Die sonntägliche Betrachtung von Scientology – 20. Woche 2013: Umfangreiche Nachlese zum Portland-Skandal, NARCONON, DER SPIEGEL, Stacy’s Law, Rock Center, Sea Org, Anonymous, Tankstellen-Business, OSA und …

Daily Mail: Links das Scientology-Photoshopping, rechts die Wirklichkeit ...

Daily Mail: Links das Scientology-Photoshopping, rechts die Wirklichkeit …

Scientology-Photoshopping: Die Topmeldung der abgelaufenen Woche betraf zweifellos das betrügerische Photoshopping von Scientology, als die Sekte ihre Anhängerschaft bei der Eröffnung der Portland-Organisation am 11. Mai 2013 um das Vierfache „mutierte“ – statt rd. 600 waren es plötzlich 2.500 …

Die englische Daily Mail berichtete darüber – und musste den Artikel mittlerweile wieder entfernen. Scheinbar waren die Anwälte von Scientology besser als ihre Grafiker – sozusagen In Memoriam ein Bildmotiv des gesperrten Daily Mail-Artikels

Der Standard aus Österreich hält derweil die „Print-Stellung“ und Yahoo brachte ein Video dazu …

Aber nochmals zum Photoshopping-Betrug von Scientology: ESMB (Ex-Scientologist-Message-Board) hat einige Personen „gefunden“, die Scientology in ihr Bild photoshopped hat – hier nochmals die Ausgangsbasis, das Photoshopping-Bild von Scientology mit den durchnummerierten Personen …

19052013 02 Scientology Original-Photoshopping

Hier dann, wo diese Personen in Wirklichkeit „herkamen“ …

19052013 03 Scientology Woher die Leute kamen 1

19052013 04 Scientology Woher die Leute kamen 2

Eine höher auflösende Version der Bilder findet man auf ESMB

Mark Bunker (Xenu-TV) war bekanntlich auch vor Ort und filmte, was er filmen konnte …

In einer längeren Fassung führte Bunker ein Gespräch mit einer Scientologin in Portland …

Mark Bunker drehte aber nicht nur rund um die Portland-Eröffnung, sondern war zum Thema auch in einigen Radiosendungen zu Gast – z.B. in Terry Boyd’s World

Und in der Lars Larson Show

Der Vollständigkeit halber noch das Bunker-Video mit der Rede von David Miscavige in Portland – man versteht so gut wie nichts und sie ist eher für Lippenleser geeignet, da „man“ bei Miscavige den Ton leiser gedreht hat. Aber man kann davon ausgehen, dass er nur den üblichen Scientology-Sermon heruntergebetet hat … ;-)

Zwischendurch musste sich Mark Bunker auch mit John Allender auseinandersetzen. Allender, OT VIII und ein verhaltensauffälliger „Pitbull“ von Scientology, wollte Bunker vom Filmen abzuhalten – in letzter Instanz, indem er versuchte, der Kamera Bunkers habhaft zu werden. Es gibt kein Bildmaterial der Attacke, da Bunker gerade Miscavige filmte, aber akustisch bekommt man mit, was abging …

In den „Drehpausen“ fiel Mark Bunker ein Flyer in die Hände, in dem Scientology allen Ernstes behauptet, aus Portland die “erste Scientology-Stadt machen zu wollen” – nur Werbung oder steckt eine Plan dahinter?

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Portland Flier Innen

Jeff Hawkins, Ex-Sea Org-Mitglied, war ebenfalls anwesend und drehte auch ein Video …

OTVIIIisGrrr8 wiederum machte einen Vorschlag für zukünftige Veranstaltungen von Scientology: Man sollte Dummies einsetzen …

19052013 03 OTVIIIisGrrr8 crowds-1

Nett bekleidet würden sie eine würdige Kulisse für das Geschwafel von Sektenchef David Miscavige abgeben und auch keine Skandale verursachen …

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Und obwohl OTVIIIisGrrr8 darauf hinwies, dass man derart die Teilnehmerzahlen bis zu unglaublichen 25 Millionen hochschrauben könnte und die „Besucher“ durchaus dem Emotionsniveau eines durchschnittlichen Scientologen entsprachen, kam von Sektenchef David Miscavige keine Reaktion auf diesen Vorschlag …

David Miscave, der etwas lädiert aus dem Anzug blickte …

David Miscave, der etwas lädiert aus dem Anzug blickte …

NARCONON Gulf Coast: Diesbezüglich gibt es eine neue Klage zu vermelden. Heidi und Nathaniel Gore verklagten NARCONON Gulf Coast – Grund der Klage: Ihnen gegenüber wurde der Umstand verschwiegen, dass NARCONON zu Scientology gehört, während ihnen 40.000 Dollar abgenommen wurden. Als sie dies herausfanden und das „Programm“ beendeten, wurde ihnen versprochen, dass sie ihr Geld zurückerhalten würden, was nie geschah. Hier die Klagschrift …

Und als PDF

NARCONON Georgia: DER SPIEGEL und FOCUS brachten diese Woche Berichte dazu. DER SPIEGEL schrieb unter der Überschrift „Sturm auf die Festung Scientology“ u.a.: „Es war Ende April, ein Freitag, als die Ermittler am frühen Morgen vor der Entzugsklinik in Norcross anrückten, ein kleiner Ort nördlich von Atlanta. Eine Razzia ist immer überraschend, diese kam aber besonders unerwartet. Das letzte Mal, dass Behörden in den USA eine mit Scientology verbandelte Einrichtung mit einem Durchsuchungsbefehl konfrontierten, ist 36 Jahre her.

Ermittler des FBI waren 1977 in Washington und Los Angeles in Büros der Sekte eingedrungen, weil sie Beweise für eine geheimdienstliche Operation gegen die Regierung der Vereinigten Staaten suchten. Der damalige Verdacht: Mitarbeiter von Scientology hätten Bundesbehörden infiltriert und Dokumente gestohlen. In Folge der Razzia wurden elf Führungskräfte der Organisation wegen Einbruchs in Regierungsgebäude, Diebstahls von Dokumenten und illegaler Abhörmaßnahmen verurteilt, darunter Mary Sue Hubbard, Ehefrau des Sektengründers L. Ron Hubbard.

Seither schienen sich Polizisten von Scientology fern zu halten, als umgebe die Organisation ein Schutzschild gegen weltliche Interventionen. Doch schon seit einiger Zeit ermitteln Beamte gegen Narconon Georgia, die Klinik außerhalb von Atlanta.“

Hier der ganze SPIEGEL-Artikel

Stacy’s Law in Oklahoma: Zum neuen Gesetz rund um die Zulassungsbedingungen von Einrichtungen in wie NARCONON beschäftigte sich der Sender KJRH mit der Thematik …

19052013 06 Rock Center Brian Williams Quelle Huffington Post

Aus für Rock Center: Die Huffington Post berichtete, dass NBC ihr Format Rock Center mit Brian Williams (Foto) einstellt. Keine Ahnung warum, aber die Berichterstattung rund um NARCONON war exzellent. Hier zwei Beispiele dafür …

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Sea Org-Werbung: Tony Ortega brachte bei seinen Sunday-Funnies ein Werbesujet (Foto oben) der paramilitärischen Sea Org, das richtig zahm daherkommt, wenn man an den Background dieses „Militärordens“ denkt. Zuvor präsentierte man sich „zünftiger“ …

19052013 08 SeaOrg Photoshopped

Uups, jetzt wird doch nicht der pöse, pöse Photoshopping-Dämon beim Text zugeschlagen haben?

Anonymous gegen Scientology: Bei den monatlichen Protestveranstaltungen ist zunehmend Kreativität zu sehen – so z.B. am 11. Mai 2013 in Frankfurt …Anonymous gegen Scientology: Bei den monatlichen Protestveranstaltungen ist zunehmend Kreativität zu sehen – so z.B. am 11. Mai 2013 in Frankfurt …

19052013 10 Frankfurt

Oder am gleichen Tag in Berlin, wo ein Dance Mob stattfand …

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Tankstellen-Business: Nachdem sich bei Scientology Fiasko an Fiasko reiht, wurde OTVIIIisGrrr8 der Entwurf einer Tankstelle zugespielt, die in Kombination mit einer „Idealen Org“ von Scientology bzw. deren Sea Org betrieben werden soll …

The End: Zum Abschluss der heutigen Betrachtung ein Video, das einen Scientologen zeigt, der gerade „Bananas“ geht und Anti-Scientology-Demonstranten attackiert …

Einer geht doch noch: Ein Fundstück aus dem Internet, das veröffentlich werden wollte …

Piss auf OSA

Womit ich auch diesen Sonntag beim Wort zum Sonntag angelangt wäre: “Ich finde, dass man dem Komplex rund um Scientology, RTC, IAS und wie sie alle heißen mögen, ganz dringend jede rechtliche Basis entziehen sollte – es gibt schon genug Menschenverachtendes bzw. Kriminelles auf der Welt!”

Fotos: Scientologypublikationen (5), Daily Mail, Screenshot, OTVIIIisGrrr8 (4), Huffington Post

Der Supreme Court in Kalifornien wies die Scientology-Berufung zurück, nun ist das US-Höchstgericht am Zug …

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Der Ablauf des Gerichtsprozesses zwischen Laura DeCrescenzo und Scientology sieht im Moment wenig spektakulär aus, Eingabe folgt auf Eingabe, Berufung auf Berufung – Papierkrieg eben.

Die Konsequenzen, die für Scientology daraus erwachsen könnten, würden es aber umso mehr sein!

Konkret geht es im Moment um das Priesterprivileg bzw. das Beichtgeheimnis, das Scientology für sich in Anspruch nehmen möchte bzw. nimmt. DeCrescenzo verlangte nämlich im Prozessverlauf die Herausgabe ihrer sogenannten „PC-Folder“*, in denen alle Auditingschritte aufgezeichnet sind und die Auskunft darüber geben könnten, was ihr in Scientology widerfahren ist.

Scientology möchte diese Informationen natürlich nicht herausrücken, beruft sich auf das angesprochene Priesterprivileg bzw. Beichtgeheimnis und berief dagegen bis zum Supreme Court in Kalifornien, der das Ansinnen von Scientology vergangenen Freitag kommentarlos abwies und den Fall wieder an den Los Angeles Superior Court zurückverwies.

Damit war wieder Richter Ronald M. Sohigian am Zug, der Scientology vorgestern eine Frist bis zum 2. Juli 2013 einräumte, um die „PC-Folder“ bzw. Informationen daraus dem Gericht vorzulegen – hier der Blog von Tony Ortega dazu.

Bevor der State Supreme Court diesen Schritt setzte, gab es einigen Schriftverkehr, als das Gericht einige Fragen dazu stellte – hier die Antwort von Laura DeCrescenzo und hier jene von Scientology …

CoS Informal Reply State Supreme Court

Was macht den Fall so brisant?

Es geht um etwas ganz Elementares bei Scientology: Das scientologische „Auditing-Ritual“ und die dabei geführten Aufzeichnungen. Die mit Hilfe des Scientology-„Hilfsgeräts“ E-Meter geführten “Analyse”- bzw. Verhörsitzungen werden akribisch aufgezeichnet und in sogenannten „PC-Foldern“ verwahrt …

Auditingraum von Scientology ...

Auditing-Konstellation” von Scientology …

Scientology behauptete nun, aufgrund des „Priesterprivilegs“ – Scientology firmiert in den USA als Kirche – und des damit verbundenen „Beichtgeheimnisses“, die Folder nicht herausgeben zu können, da dadurch dieses „Beichtgeheimnis“ verletzt werden würde. Scientology betonte auch, dass die „PC-Folder“ geschützt aufbewahrt werden und nur Scientology-„Geistliche“ darauf Zugriff hätten.

Diesbezüglich zwei nette Videos, die eine andere Sprache sprechen, was deren „Sicherheit“ betrifft. Zu sehen ist dabei eine Tour durch das Archiv der „PC-Folder“, wobei es sich eindeutig um keine Scientology-„Geistlichen“ handelt, die mit ihnen hantieren. Das Ganze ähnelt mehr einem Open House

Wenn Scientology nun die „PC-Folder“ von Laura DeCrescenzo herausgeben muss, wäre ein weiterer Präzedenzfall geschaffen, da jeder ehemalige Scientologe ebenfalls darauf bestehen könnte und derart über die tatsächlichen Verbrechen innerhalb von Scientology genügend Beweismaterial hätte!

Demensprechend kündigte Scientology vorgestern an, innerhalb der Frist bis zum 2. Juli das amerikanische Höchstgericht, den US Supreme Court, anzurufen, um dies zu verhindern.

Wird dieses „Anliegen” auch vom US Supreme Court zurückgewiesen, sind alle Rechtsmittel ausgeschöpft und Laura DeCrescenzo könnte ihre Klage untermauern. Dabei geht es u.a. darum, dass sie neunjährig in die paramilitärische Sea Org „rekrutiert“ und mit 17 Jahren zu einer Abtreibung gezwungen worden war.

Zur Erinnerung ein Video der Tampa Bay Times, Laura DeCrescenzo trug damals noch ihren Mädchennamen Dieckman …

Hier der Link dazu, falls das Video nicht funktioniert – ist auch am Blog von Tony Ortega zu sehen …

Mehr am 2. Juli 2013 …

* „PC-Folder“ steht für Preclear-Folder, die interne Akte einer Person, die Scientology-Auditing “absolviert”.

Foto: Scientologypublikation

Folgten nach dem „Photoshop”-Betrug von Scientology wieder beinharte Zensurbemühungen – etwas, wovon OSA mehr „versteht“?

14052012 Daily Mail

Gestern schrieb die englische Daily Mail noch über den „Photoshop”-Betrug von Scientology rund um die Eröffnung der Scientology-Organisation in Portland – heute war der Artikel in der Onlineausgabe wieder verschwunden!

David Miscavige und sein Office of Special Affairs (OSA – Büro für Spezielle Angelegenheiten) dürften ihre Anwälte losgeschickt haben, um den Bericht zu zensurieren – schau ma mal, wie lange es die anderen noch gibt …

Foto: Screenshot

Mittlerweile ist klar, warum Mark Bunker in Portland nicht filmen durfte: Scientology wollte keinen Mitwisser …

Retuschiertes Foto von Scientology …

Retuschiertes Foto von Scientology …

Die Scientology-Pressestelle sprach von über 2.500 Gästen bei der Einweihung der neuen Idealen Org in Portland – gemäß Tony Ortega bzw. einem Augenzeugen waren es zwischen 450 und maximal 750 Personen. Was Scientology nicht davon abhielt, die Jubelmeldung loszulassen.

„Belegt“ war das Ganze mit einigen Fotos, die eindeutig retuschiert waren – nun ist klar, warum Mark Bunker keinen guten Standplatz für seine Film- und Fotoaufnahmen bekommen sollte: Man wollte nicht, dass er eigene Bilder der Eröffnung macht!

Die tatsächliche Eröffnung sah im Bild so aus, der Scientology-Blinkwinkel ist eingezeichnet – und dabei sind neben den aufgestellten Bäumen keine Menschenmassen zu sehen (rote Linien im oberen Bild) …

13052013 2 PortlandCrowd2

Hier noch ein Foto von Mark Bunker dazu …

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Aber dann kam OSA-Photoshopping: Plötzlich waren die Bäume weg und dafür jubelnde Massen „im Bild“ …

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Auch nach hinten wurde ordentlich gephotoshopped und so kam es zur wundersamen Gästevermehrung made by Scientology …

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Dazu noch zwei tatsächliche Fotos vom Rand der Veranstaltung – man beachte die durch Bäume begrenzte Fläche …

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Für wen wohl die Sessel gedacht waren?

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Fazit: Wie man ein derartiges „Vorgehen“ nennt?

Genau.

David Miscavige, der Führer von Scientology, wurde währenddessen von Jeff Hawkins bei seiner davon unbeeindruckten Eröffnungsrede in Portland aufgenommen. Zwar ohne Ton, aber das kann in diesem Fall als Bereicherung angesehen werden …

Dazu die englische Daily Mail und Der Standard aus Österreich, denen das Scientology-Vorgehen auch nicht verborgen geblieben war …

Daily Mail ...

Daily Mail …

Fotos: Scientologypublikation (3), Anonymous (3), The Underground Bunker, Daily Mail

„Baron“ Jürg Stettler oder wie der scientologische Geheimdienst OSA mit der Wahrheit umzugehen pflegt …

Baron Stettler bei der Arbeit …

OSA-„Baron” Jürg Stettler …

Wenn jemand einen Film über Scientology produziert, muss er damit rechnen, ins Visier von Scientology bzw. OSA zu geraten und mit einer Fülle von Eingaben, „Wünschen“ und sonstigem überschüttet zu werden. Sehr beliebt ist dabei z.B. ein Interview von Scientology, um das zuerst schriftlich angesucht werden muss, um es dann nie zu bekommen – sobald der Filmbeitrag aber gelaufen ist, monieren Jürg Stettler & Co, dass sie nie die Möglichkeit eines Interviews gehabt hätten usw.

Adressaten des OSA-Lamentos sind Intendanten bis zum Rundfunkrat – „Baron“ Stettler und seine OSA-Kumpane ziehen alle Register, wobei anzumerken ist, dass die von ihnen geäußerten „Vorwürfe“ relativ rasch in sich zusammenfallen.

Ein spezielles Highlight lieferte Stettler dieses Jahr rund um den BR-Film In den Fängen von Scientology. Der Kontrovers-Beitrag war kaum gelaufen, schon gab es Post von Stettler. Seitenlang monierte er die üblichen Dinge, um dann einige bemerkenswerte Dinge „festzustellen“, die ich dem geschätzten Publikum natürlich nicht vorenthalten möchte.

Es ging im Filmbeitrag um den mysteriösen Todesfall von Konrad Aigner und die Tatsache, dass es im Zuge der Ermittlungen eine Hausdurchsuchung samt Beschlagnahmungen bei Scientology in München gab. Stettler verwies auf seine Märchenwelt und stritt die Hausdurchsuchung ab – aber lesen Sie selbst (gelb unterlegt) …

10052013 2 Stettlerstatement Hausdurchsuchung

Jürg Stettler stritt aber nicht nur die Hausdurchsuchungen ab, sondern „wies“ gleichzeitig auf einen ominösen Brandstifter hin, gegen den angeblich ermittelt wurde. Dabei hätte er nur die Ausführungen des Staatsanwaltes in der Causa Konrad Aigner lesen müssen, um sich über Zeitpunkt und Ablauf der Hausdurchsuchung zu informieren …

10052013 3 Staatsanwalt Aigner Seite 6

Auch Bildmaterial gab es zur fraglichen Hausdurchsuchung von Scientology im Beitrag von Kontrovers

10052013 4 Durchsuchung 1
10052013 5 Durchsuchung 2

Endgültig auf den Spuren des seligen Baron Münchhausens wandelte der scientologische PRO (Public Relations Officer) Jürg Stettler, als er die Verschuldung von Konrad Aigner, auf den Kauf eines Busses und nicht auf Scientology zurückführte – hier der Auszug des Stettlerschen Statements …

10052013 6 Stettlerstatement Busunternehmen

Dabei negierte Stettler völlig den Umstand, dass die beiden Scientologinnen Rosy F. und Gabi B. im Rahmen eines scientologischen Bezichtigungsrituals („Wissensbericht“) detailliert darüber Auskunft gaben, wo die zig Tausenden D-Mark verschwinden sollten: In die Kassen von Scientology, der Kauf eines Busses war dabei nur vorgetäuscht, um die Bank zu betrügen – hier der „Wissensbericht“ von Gabi B., der auch in den Akten der polizeilichen Ermittlung zu finden war …

10052013 8 KR Gabi B 12

Und der gesamte „Wissensbericht“ von Gabi B. als PDF

Und jener von Rosy F. …

10052013 7 KR Rosy F 12

Auch hier der gesamte „Wissensbericht“ von Rosy F. als PDF

Zur Auffrischung des Gedächtnisses von “Baron” Stettler der Kontrovers-Beitrag des Bayrischen Rundfunks nochmals …

Scheinbar auf den Flugspuren von Stettler wandelt mittlerweile auch sein österreichisches Pendant, Angelika Thonauer, als sich diese in einem schriftlichen Interview wie folgt äußerte: „Es gibt OSA in Österreich nicht.“

Auch hier ist man gerne behilflich, indem ich einen Ausschnitt des scientologischen Org-Boards präsentiere, wo diese Abteilung 20 jeder Scientology-Organisation und deren Name sehr leicht zu finden sein und damit Klarheit erreicht werden sollte …

10052013 9 Orgboard Ausschnitt 19 20 21

Noch Fragen?

Fotos: Fotoshopped Collection Rolf Heyne, Screenshots BR (2)

Die verdeckten Aktionen von Scientology, um neue Mitglieder zu gewinnen (Teil 2) – online und offline …

Scientology-Tarnorganisation "Youth for Human Rights" ...

Scientology-Tarnorganisation “Youth for Human Rights” …

Gallionsfigur für die Aktionen von Youth for Human Rights (Jugend für Menschenrechte) ist Mary Shuttleworth, eine Scientologin, die u.a. auch bei Applied Scholastics aktiv ist und in deren Sinne die Shuttleworth Academy und Mary’s Schoolhouse betreibt. Prominente Adresse: L. Ron Hubbard Way in Los Angeles.

Von Scientology wurde Mary Shuttleworth für ihre „Aktionen“ mit der „Freiheitsmedaille“ ausgezeichnet …

Aber wieder zurück zu den Menschenrechts-Aktivitäten von Scientology: Eine Verbindung zwischen Youth for Human Rights (YHR) und United for Human Rights (UHR) ist gar nicht so leicht zu finden. Man muss schon Who-is bemühen, um auf YHR zu stoßen …

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Auf der YHR-Seite ist es dann eindeutiger: Man findet zwar auch dort nur eine Foundation for Religious Tolerance und einen Doug Johnson, aber neben der eindeutigen Zuordnung als Scientology-Ableger, ist auch die Adresse eindeutig: 1332 L. Ron Hubbard Way, Los Angeles.

09052013 3 Whois Youth for Human Rights

Man ist also bei Youth for Human Rights gelandet – finanziert, organisiert und „geleitet“ von Scientology. Wobei dies nicht ganz stimmt. „Geleitet“ werden sämtliche Aktivitäten vom Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA), das dafür eine eigene Abteilung hat: die Social Reform Section (früher: Social Coordination) …

09052013 4 Youth for Human Rights

Im deutschsprachigen Raum werden die amerikanischen Scientology-„Anstrengungen“ rund um Jugend für Menschenrechte nur sehr lückenhaft umgesetzt: Scientology in Deutschland hat sich an die internationale Version angekoppelt, in der Schweiz findet man eine Bastelversion, lediglich Österreich betreibt eine eigenen Webauftritt zum Thema …

09052013 5 Jugend für Menschenrechte Österreich

Dabei springt die Anbiederung an die tibetische Gemeinde in Österreich ins Auge – die österreichische Sektion scheint sie unter der Führung von zwei strammen Scientologen (Mag. Fritz Sch und Angelo K.) als Ziel auserkoren zu haben.

Aber wie gesagt: Das Hauptaugenmerk liegt auf den US-Aktivitäten, in Europa findet lediglich ab und an eine „Menschrechtsdemo“ der Scientologen statt. Trotzdem sollte man die vereinzelten „Anstrengungen“ nicht aus den Augen lassen.

Hier noch das Plakat zu einer US-Veranstaltung von Youth for Human Rights vom Ende des Vorjahres …

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Und das Foto einer „Aktion“ von Mary Shuttleworth, das Scientology intern die Geldbörsen für weitere Spenden öffnet …

09052013 7 Mary Shuttleworth in Action

Warum engagiert sich Scientology nun bei diesen Menschenrechtsaktionen, die ja an sich durchaus berechtigt sind?

Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend: Einerseits „haben“ die Mitglieder dadurch das Gefühl, etwas Richtiges tun, auf einem guten und richtigen Weg für die Menschheit zu sein und andererseits versucht Scientology damit eine Re-Positionierung. Das Eintreten für Menschenrechte ist von der Gesellschaft anerkannt. Es ist ein alter Marketingtrick, wie ihn u.a. auch schon die Mafia anwandte: Tue Gutes und sprich darüber – damit hofft man, vom Negativen abzulenken.

Die Scientology-Mitglieder fühlen sich bestärkt, öffnen ihre Geldbörsen und neue Mitglieder lassen sich von dieser „guten“ Gruppe auch noch gewinnen – der tatsächliche Sklavenhandel wird verschleiert …

Fotos: Scientologypublikationen (3), diverse Screenshots

Ein Prozess ist in einer entscheidenden Phase, ein weiterer kommt dazu und die Untersuchung von NARCONON wird ausgeweitet …

Supreme Court Kalifornien ...

Supreme Court Kalifornien …

Konkret geht es um den Prozess Laura DeCrescenzo vs. Scientology. Aber machen wir zuerst einmal einen Blick auf die Rahmenbedingungen in Amerika, die bei diesem Prozess, aber auch bei anderen, von Bedeutung sind: In den letzten 20 Jahren war Scientology in den USA faktisch unantastbar und erfreute sich einer breiten Unterstützung in Politik und Show-Business. Ausgelöst wurde dies durch das IRS-Abkommen aus dem Jahr 1993, in dem Scientology „Gemeinnützigkeit“ unterstellt wurde. Tom Cruise, Bill Clinton usw. traten mehr oder weniger für Scientology ein und weltweit „agierten“ US-Botschafter im Sinne von Scientology. Vergessen war die ursprüngliche „Sektengebarung” und die damit verbundenen „Aktivitäten“ des scientologischen Geheimdienstes, der zuvor Guardian Office (GO) hieß und dann flugs in Office of Special Affairs umgetauft wurde, nachdem die GO-Elite nahezu geschlossen ins Gefängnis wanderte. Unter ihnen auch die Ehefrau von Hubbard, Mary Sue – der Meister himself ging in den Untergrund.

Danach tauchte David Miscavige als sein Nachfolger auf und „schaffte“ das IRS-Abkommen, das eine „Wiedergeburt“ von Scientology einleitete. 2008 begann das Image von Scientology zu bröckeln und Jahr für Jahr wurden die Löcher größer. Im Moment sieht es so aus, dass ganze Gebäudeteile einstürzen könnten, wenn u.a. der DeCrescenzo-Prozess aus Sicht von Scientology verloren geht. Dabei geht es nicht nur darum, ob Scientology wegen erzwungener Abtreibung, permanenter Überwachung, Einkerkerung, dem Nichterhalt einer schulischen Ausbildung und einer erzwungenen Arbeitszeit von 100 Stunden/Woche verurteilt werden würde, sondern der Prozess steht im Moment einer ganz elementaren Frage gegenüber: Der Richter des Los Angeles Superior Court hat die Herausgabe der sogenannten „PC-Folders“ angeordnet – und damit wäre Scientology gezwungen, dokumentierten Einblick in ihre bizarre Welt zu geben.

Scientology wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, wohlwissend, dass es damit ans Eingemachte gehe würde und berief in letzter Instanz beim kalifornischen Supreme Court gegen die Anordnung des Richters – hier die Petition von Scientology …

Scientology CA Supreme Court petition

Es bleibt nun abzuwarten, wie die Damen und Herrn Höchstrichter entscheiden werden …

Aber selbst wenn sie dem Erstgericht folgen würden, bleibt noch eine Hürde bestehen: Die unzähligen PC-Folder von Laura DeCrescenzo würden eine Zusammenfassung der anderen Art bieten und vor allem jede Menge an Beweisen – wenn man sie denn verstehen würde.

Das ist er nämlich, der springende Punkt: Man müsste das Scientology-Kauderwelsch lesen und verstehen können, um das nachvollziehen zu können, was DeCrescenzo und anderen Scientology-Mitgliedern in der Psychosekte „zugestoßen“ ist!

Trotzdem wäre ein Präzedenzfall geschaffen und vielleicht gibt es ja in Los Angeles einen „Scout“, der sich beim “Gehaben” von Scientology auskennt und das Gericht „leitet“.

Hier noch der Blog von Tony Ortega mit weiteren Details dazu …

Scientology-Organisation in Salt Lake City (Utah) ...

Scientology-Organisation in Salt Lake City (Utah) …

Ein noch komplexerer Fall ist derweil in Utah gerichtsanhängig: Carol Bee und Brian Bagley verklagten Barry and Kimberly Hunter, die mit ihrer Investmentfirma einen lupenreinen Konkurs hinlegten, Bee und Bagley dabei finanziell schädigten.

Die Hunters sind Scientologen. Dazukommt, dass sie und weitere Personen in dieser Geschichte auch direkt oder indirekt in leitender Position mit Scientology verbunden – Bee und Bagley verklagten folgerichtig auch Scientology.

Hier die Klage von Bee und Bagley …

Bee Bagley Amended Complaint

Auf dem Blog von Tony Ortega gibt es noch weitere Dokumente und Details dazu …

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Rund um NARCONON in Georgia wurde mittlerweile die bisherige Anklage wegen Versicherungsbetrugs ausgeweitet: Kreditkartenbetrug kam hinzu, da in mehreren Fällen diese von Scientology „aktiviert“ wurden, ohne dass die Besitzer der Kreditkarten davon etwas wussten.

Auch dazu mehr im Blog von Tony Ortega

Fotos: The Underground Bunker (3)

Die verdeckten Aktionen von Scientology, um neue Mitglieder zu gewinnen (Teil 1) – online und offline …

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Der Verfassungsschutz in NRW wies vor Kurzem darauf hin, dass Scientology verstärkt im Internet versucht, neue Mitglieder zu werben – hier zwei Artikel in der WAZ und der Berliner Kurier dazu …

Betrachtet man das Szenario, dann stellt man fest, dass Scientology schon seit einigen Jahren sehr umtriebig im Social Web ist. Vor allem rund um ihre Tarnorganisationen Jugend für Menschenrechte (Youth for Human Rights), Sag Nein zu Drogen, Anti-Psychiatrie-Kampagnen und Der Weg zum Glücklich sein (The Way to Happiness) versucht(e) Scientology immer wieder „kreative“ Aktivitäten zu entfalten.

Wobei man dazusagen muss, dass ihre dementsprechenden Anstrengungen vor allem im deutschen Sprachraum von eher bescheidenem Erfolg sind, was z.B. Aktivitäten auf Facebook betrifft. Da findet man unter Jugend für Menschenrechte einige Gruppen mit 183, 127 oder 50 Mitgliedern – fast ausschließlich Scientologen.

Im englischen Sprachraum ist man vor allem im Bereich Menschenrechte schon etwas weiter …

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Dabei offenbart man ein scientologisches „Erfolgsgeheimnis“: Man bietet Filmmaterial an, das sehr professionell gemacht ist …

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Das Video ist aber nicht nur professionell gemacht, sondern verweist auch auf United for Human Rights bzw. Youth for Human Rights – hier das Scientology-Video, an dem nicht ersichtlich ist, dass es von Scientology stammt …

Im mitteleuropäischen Raum kann man trotzdem durchaus sagen, dass die meisten „Anwerbungsversuche“ von Scientology nach wie vor auf der Straße ablaufen, wo für Menschenrechte demonstriert oder über Drogen „aufgeklärt“ wird und Way-to-Happiness-Pamphlete verteilt werden – ganz der böse Wolf aus dem Rotkäppchen-Märchen halt, der ordentlich Kreide gefressen und großen Hunger hat …

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Aus der Sicht von Deutschland, der Schweiz und Österreich kann man die Scientology-Aktionen mit der Bedrohung des Fischbestandes im Atlantik durch einige Fischer, die ihre Angel ins Wasser halten, vergleichen. Das bedeutet nicht, dass Entwarnung gegeben werden kann, es bedeutet lediglich, dass der Aufklärungsgrad der Bevölkerung relativ hoch ist und die „Aktionen“ relativ schnell durchschaut werden.

Möchte man diesen wirklich einen Riegel vorschieben, müssten sich Legislative, Judikative und Exekutive einmal wirklich mit dem Thema Scientology an sich auseinandersetzen – und entsprechende Direktiven erlassen, welche diese Betrugsform unterbinden würden!

Wenn mir etwas wirklich Sorge bereitet, dann ist es die Scientology-Strategie, die vor allem in den USA und anderen Englisch sprechenden Ländern umgesetzt wird – und dass diese nach Europa überschwappen könnte. DER SPIEGEL berichtete bereits vor einigen Jahren darüber, dass es in Europa ganz und gar kein Bollwerk gegen Scientology gibt – hier der Artikel …

In den USA ist es bereits so, dass mit Scientology-Material vermehrt in Schulen das Thema „Menschenrechte“ unterrichtet wird, wie ein Vater der Zeitung The Blaze schrieb – hier der Artikel …

Der Elfjährige wurde über einen längeren Zeitraum mit insgesamt 30 Videos „beschallt“. Nirgends kam das Wort „Scientology“, dafür kam u.a. das UN-Logo vor – alle sind wie das obige Videobeispiel “gemacht”.

Zurückzuführen ist diese Video-„Strategie“ von Scientology auf die bereits angesprochene Scientology-Initiative United for Human Rights, auf deren Internetseite man wiederum alles findet, nur nicht das Wort Scientology …

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Es werden die bereits angesprochenen Filme zum Thema Menschenrechte angeboten …

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Man findet Logos von UNO, UNHCR, OSCE, EU, Amnesty International usw. …

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Und man darf die Champions of Human Rights bewundern, angeführt von Mahatma Gandhi und u.a. mit Nelson Mandela, Daw Aung San Suu Kyi …

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Und fortwährend wird auf kostenloses Informationsmaterial für Lehrer bzw. Professoren hingewiesen – zusammen mit den Logos der UNO und UNESCO könnte der Klick leichter fallen als man glaubt!

Man darf nicht vergessen: Lehrer/Professoren gehören zu den wichtigsten „Multiplikatoren“ aus Sicht von Scientology – durch sie „bekommt“ man sie selbst, ihre Schüler und deren Eltern …

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Mittendrinnen, „eingeklemmt“ zwischen den Human Rights Champions und den Menschenrechtsgruppen, findet man dann auch einen Link zu Youth for Human Rights, sowie deren Internetadresse …

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Aber auch dieser Hinweis ist für einen Außenstehenden nicht unbedingt mit Scientology in Verbindung zu bringen – dass Youth for Human Rights (Jugend für Menschenrechte) zu Scientology gehört, wissen die Wenigsten!

Viel wahrscheinlicher ist, dass jemand zu den Menschenrechts-Petitionen weiterklickt …

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Und dort “wartet” dann das, worauf es Scientology wirklich ankommt: Man kann eine Petition mit Namen, Adresse usw. ausfüllen und Scientology kommt in den „Besitz“ dieser Daten!

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Fortsetzung im zweiten Teil …

Fotos: Wikipedia, Scientologypublikation, Diverse Screenshots (11)

Der „Fortführungsantrag“ von Scientology im Detail (4): Das mehr als nur bemerkenswerte Herzstück des Schriftsatzes …

29042013 1 scales2 quelle dna principal forensics

Sowohl im Fortführungsantrag an die Staatsanwaltschaft, als auch schon zuvor im Zivilrechtsstreit, präsentierte Scientology ein „datenforensisches Gutachten“, um derart ihre Klage zu untermauern.

Gemäß Wikipedia werden unter dem Begriff „Forensik“ die wissenschaftlichen Arbeitsgebiete zusammengefasst, in denen kriminelle Handlungen systematisch identifiziert beziehungsweise ausgeschlossen sowie analysiert oder rekonstruiert werden. Der Begriff stammt vom lateinischen forum (Forum, Marktplatz), da Gerichtsverfahren, Untersuchungen, Urteilsverkündungen sowie der Strafvollzug im antiken Rom öffentlich und meist auf dem Marktplatz durchgeführt wurden.

Das Urteil, inwieweit nun das von Scientology präsentierte „datenforensische Gutachten“ unter diese Definition fällt, überlasse ich dem geschätzten Leser – hier ist es …

Und als PDF

Mir persönlich fiel beim Durchlesen der 34 Seiten einiges auf: 1. Trotz des Volumens stand sehr wenig im Gutachten drinnen. Es gab seitenlange Abhandlungen bzw. Wiedergaben von Webinhalten, die zumeist nur in Mutmaßungen mündeten. Anders ausgedrückt: Jeder, der halbwegs mit bestimmten Internetabläufen vertraut ist, könnte innerhalb kürzester Zeit selbiges „produzieren“.
2. Wer der Gutachter selbst war, blieb mehr oder weniger verborgen. Das Konvolut ist zwar unterschrieben, aber ein ausgeschriebener Name, wie sonst bei Gutachten üblich, findet sich nirgends.
3. Die das Gutachten erstellende Firma Ansiworks Limited scheint in England zu residieren – dabei verfügt die Firma offensichtlich über keinen Festnetzanschluss, was bei Firmen eher ungewöhnlich ist.
4. Ansiworks Limited unterhält dafür eine Filiale in Wolfsberg, die über eine Mobiltelefonnummer erreichbar ist.

Soweit die Ausgangslage …

Microsoft Word - 20120712 Scientology Kirche Expertise-vorl.doc

Es war naheliegend, dass ich mir die englische Firma Ansiworks Limited unter der angegebenen Internetadresse ansehen wollte. Dabei stieß ich auf einen in deutscher Sprache gehaltenen Auftritt einer englischen Firma, die aber gleichzeitig betonte, dass „[ihre] Homepage gerade überarbeitet wird“. Der Hinweis stand schon seit 24. Mai 2012 dort, aber man kennt das ja, wenn man vor lauter Arbeit nicht dazukommt usw. …

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29042013 4 Ansiworks HP 2

Das Impressum der Seite bestätigte mir aber dann, dass ich bei der richtigen Firma gelandet war …

29042013 5  Ansiworks HP 4

Der nächste Schritt bestand in einer Who-is-Abfrage, da die Seite an sich sehr wenig offenbarte – und hier sollte ich mehr Klarheit bekommen …

29042013 6  Who is Ansiworks

Registriert hatte die Seite eine Firma Asap-Soft, administriert wird sie von Roland R., der in Wolfsberg/Kärnten wohnhaft ist. Hier schloss sich vorerst der Kreis, da auch die Mobiltelefonnummer von Roland R. mit jener ident war, die im Scientology-Gutachten angegeben ist.

Die Unterschrift unter dem Gutachten lässt wiederum den Schluss zu, dass sie ein Roland R. getätigt hat.

Ich hatte also jetzt drei Namen: Ansiworks Limited, Asap-Soft und Roland R. – schlauer war ich noch nicht, also recherchierte ich weiter. Zuerst einmal auf der Homepage von Asap-Soft

29042013 7  Asap-Soft HP

Auffallend war das ähnliche Schriftbild im Logo, dass es sich ebenfalls um eine englische Ltd. (Limited) zu handeln schien und die Tatsache, dass auch diese Seite „gerade überarbeitet wird“ – immerhin erst seit 2. August. Wobei: Es stand keine Jahresangabe dabei?

Das Impressum ließ keine weiteren Rückschlüsse zu, es gab nämlich keines …

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Die Who-is-Abfrage ergab wie schon bei Ansiworks Limited das gleiche Bild: Asap-Soft wurde von Asap-Soft registriert und wird von Roland R. administriert.

Durch den Hinweis auf der Asap-Soft-Seite, dass es sich bei dieser um eine englischen Limited-Company handelt, ging die Suche in England weiter. Das englische Company System ist sehr transparent und so kann man bequem vom eigenen Computer aus eine Abfrage durchführen, die folgendes zutage brachte …

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Die Firma Asap-Soft Ltd. gibt es nicht mehr, sie war aufgelöst worden. Was es aber noch gab, waren die Unterlagen des Unternehmens und diese rundeten das Bild ab …

Und als PDF

Errichtetet wurde Asap-Soft Ltd. am 14. April 2011 von Roland R., sie residierte an der gleichen Adresse wie der Agent, der sie einrichtete (145-157 St John Street, London, UK, EEC1V 4PW) und gehört der Kategorie der sogenannten “Ein-Pfund-Companies” an, die via Internet leicht eingerichtet und schnell wieder gelöscht sind. Man kann davon ausgehen, dass die Asap-Soft Ltd. ungefähr ein Jahr nach deren Eintragung wieder gelöscht worden ist.

Übrigens genauso wie die Homepage von Asap-Soft, die sich Mitte April 2013 nur mehr so präsentierte …

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Zur Firma Ansiworks Limited fand sich ein ähnliches Schriftstück von The Registrar of Companies for England and Wales, das folgendes bescheinigte:
1. Es gibt die Firma.
2. Ein gewisser Robert Anthony McC. ist ihr Director. Wobei man erwähnen muss, dass der 72-jährige McC. neun weiteren Unternehmen als Director dient.
3. Das Unternehmen residiert an der gleichen Adresse wie deren Agent Formationhouse Ltd.: 29 Harley Street, London, England, W1G 9QR.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei ebenfalls um eine “Ein-Pfund-Company” – dafür sollte kein Gutachten nötig sein. Hier die Unterlagen zu Ansiworks Limited

Und als PDF

Der Vollständigkeit halber noch die Residenz von Ansiworks Ltd. in London – der Briefkasten ist dabei nirgends zu sehen … ;-)

29 Harley Street, London, England, W1G 9QR …

29 Harley Street, London, England, W1G 9QR

Und dann noch die Homepage von Ansiworks, die seit Mitte April 2013 einen gewissen Veränderungswillen vermuten lässt – zumindest im Ansatz. Wobei: das ursprüngliche Änderungsdatum vom 24. Mai 2012 blieb das gleiche …

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Dass sich zu Roland R. noch jede Menge andere Eintragungen im Internet finden, lasse ich außer Acht, da ich nur am Zustandekommen bzw. dem Inhalt des „datenforensischen Gutachtens“ für Scientology im angestrebten Strafverfahren interessiert bin. Und das alleine bietet bereits jede Menge an Absonderlichkeiten – um den Rest müssen sich Gerichte kümmern.

Fazit? Ich denke, es liegt auf der Hand – wobei natürlich bei allem Angesprochenen die Unschuldsvermutung gilt …

Gelinde ausgedrückt besteht aber die größte Frechheit darin, dass Scientology aufgrund eines dubiosen Gutachtens sowie weiterer, genauso dubioser „Beweise“ die Staatsanwaltschaft und damit den Steuerzahler benutzt, um ihren „Ideen“ nachzugehen.

Dass dabei der Zweck so ziemlich jedes „Mittel“ heiligt, ist nichts Neues im Vorgehen von Scientology bzw. OSA, dem Geheimdienst von Scientology.

Wobei es OSA, das Office of Special Affairs, in Österreich ja gar nicht geben soll. Zumindest gab das Angelika Thonauer, eine der beiden OSA-Chefinnen, in einem Interview bekannt – O-Ton am 18. April 2013: „Es gibt OSA in Österreich nicht“. Aber diese „Identitätskrise“ ist eine andere Geschichte, die ich in Kürze erzählen werde …

Fotos: DNA Principal Forensics, Westcoast Filmpartners, Diverse Screenshots (9)

Der „Fortführungsantrag“ von Scientology im Detail (3): Ein Re-Blog über Anonymous und ein aktuelles Video über selbige …

Scientology versucht im Fortführungsantrag an die Staatsanwaltschaft alles, um mich als Auftraggeber bzw. Mitbeteiligten des E-Mail-Hacks im Vorjahr „zu präsentieren“. Entsprechend der schrägen Scientology-„Logik“, wurde dabei mein Kontakt zur Gruppe Anonymous bei den Anti-Scientology-Demonstrationen bzw. meine entsprechenden Blogs als „Beweis“ angeführt. Aber auch, dass ich bei der ersten Anonymous-Demo 2008 in Wien dabei war, jemand gepostet hatte, dass ich Flyer für die Demos bereitstellen würde usw.

Als besonderes Goodie wurden dann von Scientology ein Blog aus dem Dezember 2011 präsentiert, in dem ich meinen persönlichen Dank an Anonymous aussprach und einen prominenten Mitkämpfer präsentierte: Mahatma Gandhi.

Nachdem ich in der Vergangenheit immer wieder Blogs löschen musste, um derart Platz in meinem limitierten Webspace zu schaffen, hatte ich u.a. diesen Blog gelöscht. Im Rahmen der jetzigen „Beweisführung“ von Scientology, ist es mir aber eine Ehre, den Blog aus dem Dezember 2011 nochmals zu bloggen …

Mahatma Gandhi …

Mahatma Gandhi …

„Mein Persönlicher Dank an Anonymous und ein weiterer Unterstützer …

Das Jahr neigt sich zu Ende, ein Jahresrückblick jagt den anderen und es ist ja auch wirklich Zeit, einen Blick zurückzuwerfen.

Dabei ist es eine Gruppe, die seit 2008 kontinuierlich gegen Scientology auftritt, Monat für Monat demonstrierte und mit ihren Guy-Fawkes-Masken schon zu einem Markenzeichen im Protest gegen Scientology geworden ist. Diese Masken dienten u.a. dem persönlichen Schutz vor der Verfolgung durch den scientologischen Geheimdienst Büro für Spezielle Angelegenheiten (OSA), die bei jeder Demo fotografieren und filmen, um danach Einzelne zu verfolgen, zu desavouieren usw.

Anonymous hält dabei das hoch, was Mahatma Gandhi vorgab: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du!“

Vielen Dank dafür, dass jeder einzelne Anonymous dem Protest ein Gesicht gibt und jedem Opfer von Scientology eine Stimme!

Es war daher auch nur logisch, dass Mahatma Gandhi die Ehrenmitgliedschaft annahm – und die Maske aufsetzte …“

Soweit der Blog aus dem Dezember 2011.

Im April 2013 beschäftigte sich das Magazin FAN mit der Thematik Anonymous und deren Kampf gegen Scientology – hier der Bericht dazu …

Foto: Anonymous