Die sonntägliche Betrachtung von Scientology – 12. Woche 2013: Irland, Holland, Deutschland, USA, Kanada, Taiwan, der geplante Betrug …

In Anbetracht der Tatsache, dass mittlerweile derartig viele Meldungen über Scientology und deren Machenschaften gebloggt werden und ich nicht nachkomme, diese ebenfalls zu bloggen, werde ich zukünftig die aus meiner Sicht wesentlichen Dinge am Sonntag zusammenfassen und dann mit einem „Wort zum Sonntag“ schließen. Man könnte auch sagen, dass ich dies in Anlehnung an das Sunday Service von Scientology und jenes von Tony Ortega mache – die einen äffen einen Gottesdienst nach und geben vor, derart eine „Kirche“ zu sein, während Ortega fröhlich deren Interna bloggt. Bedingt durch die Zeitverschiebung, kann ich den Blog von Tony Ortega nur in einem Update berücksichtigen.

Aber jetzt zur heutigen Sonntagsbetrachtung …

Scientology Dublin - noch im ersten Stock ...

Scientology Dublin – noch im ersten Stock …

Irland: Kevin Stevens verklagte Scientology auf 100.000 Euro (hier der Link dazu) und die Scientology-„Mission“ in Dublin steht kurz vor dem Ruin – ebenfalls der Links dazu

The Phoenix über die „Geschäftsgebarung“ von Scientology in Dublin …

The Phoenix über die „Geschäftsgebarung“ von Scientology in Dublin …

Holland: Die allerhöchstens 300 bis 500 Scientologen in Holland werden sich bald nach einer neuen Organisation umsehen müssen, denn jene in Amsterdam kämpft mit permanenten Mietrückständen und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis sie implodieren wird. Gleichzeitig hält man Ausschau nach einer großen „Idealen Org“ – derartiges Vorgehen kennt man z.B. auch aus Wien. Hier der Artikel dazu …

Scientology Amsterdam ...

Scientology Amsterdam …

Deutschland: Im Todesfall von Konrad Aigner spielten Gabi B. und Rosy F., beide Scientology-OT-VIII, eine bedeutende Rolle. Religio hat deren „Wissenberichte“ über Nötigung, Betrug usw. in eine lesbare Form gebracht – hier jener von Gabi B. …

Und als PDF

Rosy F. im Sekten-Hauptquartier „Flag“ …

Rosy F. im Sekten-Hauptquartier „Flag“ …

Und der „Wissensbericht“ von Rosy F. …

Und als PDF

USA: In Oklahoma berichteten die McAlester News über eine Klage von NARCONON-Arrowhead, wo Mitarbeitet Drogen für Sex anboten – hier der Artikel …

Channel 2 News Tulsa interviewte Gary Richardson, den Anwalt, der fünf weitere Klagen gegen NARCONON einbrachte …

In den USA veröffentlichte ein jüngst ausgestiegenes Sea Org-Mitglied einige Zahlen und Fakten über die „Idealen Orgs“ von Scientology, speziell jener in Los Angeles, dem „Kernland“ von Scientology.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang eine Zahl: Die L.A.-Org macht im Schnitt 30.000 Dollar Wocheneinkommen (GI – Gross Income), das sind rund 23.000 Euro. In Anbetracht der Größe der Organisation und der unmittelbaren Nähe zum scientologischen Hauptquartier samt „Abstellung” von Sea Org-Mitgliedern für den „Tagesbetrieb“, ist das ein mehr als nur bescheidener Betrag.

Andererseits passt er sehr gut in das Bild der anderen leeren „Idealen Orgs“ von Scientology – hier eine Tour durch die L.A.-Org, wie sie Scientology offiziell anbietet …

Kanada: Hier versucht NARCONON gerade, ihren „Betrieb” in Ontario wiedereröffnen zu dürfen – hier der Artikel im Examiner und David Love dazu …

In Montreal wurde derweil am 23. März 2013 im Rahmen der Operation Chanology gegen Scientology demonstriert …

Taiwan: In das Bild der “Idealen Orgs” passt auch die Geschichte jener in Taiwan. 2005 gekauft, harrt sie bis heute der Eröffnung und ist eine Baustelle mit ungewissem Ausgang geblieben, für die wahrscheinlich nur emsig „Spenden“ eingetrieben werden. Sieht mir nach glattem Betrug aus, wie man ihn vom Super-Power-Gebäude usw. kennt …

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Zum Thema „Ideale Orgs“ noch ein Kommentar von OTVIIIisGrrr8

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Tony Ortega am Sonntag: In seinem heutigen Sunday Service hat Ortega zwei Dinge festgestellt. Erstens, dass der Geburtstag von Sektengründer L. Ron Hubbard schon am 13. März war, aber erst gestern offiziell gefeiert wurde – neue Zeitrechnung bei Scientology und keiner hat’s gemerkt? Dafür konnte man sich im Shrine Auditorium zu Los Angeles auf die Verkündung des Goldenen Zeitalters der Technologie, Phase 2 gefasst machen. Jetzt heißt es aber warm anziehen … ;-)

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Das Zweite betraf die neuesten Betrugspläne, äääh, ich meinte natürlich PR-Pläne, von Scientology: Nachdem – so Scientology – nun sämtliche Bibliotheken der Welt mit der Biographie Hubbards ausgestattet worden waren, sollten nun 135.000 Meinungsführer folgen. Sie alle sollen ein Paket bekommen, das den gesammelten Hubbard beinhaltet.

Während die Bibliotheken-Hubbards wahrscheinlich geschummelt oder sonst wie entsorgt wurden, plant Scientology nun einen Betrug mit Anlauf – und zwar so: 135.000 Adressaten ergeben ein „Auftragsvolumen“ von 107,000.000 Dollar (82 Millionen Dollar). Die rund 100.000 Scientologen, die es weltweit höchstens gibt, werden nun zur Kassa gebeten, um diesen Betrag aufzubringen.

Danach werden die Buch-Pakete entsorgt, äääh, ich meinte: verschickt. Und dann wird die nächste Runde eingeläutet: Polizeichefs, staatliche Drogenkoordinatoren, Lehrpersonal. Schaut nach einem „Goldenen Zeitalter“ für jene Scientologen aus, die an der Hauptkassa sitzen.

Hier das geleakte Scientology-Werbematerial dazu …

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RonSeries 2
RonSeries 3

Und als PDF

Und der Blog von Tony Ortega dazu …

Zum Abschluss noch das Wort zum Sonntag: “Ich finde, dass man dem Komplex rund um Scientology, RTC, IAS und wie sie alle heißen mögen, ganz dringend jede rechtliche Basis entziehen sollte – es gibt schon genug Menschenverachtendes bzw. Kriminelles auf der Welt!”

Foto: Flickr, Religion News Blog, Scientologypublikationen (4), The Underground Bunker

„Darth Xander“ in Flag, Scientologen in Nazi-Uniformen und „The Losing Game“ mit deutschen Untertiteln …

Darth Xander war vergangenen Sonntag in der scientologischen Hochburg Flag unterwegs, wo gerade der Geburtstag von L. Ron Hubbard gefeiert wurde. Er brachte das neue Buch von Jenna Miscavige-Hill mit und …

Eine historische Aufnahme stellt jener Bericht der Associated Press (AP) dar, der am 6. Mai 1997 anlässlich des Besuches des damaligen deutschen Kanzlers Helmut Kohl in Australien gedreht wurde. Rund 30 Scientologen demonstrierten gegen die deutsche Regierung – teilweise in Nazi-Uniformen …

Ein Artikel in den AAP News mit weiteren Informationen dazu …

Und dann noch das Video von The Losing Game mit deutschen Untertiteln …

In Australien versucht es Scientology in Kindergärten, in Schweden mit einer Schule und die „Idealen Orgs“ sind derweil leer …

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Tony Ortega wird immer mehr zur weltweiten Anlaufstation in Sachen Scientology und so berichtete er gestern über Australien, Schweden und Südafrika.

Australien: Die Scientology-Tarngruppe Citizens Commission of Human Rights (CCHR) schrieb gezielt Kindergärten in Australien an, um darauf “hinzuweisen”, dass die Kinder bei Gesundheits-Checks dem „Risiko“ von Psychopharmaka ausgesetzt sind.

Hier der Artikel im Sydney Morning Herald dazu …

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Schweden: Die Zeitung Expressen berichtete über die Schule Albatrossen, die einerseits eine Applied Scholastics-Schule ist und andererseits seit 2006 staatliche Förderungen in der Höhe von 85 Millionen Schwedenkronen (rd. 10 Millionen Euro) kassiert hat.

Das staatliche Gesetz in Schweden schreibt aber vor, dass geförderte Schulen nach den Schwedischen Schulstandards geführt werden müssen – woran sich die Scientology-Frontgruppe Applied Scholastics natürlich nicht hielt. Ein versteckt aufgenommenes Video zeigt, dass die Albatrossen-Schule trotz gegenteiliger Beteuerungen weiterhin auf den Scientology-Vorgaben operiert (Nachdem nicht jeder Schwedisch spricht: weitere Details im Blog von Tony Ortega) …

Hier der Artikel im Expressen

Eröffnung der „Idealen Org“ in Pretoria am 23. Februar 2013 …

Eröffnung der „Idealen Org“ in Pretoria am 23. Februar 2013 …

Pretoria: Am 23. Februar 2013 eröffnete Scientology in Pretoria, der Hauptstadt von Südafrika, eine sogenannte Ideale Org. In einer Eigendarstellung kann man sich deren „Inhalt“ ansehen, wobei es durchaus förderlich ist, dass das Video in französischer Sprache gehalten ist, dann muss man sich den scientologischen Gedankenmüll nicht anhören – die Bilder sind deutschsprachig … ;-)

Tatsächlich hat Scientology aber nur eine weitere „Hülle“ eröffnet, denn unabhängig der architektonischen Goodies verirrt sich kaum ein Scientologe in die neuen Hallen, was ein aktuelles Bild folgerichtig festhält …

Akademie der „Idealen Org“ in Pretoria …

Akademie der „Idealen Org“ in Pretoria …

Wie schon zuvor in London, Malmö, Berlin usw. ging es, wie immer bei Scientology, nur um die Millionen, die im Vorfeld der Eröffnung des neuen Kastens eingetrieben wurden!

Hier der Blog von Tony Ortega mit weiteren Infos …

Fotos: Global Research, Sydney Morning Herald, CDN 24, The Underground Bunker

UPDATE: Die ABC-Lateline-Sendung über die „Isolationsverwahrung“ eines Scientology-Mitglieds in Australien …

Alice Wu war Mitglied der paramilitärischen Sea Org von Scientology und wurde nach einem mentalen Zusammenbruch „verwahrt“ – wahrscheinlich im „Rahmen“ des Introspection Rundowns, was absolute Isolation bedeutete. Hier der ABC-Lateline-Bericht dazu …

Aktuell: Scientology hat in Australien eine Frau gegen ihren Willen in „Isolationsverwahrung“ gehalten …

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Die 22-jährige Taiwanesin Alice Wu hatte im vergangenen März einen mentalen Zusammenbruch erlitten und wurde danach gegen ihren Willen von Scientology in „Isolationsverwahrung“ genommen – soweit die Anschuldigungen, die von Scientology selbstredend bestritten werden.

Zu den Fakten: Ende des Jahres 2011, nur kurze Zeit, nachdem sie Scientology kennengelernt hatte, wurde die Studentin für die paramilitärische Sea Org in Australien „angeworben“ und unterschrieb deren Standardvertrag über 1 Milliarde Jahre.

Im März 2012 dann der mentale Zusammenbruch von Alice Wu und die anschließende „Verwahrung“ durch Scientology – es ist anzunehmen, dass sie den Introspection Rundown machen musste.

Der Anwalt von Scientology meinte, dass sie im “Krankenrevier” gewesen sei – Krankenrevier nennt sich der Introspection Rundown jetzt?

Hier der Link zur gestrigen ABC-Lateline-Sendung dazu (Video und Transkript) …

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Weitere Infos folgen …

Foto: 4 BP Blogspot

Warum sollte die „Al Capone-Taktik“ nicht auch bei Scientology anwendbar sein?

Al Capone …

Alphonse Gabriel Capone war in den 20er- und 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts eine große Nummer der Mafia und wurde zum Archetypen des amerikanischen Gangsterbosses. Seine zahlreichen Morde und andere „Aktivitäten“ konnten ihm nie nachgewiesen werden, dafür brachte ihn ein scheinbares Bagatelldelikt der Steuerhinterziehung für 11 Jahre hinter Gitter und leitete die Zerschlagung seiner „Organisation“ ein.

Was ich damit sagen möchte?

Im Zusammenhang mit Scientology, wird vor allem im deutschen Sprachraum, immer wieder davon gesprochen, Scientology zu verbieten. Capone hätte man sicher auch gerne verboten, genauso wie schlechtes Wetter und Mundgeruch.

Zu Fall brachte Capone dann eine scheinbare Lappalie, nicht die Forderung danach, den Verbrecher-Tycoon aus dem Verkehr zu ziehen.

Warum sollte das bei Scientology nicht auch funktionieren?

Und es gäbe viele Ansatzpunkte: Frankreich ist dabei, einen solchen gerichtlich festzuschreiben, indem Scientology u.a. der unerlaubten Ausübung der Pharmazie im Rahmen des Reinigungsprogrammes (Purification Rundown) angeklagt ist.

In Australien wurde im Herbst 2011 ein anderer Aspekt aufgegriffen, als der Fair Work Ombudsman der Regierung zu Wort kam und im Rahmen einer Studie die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen der Scientology- und NARCONON-Mitarbeiter dokumentierte.

Dieser Ansatz ist sehr gut nachvollziehbar, wenn man alleine die Scientology-Mitarbeiterverträge betrachtet – hier der Link zum entsprechen Blog.

ABC bzw. Lateline brachten Berichte über das Ergebnis des Fair Work Ombudsman

Scientology reagierte natürlich auch darauf …

Dazu ein Artikel in The Australien

Im Februar 2012 ging Scientology dann zum „Gegenangriff“ über und forderte das Recht, ihre Mitarbeiter geringfügiger als staatlich vorgesehen zu bezahlen – sprich: sie auszubeuten.

Hier ein Artikel der australischen News dazu …

Wie es weitergeht?

Es wird nicht einfach, aber es ist ein guter Ansatz und man darf nicht vergessen, dass es auch Jahre dauerte, um Al Capone aus dem Verkehr zu ziehen.

Hier noch die Studie des australischen Fair Work Ombudsman

Und als PDF

Foto: The Biography Channel

Australien: Shane Kelsey, James Parker und Tom Cruise …

James Packer, Tom Cruise und Erica Baxter (von hinten) ...

Rund um den Shane-Kelsey-Scientology-Ausstieg wurde auch etwas anderes publik, dass in Europa eher nicht bekannt ist: der australische Milliardär James Packer war/ist Scientologe – dank Tom Cruise.

Shane hatte während seiner Zeit in der Sea Org mit James Packer nur indirekt Kontakt: er kochte das Essen, wenn Packer in der Scientology-Zentrale in Sidney weilte und musste dabei aufpassen, keinen Fehler zu begehen, um nicht im Straflager RPF zu landen.

James Packer war wichtig für Scientology – sehr wichtig!

Der 45-jährige James Packer ist nicht nur Milliarden schwer, sondern in Australien auch ein absoluter Big Name. Sein Vater, der 2005 verstorbene Kerry Packer, hatte – in Konkurrenz zu Rupert Murdoch – in Australien ein Medienimperium aufgebaut, zu dem u.a. die TV-Anstalt Nine Network gehörte, die bis 2006 die größte TV-Anstalt Australiens war – mittlerweile ist es Network 7 (TodayTonight usw.). Kerry Packer galt zu Lebzeiten als reichster und einflussreichster Mann Australiens.

In der Strategie von Scientology stellte James Packer ein klassisches Angriffsziel nach der scientologischen Doktrin „Kontrollübernahme oder Ergebenheit der Leiter oder der Eigentümer aller Nachrichtenmedien“ dar – vor allem, nachdem ihm sein Vater 1998 die Leitung des Imperiums übertrug.

Es lag an Tom Cruise, die Scientologystategie umzusetzen, was gelang: 2002 wurden Packer und Cruise Freunde und Packer besuchte regelmäßig Kurse und Auditing in der Scientology-Zentrale in Sidney – und ließ sich die Mahlzeiten von Shane schmecken, ohne darüber nachzudenken, dass dieser sklavenähnlich lebte.

James Packer ...

Nach dem Tod seines Vaters – Tom Cruise war mit Katie Holmes beim Begräbnis -, begann Packer das Medienimperium umzubauen und er verlegte sich darauf, ein anderes Imperium aufzubauen: im Glückspielbereich. Diese neue Strategie machte ihn seit 2006 um 3 Milliarden ärmer, mit den vorhandenen 4,2 Milliarden Dollar ist er immer noch der sechstreichste Australier.

2007 heiratete James Packer Erica Baxter – und mit dabei waren nicht nur Tom Cruise und Katie Holmes, sondern auch Tommy Davis und damit das Büro für Spezielle Angelegenheiten bzw. OSA. Scientology überließ offensichtlich nichts dem Zufall.

Tommy Davis, James Packer, Katie Holmes, Tom Cruise und Erica Baxter (verdeckt) auf der Yacht von Packer ...

Womit Scientology dann allerdings nicht gerechnet hat: dass ihre Nummer 2 zunehmend jede „Relation“ verlor – zuerst sprang Cruise auf Couches herum und dann wurden zwei Videos geleakt, die den wahren Tom Cruise zeigten, woraufhin sich u.a. Paramount von ihm trennte, die zuvor seine Mission Impossible-Filme produziert hatte.

James Packer zog ebenfalls die Konsequenz, indem er sich 2008 von Scientology distanzierte – dabei betonte er aber, dass er es als „sehr hilfreich erlebte hatte“. Anders ausgedrückt: er befindet sich seitdem aus meiner Sicht im Stand-by-Modus.
Auch Cruise trat seit 2008 nicht mehr öffentlich für Scientology in Erscheinung, mittlerweile nahm ihn Paramount wieder auf und produzierte mit ihm Mission Impossible IV.

Man kann davon ausgehen, dass er bald wieder für Scientology „einstehen“ wird – mit James Packer, dessen Milliarden und Einfluss im Schlepptau?

Es ist nämlich nichts darüber bekannt, dass die Freundschaft zwischen Cruise und Packer ebenfalls abgekühlt ist.

Fotos: Diamondring, Sidney Morning Herald, Couriermail

Shane Kelsey: Im Alter von 6 Jahren in die „Sea Org“, mit 18 in das Straflager RPF, mit 20 geflüchtet …

Shane Kelsey beim Interview mit „TodayTonight“ ...

Brian Seymour vom australischen TV-Magazin TodayTonight wurde 2010 von Adrian Kelsey kontaktiert, als der seinen Sohn Shane aus den Fängen von Scientology befreien wollte. Seymoure blieb an der Story über das australische Sea Org-Zentrum inmitten eines Vorortes von Sidney dran und konnte damit detailliert die ganze Tragweite dokumentieren und Shane Kelsey zu interviewen (siehe dazu auch das Video).

Shane Kelsey wuchs als Sohn von Adrian Kelsey und Lesley Warren auf – scientologischen Eltern. Diese „gaben“ ihn im Alter von 6 Jahren die scientologische Sea Org – der kleine Shane bekam zum Einstieg einen Raum mit 11 anderen Kindern zugewiesen. Mit 8 Jahren unterzeichnete er den Standardvertrag dieser paramilitärischen Einrichtung, der eine Laufzeit von einer Milliarde Jahre hat.

Er musste bald aktiv für Scientology werben …
Shane:
Wir mussten zu acht oder zehnt die Straße hinunter gehen und Menschen in Bezug auf ein drogenfreies Leben ansprechen.
Seymour: Wie alt warst du, als du es das erste Mal gemacht hast?
Shane: Ich war damals 7 Jahre alt.

Das australische Hauptquartier von Scientology in Sidney in einer ehemaligen Ordensschule …

Mit 8 Jahren unterzeichnete er den Sea Org-Vertrag …
Shane: Ich habe den Vertrag unterzeichnet, als ich 8 Jahre alt war.
Seymour: Und was beinhaltete der Vertrag?
Shane: Es war ein Vertrag über eine Milliarde Jahre.
Seymour: Eine Milliarde Jahre?
Shane: Hmm, hmm (nickt).
Seymour: Und was bedeutet das?
Shane: Es bedeutet, dass du Scientology für die nächste Milliarde Jahre dienst. … Wir haben z.B. Marschübungen abgehalten, Formationsdrills, ähnliche Dinge.
Seymour: Wofür? Habt ihr euch für eine Schlacht vorbereitet?
Shane: Nein, nur dass das als eine Art von Disziplin angesehen wurde.
Seymour: Wie oft hast du deine Eltern gesehen?
Shane: Ich habe sie einmal in der Woche gesehen.

Die Eltern von Shane trennten sich und sein Vater zog nach Übersee und verließ Scientology. Shane arbeitete währenddessen in der Küche – gemeinsam mit anderen Jugendlichen, die alle eine schwarze Uniform anhatten und angewiesen waren, nicht zu gehen, sondern sich immer im Laufschritt zu bewegen. Jeden Morgen gab es einen militärischen Appell.
Schulische Fortbildung gab es nur bis zum 15. Lebensjahr …
Shane: Sobald jemand 15 wurde, verließ er sofort die Schule – jeder. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut jemand in der Schule war, in Mathematik, wie gut bei etwas anderem – man verließ die Schule fluchtartig.

In der sogenannte „Messe“ konnten man um 30 Cent eine Mahlzeit bekommen – hauptsächlich Bohnen und Reis. Die Erwachsenen [Sea Org-Mitglieder] aßen zuerst …
Shane: Sie kamen herein und aßen so viel sie wollten und dann kamen wir dran und aßen, was übriggeblieben war. … Manchmal war das sehr wenig, wir bekamen nur mehr Überbleibsel und es war nicht wirklich sättigend.

Diejenigen die in Bezug auf die Brutalität Fragen stellten, wurden rasch und streng „behandelt“ …
Shane: Sie lebten unter unserem Squash Court. … Das ist ein dreckiges Untergeschoß. … Wir haben Leute dort reingesteckt und die haben dann dort gelebt, wenn sie im RPF des RPFs waren. Sie hatten dort zu schlafen und zu studieren.
Seymour: Warum wurden Menschen in ein nasskaltes und verschimmeltes Untergeschoß unter dem Squash Court gesteckt?
Shane: Sie waren schlechte Menschen, die von jedermann ferngehalten werden mussten.

Der Alptraum begann, als Shane 15 Jahre alt wurde – anfangs arbeitete Shane 35 Stunden die Woche, jetzt wurde es mehr …
Shane: Sobald ich 15 war, arbeitete ich täglich 14 Stunden – alle 7 Tage der Woche.
Seymour: Das sind 100 Stunden pro Woche?
Shane: Ja. … wir bekamen dafür zwischen 4 und 35 Dollar Bezahlung.
Seymour: 35 Dollar pro Tag?
Shane: 35 Dollar in der Woche.

Adrien und Shane Kelsey …

Shane landete dann selbst im Straflager RPF und Ende 2010 entschloss sich sein Vater Adrian, ihn aus Scientology rauszuholen, da er sich schwere Vorwürfe machte, dass er seinen Sohn bei Scientology “vergessen” hatte, als er selbst austrat. Adrien Kelsey informierte an jenem Novembertag 2010 zuerst die lokale Polizei darüber, dass er versuchen würde, einen Kontakt zu seinem Sohn herzustellen und ihn zu befreien. Er hatte Protesttafeln vorbereitet, wenn Scientology nicht reagieren sollte. Dann aber kam Shane aus dem Gebäude – das erste Mal seit 4 Jahren, dass sie sich wiedersahen.
Dabei wurden beide von Sea Org-Mitgliedern verfolgt und Shane kehrte bald wieder in das Gebäude zurück, um Ärger zu vermeiden. Eine Woche später arbeitete Shane an der Grundstückgrenze und nutzte die Gelegenheit zur Flucht.

Shane war wiedervereint mit seinem Vater – seine Mutter verblieb in der Psychosekte …
Shane: Ich hoffe, dass sie davon hört und dass sie den Mut dazu findet, es sich anzusehen.
Adrien: Sie muss da raus flüchten. Ja, die möchten nicht, dass sie geht. Zu gehen ist keine Option [bei Scientology], also muss sie flüchten.

Adrien und Shane Kelsey beim Interview …

Adrian und Shane, der jetzt 21 Jahre alt ist, hoffen, dass sie dazu etwas beitragen können – aber auch, dass ihr Beispiel anderen Familien hilft.
Adrian: Ich habe meinen Sohn zurückerhalten.
Shane: Ich bekam meinen Vater zurück.

Der heutige Bericht von TodayTonight

Fotos: Screenshots TodayTonight

Aktuell: Jan Eastgate ein zweites Mal angeklagt …

Jan Eastgate, eine Führungsfigur und Präsidentin von Scientologys Citizens Commission of Human Rights (CCHR – firmiert in deutschsprachigen Ländern als KVPM – Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte) wurde heute in Australien ein zweites Mal wegen Justizbehinderung angeklagt.

Sie war im letzten Sommer bereits wegen dieses Deliktes (Verschleierung von Kindesmissbrauch) angeklagt worden – hier der aktuelle Bericht der australischen ABC NEWS

Die Vorgeschichte: Jan Eastgate stiftete 1985 die damals 11-jährige Carmen Reiner dazu an, der Polizei zu erzählen, dass sie von ihrem Stiefvater – einem Scientologen – nicht sexuell missbraucht worden war.

Eastgate sagte ihr, dass sie und ihr Bruder vom Sozialamt weggeholt werden würden, wenn sie das nicht täte. Carmens Mutter Phoebe redete ebenfalls auf sie ein – die zweite Klage betrifft nun den Umstand, dass Eastgate zuvor Phoebe Reiner „bearbeitet“ hat, damit diese auf ihre Tochter „einwirken“ soll.

Jan Eastgate erhielt 1988 von Scientology die Freiheitsmedaille für besondere Dienste im Bereich Menschenrechte verliehen.

Hier noch ein Beitrag von TodayTonight über den Background der Geschichte …

Und ein weiterer Beitrag von Lateline

Foto: Screenshot