppe, die ähnlich Ideale anstrebt wie die Kommunistische Partei tut?
81. Kennen Sie einen Kommunisten persönlich?
82. Haben Sie jemals Dianetik oder Scientology geschädigt?
83. Haben Sie jemals irgendein Overt gegen eine Scientologyorganisation begangen?
84. Haben Sie jemals irgendetwas von einer Scientologyorganisation gestohlen?
85. Haben Sie Overts gegen L. Ron Hubbard begangen?
86. Haben Sie jemals unfreundliche Gedanken über L. Ron Hubbard gehabt?
87. Haben Sie Overts gegen Mary Sue Hubbard begangen?
88. Haben Sie jemals unfreundliche Gedanken über Mary Sue Hubbard gehabt?
89. Haben Sie jemals einen Scientologen enttäuscht?
90. Hatten Sie jemals unfreundliche Gedanken über einen Scientologen?
91. Haben Sie jemals Scientology enttäuscht?
92. Wissen Sie über einen geheimen Plan gegen Scientology Bescheid?
93. Haben Sie jemals Geld genommen, um Scientology zu schädigen?
94. Haben Sie jemals Dianetik oder Scientology dazu benutzt, um irgendjemanden Sex aufzuzwingen?
95. Wissen Sie von irgendwelchen Plänen, um Scientologyorganisationen zu schädigen?
96. Sind Sie über diese Geständnisliste verstimmt?”

In der 1980er-Version fügte Hubbard noch weitere Fragen hinzu:
“97. In diesem Geständnis: haben Sie die Halbwahrheit gesagt?
98. In diesem Geständnis: haben Sie die Unwahrheit gesagt?
99. In diesem Geständnis: wurde etwas beinahe herausgefunden?
100. In diesem Geständnis: haben Sie alles gesagt?“

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Jeder Scientologe muss sich immer wieder diesem oder einem anderen/ähnlichen SecCheck unterziehen – Hubbard dazu: „Der Auditor (der Fragensteller – Anm.) kann sich in seinen Fragen irren. Das E-Meter irrt sich nie. … Das E-Meter hat immer recht, auch wenn es so aussieht, als würde dadurch der Preclear (der Befragte – Anm.) zum Lügner. … Der Charakter eines guten SecCheckers ist durch seine Gründlichkeit und seinen gemeinen Argwohn geprägt, sowie dadurch, dass er nicht an die Menschheit oder den Teufel glaubt – sondern nur an das E-Meter.“

Es gibt aber auch eine eigene SecCheck-Version für Kinder im Alter von 6-12 Jahren. Ihnen werden insgesamt 99 Fragen „gestellt“, u.a. folgende:
„1. Was hat dir jemand verboten zu erzählen?
2. Hast du jemals beschlossen, ein Familienmitglied nicht zu mögen?
3. Hast du jemals etwas genommen, das einem anderen gehörte, und nie zurückgegeben?
4. Hast du dich jemals krank gestellt?
5. Hast du dich jemals selbst krank gemacht oder verletzt, um Mitleid zu erregen?
6. Hast du dir jemals etwas sehr gewünscht, aber niemanden davon erzählt?
7. Hast du dich jemals absichtlich schmutzig gemacht?
8. Hast du dich jemals geweigert, etwas zu essen, nur weil du jemand bekümmern wolltest?
9. Ist dir jemals etwas über dich selbst eingefallen, und hast du es niemanden erzählt, weil du dachtest, man würde dir nicht glauben oder sich über dich ärgern?
10. Hast du dich jemals geweigert, einen Auftrag von jemand, dem du gehorchen solltest, auszuführen?
26. Hast du jemals versucht einen Lehrer bei anderen mies zu machen?
27. Hast du jemals versucht, ein anderes Kind unbeliebt zu machen?
29. Hast du jemals einen Lehrer angelogen?
31. Bist du jemals der Schule ferngeblieben, wenn du hättest gehen können?
39. Hattest du jemals das Gefühl, deine Eltern oder dein Zuhause wäre nicht gut genug für dich?”

Noch Fragen zu Scientology?

Der geheime Geheimdienst von Scientology – vierzehnter Teil …

Wie die Fair-Game-Vorgabe „Darf hereingelegt, verklagt, belogen oder zerstört werden“ im Guardian Office aussah, ist bekannt und kann nachgelesen werden.
Im Büro für spezielle Angelegenheiten läuft es etwas anders – nur weiß man wenig darüber bzw. achtet Scientology sehr darauf, keine Spuren zu hinterlassen. Außer man ist Ex-Scientologe, wie Marty Rathbun, der noch dazu an seinem eigenen Scientology bastelt. Dann rücken die sogenannten Squirrel Buster aus, die entweder plötzlich vor seiner Tür stehen …

… oder in einem nahen Flüsschen und natürlich nahe seinem Haus herum schippern:

Ein weiterer Dorn im Auge des Büro für spezielle Angelegenheiten ist die Bewegung Anonymous und ihre (monatlichen) Demonstrationen gegen Scientology. Da wird dann schon mal zu ziemlich rigiden Methoden gegriffen, wenn Anonymous nahe dem Sektenzentrum GOLD auftaucht – interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Polizei dann auch kommt und den Demonstranten verhaftet!

Auch bei anderer Gelegenheit fällt auf, dass nicht nur Anonymous angegriffen wird, sondern dass die Scientology-Securities oft reguläre Polizisten sind, die gerade dienstfrei haben – ein US-TV-Bericht darüber …

Man kann davon ausgehen, dass dies vor allem in den USA „geschieht“ und da wiederum vor allem im Großraum Los Angeles. Dabei ist es sicher kein Fehler, dass der Sheriff von Los Angeles County, Lee Baca, ein begeisterter Unterstützer von Scientology ist.
Anonymous hat sich dieser „Tatsache“ zeichnerisch bzw. animiert angenommen …

Sheriff Lee Baca und David Miscavige - falls die Animation nicht funktionieren sollte, bitte Bild anklicken, dann taucht Miscavige auf ...

Ansonsten wäre es interessant, wenn die beiden ehemaligen Scientology-Sea Org-Mitglieder Marty Rathbun und Mike Rinder – endlich – aus dem Nähkästchen plaudern würden. Immerhin war der eine jahrelang die rechte Hand von Sektenboss David Miscavige und der andere ebenfalls jahrelang Chef des scientologischen Geheimdiensts Büro für spezielle Angelegenheiten

Der geheime Geheimdienst von Scientology – dreizehnter Teil …

Ich habe über das WAS geschrieben, habe das WIE beschrieben – nur: WARUM agiert Scientology bzw. das Büro für spezielle Angelegenheiten / OSA so wie es agiert?

Oder anders gefragt: ist es eine maßlose Übertreibung, Scientology mit dem Nazi-Regime zu vergleichen? Ähneln sich die beiden Fotos – einmal David Miscavige mit seiner „Armee“ und einmal Heinrich Himmler samt SS-Schergen – in ihrer Machart nur zufällig?
Ich beschäftige mich jetzt seit 2004 – begründet in meiner eigenen Biographie – mit dem Thema Scientology, schrieb Bücher darüber, hielt Vorträge, blogge jetzt schon seit einiger Zeit darüber und langsam wird das endgültige Puzzlebild sichtbar. Das Büro für spezielle Angelegenheiten liefert dazu die entscheidenden Hinweise.
Scientology versucht sich freundlich und nett zu präsentieren, gibt vor, eine Kirche zu sein. Viele Scientologen sind auch durchaus angenehme, freundliche Menschen – doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine Antwort auf die Frage nach dem WARUM.

Warum Scientology seine Gegner so erbarmungslos verfolgt, warum sie einen eigenen Geheimdienst hat usw., die Antwort liegt u.a. in einem Richtlinienbrief (Policy Letter), den L. Ron Hubbard am 18. Oktober 1967 verfasst hat und der den Titel Strafen, wenn man sich in niederen Zuständen befindet trägt. Keine andere Schrift Hubbards hatte – bereits 1967 – eine größere „Resonanz“ in der Öffentlichkeit ausgelöst, als diese Schrift, die später als Freiwildgesetz (Fair Game) bekannt wurde. Dabei orientierte er sich an den „Zustandsformeln“ von Scientology, deren niedere Zustände damals Belastung, Verrat, Zweifel und Feind umfassten – im Detail schrieb er dazu folgendes:
„Belastung: Bekommt keine Bezahlung, muss ein schmutzgraues Tuch am linken Arm tragen und darf sich Tag und Nacht nur in den Gebäuden der Organisation aufhalten.

Verrat: Keine Bezahlung und Entzug aller Uniformen und Insignien; muss ein schwarzes Zeichen auf der linken Wange tragen und darf sich nur in den Gebäuden der Organisation bewegen oder wird vom Posten und von den Geschäftsräumen entfernt.

Zweifel: Wird von den Geschäftsräumen entfernt. Darf nicht beschäftigt werden. … Darf nicht trainiert und auditiert werden. Mit ihm darf nicht kommuniziert oder argumentiert werden.

Feind: Regel für Unterdrückerische Personen anwenden. Freiwild. Darf seines Eigentums beraubt oder (in jeder Weise durch jeden Scientologen) verletzt werden, ohne dass dies disziplinarische Folgen für den Scientologen hat. Darf hereingelegt, verklagt, belogen oder zerstört werden.“

Englisches Original der Schrift "Strafen, wenn man sich in niederen Zuständen befindet", ugs. "Fair-Game-Policy" ...

Unabhängig einer Bewertung dieser “Vorschriften”, war es vor allem der letzte Absatz, der zum angesprochenen Aufschrei in der Öffentlichkeit führte und Hubbard ein Jahr darauf veranlasste, seine Zeilen etwas abzuschwächen – er schrieb: „Die Praxis, Personen zu Freiwild zu erklären, wird eingestellt. Das Wort Freiwild darf nicht mehr auf einer Ethikorder aufscheinen. Es verursacht eine schlechte öffentliche Meinung.“
Öffentlich distanzierte sich Hubbard bzw. Scientology zwar davon, intern und in vielen geheimen Dokumenten änderte sich gar nichts. Und dementsprechend sahen die nächsten Jahre aus – bis heute gilt der Absatz Hubbards, wenn es dem Büro für spezielle Angelegenheiten darum geht, gegen einen „Feind“ vorzugehen: „Freiwild. Darf seines Eigentums beraubt oder verletzt werden, ohne dass dies disziplinarische Folgen für den Scientologen hat. Darf hereingelegt, verklagt, belogen oder zerstört werden.“
In den Jahren danach waren es u.a. Paulette Cooper, verschiedenste Behörden, ab den 80er-Jahren „Abtrünnige“, verschiedene Richter, das Internal Revenue Service, in den 90er-Jahren z.B. Ursula Caberta, Norbert Blüm und heute Marty Rathbun oder die französische Justiz.
Was geschah bei der französischen Justiz? Wenige Monate bevor das Gericht urteilte, wurde ein Gesetz abgeschafft, das vorsah, dass eine Sekte im Fall einer Verurteilung aufgelöst wird. Scientology wurde danach verurteilt und das Gesetz danach auch wieder „repariert“ – nur es galt nicht rückwirkend und so hatte der Schuldspruch wegen bandenmäßigen Betrugs keine Auswirkung. Niemand kann sich bis heute wirklich erklären, wie es zu dieser Gesetzesaufhebung kam – nur der Nutznießer steht fest: Scientology.

Sektenführer David Miscavige, „Deutschlandsprecher“ und Angehörige des „Büro für spezielle Angelegenheiten“ Jürg Stettler (auch Schweiz) und Sabine Weber ...

Es gibt eine Fülle von Fakten und Belegen, unzählige Aussagen Betroffener – und doch findet sich nur sehr schwer jemand, der von offizieller Seite gegen Scientology vorgeht. Ich weiß, dass dies auch nicht einfach ist – Scientology hat mittlerweile einen Ruf hinsichtlich der „Behandlung“ ihrer etwaigen Opponenten. Und der leitet sich von den Vorgaben Hubbards ab, auch wenn das Wort Freiwild nicht mehr verwendet wird, er „darf hereingelegt, verklagt, belogen oder zerstört werden“.
Womit wir wieder beim WIE und beim WAS wären. Wenn man Jürg Stettler, Sabine Weber oder einem anderen OSA-Mitglied gegenübersteht, steht man eigentlich indirekt David Miscavige und seiner paramilitärischen Sea Org gegenüber. Stettler und Weber können nicht so wie sie wollen – sie sind reine Befehlsempfänger, die alles „nach oben“ vermelden müssen und die bei einem nicht regelkonformen Verhalten entweder nach Kopenhagen (Europazentrale von OSA) oder nach Los Angeles (Weltzentrale von OSA) zitiert – und „korrigiert“ – werden.

Interne Scientologywerbung ...

Dem „Fußvolk“ von Scientology wird derweil suggeriert, dass es gilt, die sogenannten Unterdrückerischen Personen in ihrer Umwelt auszumachen – und zu zerschmettern. Hubbard gab diesbezüglich klare Vorgaben: 20% der Weltbevölkerung gehörten dazu – Hubbard bezeichnete sie als „Cowboys mit schwarzen Hüten“ -, wobei 2,5% von ihnen der bösartigsten Form anhängen würden.
Kleines Rechenbeispiel: Bei 7 Milliarden Menschen würden laut Scientology 1,4 Milliarden latent und von denen wiederum 35 Millionen Menschen absolut nach nichts anderes trachten, als gegen Scientology vorzugehen – und gehören dementsprechend „zerschmettert“.
Daraus ergibt sich in der Scientology-Logik, dass die 80% Guten in einem “potentiellen PTS-Zustand” sind, wenn sie in Berührung mit den 20 bzw. 2,5% Unterdrückerischen Personen – kurz: SP – sind. Der Kurs dazu heißt dementsprechend PTS/SP-Kurs und stellt einen Schlüsselkurs in Scientology dar, den jeder gemacht haben muss.
Anders ausgedrückt: die rund 100.000 Scientologen weltweit sind mehr oder weniger die ganze Zeit auf „SP-Jagd“ …

Fazit: Papier ist geduldig. Man kann etwas schreiben und es dann wiederrufen. Handlungen sind Handlungen. Wiederholtes Handeln weist auf eine „Charakteristik“ hin und ich überlasse Paul G. Breckenridge, Richter am Los Angeles Superior Court, das letzte Wort dazu: „Die Organisation ist eindeutig schizophren und paranoid, und diese bizarre Kombination scheint ein Spiegelbild ihres Gründers zu sein. Die Beweise stellen einen Mann dar, der bezüglich seiner Geschichte, seines Hintergrundes und seiner Leistungen im Grunde ein pathologischer Lügner war. Die als Beweis vorliegenden Schriften und Dokumente zeigen zudem seinen Egoismus, seine Gier, seinen Geiz, seine Machtstreben, sowie seine Rachsucht und Aggressivität gegenüber Personen, die von ihm als treulos oder feindlich gesinnt wahrgenommen werden.“

Und wie sieht es jetzt hinsichtlich des Vergleichs „Scientology-Nazis“ aus?
Von der Durchführung ist Scientology noch ein schönes Stück entfernt, die Diktion, Intention und „Anmutung“ ist die gleiche!

Fotos: Scientologypublikationen (4), ZDF, Forum-Why-we-protest

Der geheime Geheimdienst von Scientology – zwölfter Teil …

Fotos links: Tommy Davis, „Internationaler Sprecher“ von Scientology - Foto rechts: Tommy Davis mit Kathie Holmes, Tom Cruise und seinem Tattoo der paramilitärischen „Sea Org“ …

Dem aufmerksamen Leser ist natürlich nicht entgangen, dass ich bei meiner gestrigen Aufzählung der verschiedenen Sections – im Guardian Office hießen sie noch Bureaus – die Social Reform Section nicht behandelt habe. Bedingt durch einen Todesfall, der sich erst vor wenigen Wochen in einer dieser „Reform-Einrichtungen“ ereignet hat, brachte es dieser tragische Umstand mit sich, einiges an Recherche zu unternehmen und die entsprechende Abhandlung umzuarbeiten – ich werde daher erst in meinem übernächsten Blog auf diese Social Reform Section eingehen.

Bis dahin noch einige Details zur „Zusammenarbeit“ der anderen Sections des Büro für Spezielle Angelegenheiten.

Nach dem Abgang von Mike Rinder war es Tommy Davis, Sohn der US-Schauspielerin Anne Archer und Freund von Tom Cruise, der als Internationaler Sprecher von Scientology auftrat. Darüber hinaus dürfte er Mitglied der paramilitärischen Sea Org sein – zumindest ließ er sich deren Logo tätowieren. Der Scientology-Sprecher hat dabei – auch in den USA – in erster Linie die Aufgabe, zu einzelnen Vorwürfen oder hinsichtlich bestimmter Themengebiete „Stellung“ zu nehmen. Sehr oft geht es dabei um die Geheimstufen von Scientology – die sogenannten OT-Stufen – und da wird gemäß TR L ganz ungeniert gelogen, wie das folgende Video zeigt (Die Zusatzkommentare stammen von Anonymous) …

Manchmal nützt das wenig, wenn der Reporter nachhakt und da bleibt Tommy Davis dann nur der Abgang …

Mittlerweile ist Tommy Davis schon seit einiger Zeit nicht mehr präsent, ihn dürfte ein heimlich mitgeschnittenes Tonband die „Einweisung“ in das sekteneigene Straflager Rehabilitation Project Force eingebracht haben. In diesem Gespräch ging es darum, einem Scientologen „nahe zu legen“, sich von einem Scientology-Feind, einem ehemaligen Scientologen, zu trennen – oder man würde selbst zum Unterdrücker erklärt. Das Tondokument – es besteht aus mehreren Teilen – findet man in einem Artikel der Village Voice

In einem CNN-Interview stritt Davis zuvor die Praxis der Disconnection innerhalb von Scientology – fast möchte man sagen: natürlich – ab …

Davis wird bzw. wurde aber erst aktiv, wenn die davor gesetzten Maßnahmen nichts fruchteten. Üblicherweise läuft es so: Scientology versucht – sofern sie es wissen, was insofern wahrscheinlich ist, da seriöse Medien offen vorgehen und auch Scientology selbst einbeziehen – als Erstes, einen Bericht oder eine TV-Dokumentation zu verhindern. Dabei wird einerseits die Legal Section aktiv und andererseits Investigation, die sich „bemüht“, entsprechende “Munition” dagegen zu finden. Beides gelingt in Europa selten bis nie.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, was dies bedeutet. Nachdem 2005 bei einer großen Talksendung im deutschen Fernsehen das Thema Scientology behandelt werden sollte und dazu auch ein Scientologysprecher eingeladen wurde, wusste Scientology natürlich darüber Bescheid. Nachdem sich das Sendungskonzept geändert hatte und nun doch kein Scientologe zu Wort kommen sollte, wurde meine Ex-Frau – Scientologin und OT – samt meinen in den USA lebenden Kindern (die keine Scientologen sind) zu einem Anwalt geschleppt, um Eidesstattliche Erklärungen in Bezug auf meine Person abzugeben.

Das ganze Konvolut an konstruierten Aussagen wurde danach bis zum Intendanten des Senders gesandt, um die Sendung zu verhindern. Die Sendung lief dann planmäßig und schlagartig kehrte auch wieder Ruhe ein, das Büro für Spezielle Angelegenheiten wartete auf die nächste Möglichkeit ihrer Art der „Intervention“.

Die Scientology-Zeitschrift „Freedom“ (in Deutschland, der Schweiz und Österreich: „Freiheit“) …

Während es in meinem Fall eine Einzelaktion war, bekommen „notorische Feinde“ von Scientology, wie CNN, BBC, THE NEW YORKER, ehemalige Sea Org-Executives oder in Deutschland DER SPIEGEL, die Ex-Minister Blüm und Beckstein oder Ursula Caberta, eine eigene Zeitschriften „gewidmet“: das Scientologypamphlet heißt Freedom bzw. Freiheit, obwohl Scientologen jede Ironie normalerweise fremd ist.
In diesen werden die „Ergebnisse“ der Investigation Section aufbereitet – milde ausgedrückt: aufgeblasen und zurechtgebogen. Wobei es dabei nicht um die Wahrheit geht, sondern darum, sie so zu verdrehen, dass daraus der Eindruck entsteht, dass diese Medien, Personen usw. aus lauter bösartigem Eigennutz Scientology angreifen würden. Diese „Sonderausgaben“ werden nicht nur in hoher Auflage gedruckt und verteilt, sondern stehen auch im Internet.
Am Beispiel der BBC und dessen Reporter John Sweeney lässt sich dies sehr gut illustrieren. Sweeny drehte 2007 für PANORAMA einen Bericht über Scientology, war dazu auch in den USA und wurde von Tommy Davis „begleitet“ – und seinerseits gefilmt. Sinn und Zweck der Übung: ihn zu irritieren. Gleichzeit war Investigation aktiv, spionierte an Sweenys Wohnort, bei seinen Nachbarn usw. – konnte aber nichts finden, das man gegen ihn einsetzen konnte. Auch Legal sah keine Handhabe, den BBC-Bericht zu verhindern, also setzte man auf Public Relations – der anderen Art. Und diese führte zu einem überraschenden Ergebnis: trotz jahrelanger Erfahrung mit Despoten aller Weltgegenden verlor Sweeny die Beherrschung und brüllte Davis irgendwann an – und nachdem er von OSA immer gefilmt worden war, ist natürlich dieser Ausraster Sweenys im Bild und wurde von OSA blitzschnell auf DVD gepresst und in Umlauf gebracht. John Travolta schrieb dazu einen Offenen Brief an die Medien und verlangte Sweenys Ablösung als Reporter. Machen Sie sich selbst ein Bild der Vorgänge …

Sweenys Ausraster aus Scientology-Sicht:

Dokumentation der BBC, wie es zu diesem Ausraster kam:

Und hier der komplette BBC-PANORAMA-Beitrag Scientology and Me:

Der u.a. mit dem Emmy Award ausgezeichnete BBC-Journalist John Sweeny wünschte sich nach dieser Erfahrung mit Scientology „in den Kofferraum eines Autos zurück, verfolgt von Mugabes Schergen“.

Shawn Lonsdale, den Sweeny zuvor noch interviewt hatte, wurde einige Monate später tot in seinem Haus aufgefunden. Angeblich war er erstickt, hatte sich umgebracht – was sehr viele bezweifeln. Ganz sicher war er Kritiker von Scientology, der direkt in Scientologys Hauptquartier, Clearwater, Florida, lebte. Der Schweizer Blick formulierte es folgendermaßen: „Die Sekte machte das Leben des Mannes zur Hölle.“

Fotos: Scientologypublikationen (8)

Der geheime Geheimdienst von Scientology – elfter Teil …

Ende der 80er-Jahre: „Kommandositzung“ des RTC mit Marty Rathbun und David Miscavige (2. Und 3. V.l.), „Sea Org“-Gruppenbild mit kleinem Diktator (von links): Starkey, Jentzsch, Ingber, Miscavige, Lesevre, Yager und Mitthoff ...

Anfang der 80er-Jahre des vorigen Jahrhundert vollzog sich nicht nur die Verschleierung der Finanzen innerhalb von Scientology, sondern auch etwas noch viel wesentlicheres: bis dahin entsprach Scientology eher einer herkömmlichen Sekte, mit einem wirren Charismatiker an der Spitze, dem zwar das Geld auch sehr wichtig war, der aber trotzdem danach trachtete, seine Anhänger mit immer wilderen Geschichten bei Laune zu halten.
Plötzlich war alles ganz anders geworden: Dem über 70-jährige Hubbard, gesundheitlich schwer angeschlagen, entglitt die Interpretationshoheit in seiner Sekte. Es war die Stunde der „Macher“ wie Norman Starkey, zuvor Kapitän des scientologischen Flaggschiffes Apollo, oder David Miscavige.
Ich habe diese Zeit 1983 persönlich als Mitarbeiter der Scientologyorganisation in Wien miterlebt, war damals deren Leitende Direktor. In rascher Abfolge wurde einerseits das Guardian Office aufgelöst, indem fast jeder Guardian-Mitarbieter zur sogenannten „Unterdrückerischen Person“ erklärt wurde, andererseits wurde jede Organisation von Sea Org-Mitarbeitern „besucht“ und alles Geld, das irgendwo gefunden wurde, „beschlagnahmt“ – was letztendlich der Sinn der Ernennung des Finance Dictators von Scientology war.
Darüber hinaus wurden alle führenden Mitarbeiter sogenannten SecChecks (Sicherheitsüberprüfungen) unterzogen, die folgendermaßen abliefen: Bis zu 5 militärisch gewandete Sea Org-Mitglieder bauten sich vor dem scientologischen Lügendetektor E-Meter auf, stellten teilweise brüllend immer wieder die gleichen Fragen – was man “verbrochen”, heimlich gedacht usw. hatte – und ließen von ihrem „Tun“ erst nach Stunden ab. Dabei ging es nicht um eventuelle Antworten, diese standen mehr oder weniger fest: gab es im Leben des „Befragten” etwas, das vielleicht zu Kamalitäten mit der Außerhalb-von-Scientology-Welt und dabei vor allem Polizei und Gerichten führen könnte, wurde er zum Unterdrücker erklärt, gab es nichts zu finden, wurde er sicherheitshalber zum Freeloader erklärt, d.h. er wurde quasi gekündigt. Später bezeichnete man diese Art des Verhörs als Gang-SecCheck. Ich „absolvierte“ mein Verhör in Kopenhagen, da ich ja der Chef war und daher nach „oben“ befohlen“ wurde – und hatte „Glück“: ich wurde nur zum Freeloader erklärt, konnte als sogenannter „Public“ weitermachen, der Kurse, Auditing usw. belegen durfte – natürlich nachdem er zuvor bezahlt hatte.
Um das „Ergebnis“ am Beispiel Wien zu illustrieren: vorher waren es über 80 Mitarbeiter, nach der „Verhör-Tour“ blieben 13 über. Ähnlich sah die Situation bei den Publics aus – eine Freie Zone entstand, sozusagen ein zweites Scientology, nachdem sich die Hinausgeworfenen selbständig gemacht hatten.
Den Sinn und Zweck der „Übung“ durchblickte ich erst Jahre später: Scientology sollte neu gegründet werden und jeder Mitarbeiter, der entweder in illegale Aktionen verwickelt war, was bei fast jedem Mitarbeiter des Guardian Office zutraf oder dem alten Hubbard-System anhing, wurde entfernt. Danach entstand eine verschlankte Scientology-Version, die das ist, was sie bis heute ist: ein paramilitärisch geführter Geheimdienst, dessen „Geschäftsmodell“ aus einer Sekte besteht.

Organigramm mit Department 20, „Department of Special Affairs“ – (von oben:) Mike Rinder, Kurt Weiland, Jürg Stettler …

Dem danach neu gegründeten Büro für Spezielle Angelegenheiten (Office of Special Affairs – OSA – auf dem Scientology-Organigramm spricht man eigentlich vom Department of Special Affairs, Dept. 20) kam dabei eine Schlüsselrolle zu. Neben der ausgelagerten Finanzfunktion (CST usw.) wurden alle anderen „Dienste“ des alten Guardians Office übernommen und lediglich neu interpretiert.
In Bezug auf die Investigations Section wurde die Schmutzarbeit, die zuvor intern erledigt wurde, an Privatdetektive oder ehemalige Guardians Office-Mitarbeiter – die musste man nicht extra einschulen oder anweisen – ausgelagert. Dies geschah bzw. geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Legal Section, die in erster Linie von Anwälten wahrgenommen wird – bei beiden Sektionen wird lediglich die Führung und Koordination durch Scientology selbst gemacht.
Die Public Relations wird hausintern erledigt, wobei dies auch relativ ist: denn Investigation und Legal sind bei jeder PR von Scientology nicht weit, um ihren „Beitrag“ zu liefern, wenn es so gar nicht gelingt, positives Echo zu erzielen – und das ist z.B. im deutschsprachigen Raum eher unwahrscheinlich.
Vom Personal her wurde OSA jahrelang vom Österreicher und Guardian Office-Überbleibsel Kurt Weiland und danach bis 2007 von Mike Rinder geführt. Im deutschen Sprachraum ist mittlerweile ein weiterer „Guardian Office-Veteran“ federführend: Jürg Stettler, der u.a. als „Scientology-Präsident Schweiz“ oder „Scientologysprecher“ auftritt. Seit der Flucht von Mike Rinder dürfte David Miscavige das Amt „interimistisch“ selbst innehaben und gar nicht mehr abgeben wollen. Wobei ich dies durchaus nachvollziehen kann, da Scientology mit dem Büro für Spezielle Angelegenheiten steht und fällt.

Scientology-Anwalt Kendrick Moxon, Anwälte bei der „Siegesfeier“ anlässlich der US-IRS-Entscheidung hinsichtlich Steuerbefreiung 1993, Scientology-Jubelillustrierte ...

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Anwälte von Scientology, die nicht nur im Church of Spiritual Technology (CST)-Konstrukt eine entscheidende Bedeutung haben. An ihrer Spitze ein weiterer Ex-Guardian Office-Mann: Kendrick Moxon, der im Snow White-Prozess noch als nichtangeklagter Mitverschwörer geführt wurde. Wie „fruchtbar“ die Arbeit in dieser Konstellation aussieht, kann man am Beispiel „Internal Revenue Service (IRS) vs. Scientology“ nachvollziehen. Die Steuerbehörde wollte umgerechnet über eine Milliarde an Steuernachzahlungen – Scientology bzw. das Büro für Spezielle Angelegenheiten drehte den Spieß um: dabei konnte die Investigation Section einerseits auf die Ergebnisse des Guardian Office zurückgreifen, das u.a. Sitzungen des IRS abgehört hatte, während Privatdetektive die leitenden IRS-Personen „untersuchten“. Fehler war es dabei sicher auch keiner, dass der Anwalt Meade Emory Assistent der IRS-Direktion war, bevor er Treuhänder von Scientology wurde. Die Legal Section unter Führung von Kendrick Moxon initierte nun bis zu 2.500 Verfahren gegen den IRS, während die Public Relations Section die IRS Whistleblower ins Leben rief, um derart zu weiteren Schwachstellen des IRS zu gelangen.
Das Ergebnis ist bekannt: Unter diesem Frontalangriff des Büro für Spezielle Angelegenheiten knickte die amerikanische Steuerbehörde ein, verzichtete nicht nur auf die eine Milliarde, sondern beließ es bei 12 Millionen Dollar und gewährte Scientology darüber hinaus den angestrebten Titel einer „steuerbefreiten und gemeinnützigen Religionsgemeinschaft“.
Das Zustandekommen dieses „Abkommens“ ist bis heute nicht wirklich geklärt – z.B. könnten Marty Rathbun, damals rechte Hand von Miscavige, und Mike Rinder einiges dazu sagen, da sie mittlerweile die Seiten gewechselt haben, tun es aber nicht.
Und so kann man nur vermuten und Puzzlesteinchen zusammentragen.

Originaldokument der als „Highly Confidental“ gekennzeichneten OSA-Network-Order 9 vom 5. Februar 1988, „Definition des Geheimdiensts“ - „Trainingsroutine Lüge – TR-L“ ...

Eine Vermutung, die ziemlich realistisch ist: die Investigation Section von Scientology hat sehr gute Arbeit geleistet. Ganz so, wie es L. Ron Hubbard vorgegeben und David Miscavige in der Highly Confidental OSA-Network-Order 9 vom 5. Februar 1988 veröffentlich hat – es geht in diesem Puzzlestein um die Definition des Geheimdiensts: „Eine geheimdienstliche Aktivität besteht darin, den eigenen Kommandobereich über die Pläne, Charakteristiken und Verbrechen der Gegner zu informieren. Dies dient den eigenen Aktivitäten und Absichten.“
Wenn man jetzt einen OSA-Mitarbeiter, z.B. Jürg Stettler oder Sabine Weber, in Bezug auf diese bis heute gültige OSA-Network-Order fragen würde, wäre das Ergebnis folgendermaßen: sie würden alle bestreiten, wie sie das auch in Bezug auf andere Dinge tun. Trainiert wurde das – und wird wahrscheinlich noch immer – im Rahmen der Übung Trainingsroutine Lüge – TR-L. Sinn und Zweck der Übung: Jemanden – ganz genau: einen Mitarbeiter des Büro für spezielle Angelegenheiten – darin zu trainieren, überzeugend eine falsche Aussage zu tätigen.
Und nachdem ich meine Pappenheimer und ihre “Vergesslichkeit” kenne, ein Ausschnitt aus den aktuellen Ausbildungsunterlagen zur Gedächtnisauffrischung …

Fotos: Scientologypublikationen (8), Express.de/dpa, Wikipedia

Der geheime Geheimdienst von Scientology – zehnter Teil …

David Miscavige, L. Ron Hubbard, Norman Starkey (von links) in den 80er-Jahren ...

Durch die Verurteilung nahezu der gesamten Guardian Office-Führung herrschte Aufregung im Scientologyreich. L. Ron Hubbard leitete die Sekte aus dem Untergrund und nutzte die Gelegenheit, Scientology neu zu strukturieren.
Dabei darf man etwas ganz wesentliches nicht vergessen: Das Guardian Office war nicht nur für Geheimdiensttätigkeiten und Rechtliches, sondern über dessen Bureau 4 für die Finanzen generell und in jeder Organisation zuständig – und dass diese reichlich in Richtung Hubbard sprudelten.
Zwei Personen spielten bei dieser Umstrukturierung eine tragende Rolle: David Miscavige und Norman Starkey. Es waren zwar zwischenzeitlich auch einige andere – hier wären auf jeden Fall Annie und Pat Broeker zu erwähnen, die Hubbard sogar als seine Nachfolger auserwählt hatte -, aber Miscavige und Starkey „exekutierten“ in den nächsten Jahren jeden, der ihnen im Weg stand oder hinderlich war.
Hubbard war gesundheitlich angeschlagen, er hatte 1978/79 einen Herzinfarkt erlitten und musste operiert werden, was ihn aber nicht daran hinderte, ab 1981 „durchzugreifen“ – gleichzeitig wurde auch damit begonnen, das Guardian Office aufzulösen.
Und während Wendell Reynold interimistisch als Finance Dictator installiert wurde, war die Stunde der Anwälte angebrochen.
An ihrer Spitze der US-Anwalt Sherman Lenske, der seit Mai 1981 der Anwalt von Hubbard war, im Oktober die Author Service Inc. (ASI) installierte, im November des gleichen Jahres die Scientology Church International (SCI), im Jänner des darauffolgenden Jahres das Religious Technology Center (RTC) und im Mai 1982 die Church of Spiritual Technology (CST).
Lawrence H. Brennan, der damals Mitglied der „Sea Org“ und an diesen „Umstrukturierungen“ beteiligt war, hat dazu eine detaillierte Beschreibung geschrieben, die man hier auf Deutsch und hier auf Englisch findet …
Sinn und Zweck des Ganzen war, alles Finanzielle aus Scientology auszugliedern – und dabei vor allem die riesigen Gewinne. Wir sprechen von mindestens 300 Millionen Dollar pro Jahr – auf einer nach oben offenen Skala.

Sherman Lenske, Meade Emory, Leon Misterek, Lyman Spurlock (von links) ...

Sherman Lenske, Meade Emory und Leon Misterek waren Anwälte, Lyman Spurlock Sea Org-Mitglied – sie alle fungierten als Treuhänder für die Church of Spiritual Technology, die überdies festlegte, keine anderen Mitglieder zu haben, als eben jene Treuhänder – Treuhänder für wen?
Der CST gehören sämtliche Rechte an Scientology, die von allen untergeordneten Organisationen bei deren Verwendung bezahlt werden müssen – im Umkehrschluss: der CST gehört Scientology, da alle Scientologyorganisationen diese „Vorgaben“ Hubbards für ihre tägliche „Arbeit“ benötigen.
Die For-Profit-Aktivitäten wurden in die ASI ausgegliedert, die von Norman Starkey geleitet wurde – die ASI wiederum gehört zu 100% der CST.

Die CST tritt ihrerseits wieder als L. Ron Hubbard Library auf, wobei ihre Geschäftsadresse im wahrsten Sinne des Wortes ein Briefkasten war: Mailbox 162, Village Mail Call, 419 Larchmont (Foto).

Davon unbeeindruckt strukturierten man Scientology um – und zwar folgendermaßen: die Church of Spiritual Technology (CST) vergab an das neu gegründete Religious Technology Center das Recht, im Namen von Scientology aufzutreten und die CST-Rechte zu verwenden – mit der Einschränkung, dass die Church of Spiritual Technology dies jederzeit für 100.000 Dollar wiederrufen kann, wenn die Geschäfte schlecht gingen.
Dem Religious Technology Center steht bis heute David Miscavige vor.
Darunter war die Church of Scientology International angesiedelt, in der sämtliche Führungskräfte von Scientology untergebracht waren, und darunter die verschiedenen Organisationsformen von Scientology, die seit 1993 steuerbefreit ihrer „Tätigkeit“ nachgehen können.
Daneben agierte noch die Author Services Inc. von Starkey, die kommerziell auftrat.
Damit war der Weg des Geldes geebnet und die Besitzverhältnisse verschleiert – bis heute ist es unbekannt, für wen Lenske, Emory, Misterek und Spurlock Treuhänder sind und wem Scientology damit wirklich gehört. Nach kalifornischem Recht war und ist dies in dieser Form zulässig.
Auch über die Einnahmen kann nur spekuliert werden, da die CST ihre Bücher nicht offenlegen muss – man muss sich daher mit Schätzungen begnügen, die aber auch einigen Aufschluss zulassen.
Eine Haupteinnahmequelle stellen die sogenannten Coyprightgebühren dar. Jede Organisation, aber auch jeder Scientology, der Scientology in seinem Business nutzt, muss für diese 10% und mehr seiner Bruttoeinnahmen bezahlen. Die dafür eingerichteten Organisationen – u.a. WISE (für Wirtschaftstreibende), I HELP („Scientologyberatung“), Applied Scholastics (Schulen) – fassen die Einzelpersonen zusammen und machen sie derart kontrollierbar: ob sie auch brav ihren Obulus abliefern.
Eine weitere Einnahmequelle sind die Bücher, CDs und DVDs von Hubbard, die ständig neu aufgelegt und die von jedem Scientologen mehrfach besessen werden – und dies bei überhöhten Preisen.
Weiter werden über die IAS (International Association of Scientologists) seit Mitte der 80er-Jahre „Ehrenzeichen“ vergeben, die auf Spenden beruhen, die im Einzelfall bis zu 15 Millionen Dollar ausmachen können.
Noch unklarer ist, wer bei diesem „Spiel“ wirklich die Fäden gezogen hat: war es Hubbard selbst oder war es anfangs Starkey, der dann von Miscavige entmachtet wurde oder doch alle drei?
Hubbard hatte zuletzt Annie und Pat Broeker zu seinen Nachfolgern ernannt, die ihrerseits wiederum nach Hubbards Tod „eliminiert“ wurden – Hubbard hatte es geplant, den Schlussakt schrieben dann ganz sicher Miscavige und Starkey, wobei es Letzterer vielleicht auch nicht „überlebt“ hat. Diktatoren treten selten zu zweit auf.
Soweit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Post-Guardian-Office-Ära, mehr zu den anderen „Aufgabenverteilungen“ im nächsten Blog.

Norman Starkey, David Miscavige mit seiner RTC-Crew, L. Ron Hubbard in den 80er-Jahren …

Fotos: Scientologypublikationen (8),The Scientologist, Veritas (4)

Der geheime Geheimdienst von Scientology – neunter Teil …

Originaldokument der „Guardian Office“-Order 1206 bezüglich „Operation Snow White“, Mary Sue Hubbard bei ihrer Verhaftung und in der Zeit des Prozesses 1979, Gerichtsunterlagen im Fall „Snow White“ ...

L. Ron Hubbard war eigentlich im besten Rentenalter – er war 60 Jahre alt, aber wahrscheinlich gelten die Rentenversicherungsregeln bei Sektenführern nicht -, als er 1970 die Operation Snow White initiierte. Auf Snow White kam er laut seiner Aussage, da viele Aspekte des Märchens Schneewittchen auch auf die Situation von Scientology zutrafen: gab es dort eine böse Schwiegermutter und Hexe, gab es bei Scientology u.a. England als Ganzes, die INTERPOL und das US-Finanzministerium, die ihm das Leben verleideten.
Neben den „Nachstellungen“ der Behörden fand sich zunehmend auch kein Land im Mittelmeer mehr, das die „Sea Org“-Schiffe willkommen hieß. Dazu kam, dass Ende 1972 der Bericht von Sir John Foster veröffentlich wurde, den er im Auftrag der englischen Regierung verfasste – er kam zu ähnlichen Schlüssen, wie schon Jahre zuvor der Anderson-Report in Australien – der komplette Foster-Report hier

Originaldokument der als “geheim” gekennzeichneten „Guardian Office“-Order 732 bezüglich „Operation Snow White“ ...

Hubbard reagierte darauf mit mit besagter Operation Snow White, bei der es im Wesentlichen darum ging, im Rahmen der sogenannten Snow White Operating Targets – SWOTs die Unterlagen von verschiedenen Behörden in diversen Ländern zu „clearen“, indem dieses beseitigt oder anderwärtig „korrigiert“ wurden.
Aufgelistet waren die Anrainerstaaten des Mittelmeers – Algerien, Griechenland, Italien, Marokko, Spanien, Tunesien -, Länder in Europa, in denen eine Scientology-Organisation eröffnet worden war – Belgien, Dänemark, Deutschland (damals noch: West-Deutschland), Frankreich, Holland, Schweden – und natürlich England und die USA. Die einen bekamen die Operationen Stepmother und Witch verpasst, die USA Operation Hunter. INTERPOL erhielt eine eigene Operation: Lantern – Laterne.
Es gibt verschiedene Guardian Office-Order aus den Jahren 1973 und 1974, man kann aber davon ausgehen, dass außer dem Produzieren von einigem Papier noch nicht sehr viel geschah – vielleicht dass einige „Aktionen“ in England gesetzt wurden, wo sich das Land-Hauptquartier des Guardian Office befand und gleichzeitig „die böse Schwiegermutter und Hexe agierte“.

Die „Snow White"-SWOTs von Deutschland, Holland, Schweden, Dänemark, Belgien, Österreich, Griechenland, Algerien, Tunesien und den USA ...

Weitere „Snow White"-SWOTs von INTERPOL, nochmals Deutschland, wo im SWOT „Coal“ beschrieben wird, wie man in Bezug auf Deutschland den Genozid bzw. Judenverfolgung verwenden kann und soll, sowie der EU-Kommission ...

Dies änderte sich erst, als die Sea Org Ende 1975 in Florida und danach an der Westküste der USA ihr neues Land-Hauptquartier aufschlug.
Hubbard hatte im Laufe des Jahres 1975 einen Schlaganfall erlitten, lebte inkognito und neben englischen wurden vermehrt US-„Ziele“ anvisiert: vor allem das Internal Revenue Service (IRS – amerik. Steuerbehörde) und INTERPOL. Aber es sollten letztendlich allein in den USA über 100 Behörden sein, die unterwandert wurden, indem sich z.B. Scientologen anstellen ließen, um an Dokumente zu gelangen oder Abhörvorrichtungen anzubringen.
In den USA wurde die Liste jener Behörden, die unterwandert werden sollten, ständig erweitert: Drug Enforcement Administration (DEA), U.S. Coast Guard Intelligence Service, National Institute of Mental Health, Amercian Mediacal Association, Department of Justice und natürlich neben dem U.S.-Departement of the Treasury auch Auslandsniederlassungen des IRS.
Schlüsselpersonen waren dabei Geralde Wolfe und Michael Meisner, die neben dem IRS auch in die Büros des US-Staatsanwaltes, dem District of Columbia Police Department und der Food and Drug Administration einbrachen, Dokumente kopierten und entwendeten.
1976 wurden Wolfe und Meisner unter US-Anklage gestellt, da sie bei einer ihrer „Touren“ vom FBI gestellt worden waren und am 8. Juli 1976 veranlasste das FBI eine Razzia in den Scientology-Organisationen in Los Angeles und Washington. Allein in Los Angeles waren 156 FBI-Agenten 21 Stunden damit beschäftigt, einen „16-Tonner“ mit beschlagnahmten Dokumenten zu beladen. Im Zuge dessen wurden auch die Unterlagen der anderen Guardian Office-Operationen beschlagnahmt – und bekannt.
Meisner flüchtete mehrmals, stellte sich letztendlich aber den US-Behörden als Kronzeuge zur Verfügung.
Und jetzt beginnt der eigentliche Kriminalfall. Bis dahin war es das immer “gleiche” Vorgehen des „Guardian Office“ gewesen – Einschleichen, Annehmen einer falschen Identität, Diebstahl von Dokumenten, Abhöraktionen -, jetzt waren die Gerichte an der Reihe, dies zu ahnden.
Und was taten sie?
Am 20. Juli – also nur 12 Tage nach der FBI-Razzia – ordnete der Richter eines Gerichtes in Washington an, dass die beschlagnahmten Dokumente an Scientology zurückgegeben müssen – die Anwälte Scientologys hatten darauf bestanden, da sie sich auf eine Anhörung am 8. August vorbereiten mussten und diese daher benötigen. Der Richter folgte dieser Argumentation. Des Weiteren ordnete er an, dass nur die untersuchende Behörde Akteneinsicht haben soll und keine andere Behörde dies tun dürfe.
Ein anderer Richter urteilte am 27. Juli, dass der Durchsuchungsbefehl des FBI generell zu weit gefasst war und die Rechte von Scientology gemäß dem vierten Zusatz der US-Verfassung verletzte – dieser Verfassungszusatz garantiert das verbriefte Recht des amerikanischen Bürgers vor staatliche Übergriffen geschützt zu sein.
Die Scientology-„Maschine“ lief auf Hochtouren und daher war es kein Wunder, dass man sich auf einen plea deal verständigte: Zwischen Anklägern und Verteidigern wurde vereinbart, dass sich die Angeklagten für schuldig erklärten und dafür eine mildere Strafe bekamen.
Ende 1979 wurden Mary Sue Hubbard, Cindy Raymond, Gerald Wolfe, Henning Heldt, Duke Snider, Gregory Willardson, Richard Weigand, Mitchell Herman, Sharon Thomas, Jane Kember und Mo Budlong zu fünf Jahren Haft verurteilt.
L. Ron Hubbard wurde so wie Kendrick Moxon vom US-Ankläger als nichtangeklagter Mitverschwörer genannt – Hubbard ging daraufhin in den Untergrund, während Moxon unter Miscavige zum Scientology-Anwalt aufstieg.

Fazit: Bis auf die USA und Kanada wurden nirgends die Auswirkungen bzw. „Aktionen“ von Snow White untersucht, geschweige denn angeklagt.
Aber selbst in den USA wurde Operation Snow White nie wirklich gerichtlich in seiner ganzen Tragweite untersucht und geahndet. Ich weiß schon, dass es nicht einfach ist, sich mit Scientology auf Gerichtsebene auseinanderzusetzen – das Gericht in Frankreich kann derzeit das Lied von den „10 kleinen Negerlein“ singen, die sich alle in Luft auflösen: von den ursprünglich 6 Klägern blieb genau keiner übrig. Alle hatten sich mit Scientology außergerichtlich „geeinigt“. Aber im Gegensatz zu den USA verfolgend die Behörden in Frankreich die Causa seit über 10 Jahren konsequent.
Und: Indirekt waren die USA und ihre Justizbehörden auch Wegbereiter von David Miscavige, der in den folgenden Jahren die Macht an sich riss und sowohl IRS als auch INTERPOL 1993 doch noch in die Knie zwingen sollte – seitdem hat die ganze Welt das Problem Scientology in seiner vollen Tragweite!

Anfang der 80er-Jahre: David Miscavige (im Kreis), der damals 22 oder 23 Jahre alt war, mit den Führern von Scientology (von links): Warrant Officer Spurlock, Captain Yager, Commander Miscavige, Commander Norman Starkey, Commander Marlowe, Captain Lesevre, Commander Mithoff ...

Fotos: Scientologypublikationen (3)