Die Tragödie nach der Tragödie: Scientology „marschiert“ nach dem Schulmassaker in Newtown ein …

20122012 Newtown

Nach dem Newtown-Schulmassaker mit 27 Toten war es nur eine Frage der Zeit, bis die Volunteer Minister (Ehrenamtliche Geistliche) von Scientology auftauchen würden, um ihr Pamphlet Der Weg zum Glücklichsein zu verteilen.

Wie zuvor schon nach dem Tsunami in Asien oder dem Erdbeben in Haiti kamen sie „pünktlich“ und leicht naive amerikanische Medien (Foto) griffen das prompt auf – und hielten die „Fibel“ der Scientologe in die Kamera.

Und so hat Scientology wieder einmal das Unglück und Leid von Menschen ausgenützt und es bleibt nur zu hoffen, dass dieser „Kelche“ an der Bevölkerung von Newtown vorüber geht!

Hier noch der Blog von Tony Ortega dazu …

20122012 SC-Wolf

Fotos: Anonymous, The Underground Bunker

Der geheime Geheimdienst von Scientology – siebzehnter Teil …

Citizens Commission on Human Rights-Hauptsitz, NARCONON-Einrichtung, Applied Scholastics-Haupquartier, Jugend für Menschrechte-Werbung, Way to Happiness-Foundation, Ehrenamtliche Geistliche in Berlin (von links oben im Uhrzeigersinn) …

Jetzt zur angekündigten letzten Section des Büro für spezielle Angelegenheiten: in dieser Social Reform Section verbirgt sich eine der beiden Hauptstrategien von Scientology in den letzten 10 Jahren. Die eine lag bzw. liegt in der Betonung, dass Scientology eine „Religion“ bzw. „Kirche“ ist und die andere in sogenannten „Sozialen Aktivitäten“.
Auf die gleiche Idee kamen vor Scientology schon die Mafia und andere Organisationen, die derart ihre eigentlichen Aktivitäten „bemänteln“ konnten. L. Ron Hubbard legte dementsprechend bereits in den 70er-Jahren im damaligen Guardian Office fest: „Das Büro für Soziale Koordination tritt als Reformer auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit, der Kriminellen- und Drogenrehabilitation, sowie der Erziehung und der grundsätzlichen Menschenrechte auf.“
Das damalige Büro für Soziale Koordination (Office for Social Coordination) wurde von David Miscavige umgetauft – eben in Sektion für Sozialreform (Social Reform Section) – und ab Mitte der 90er-Jahre zunehmend ausgebaut.
Bis dahin war Scientology vor allem „auf dem Gebiet der geistigen Gesundheit“ aktiv gewesen, was bedeutet: Psychiater und Psychologen wurden/werden mithilfe der Citizens Commission of Human Rights (CCHR – tritt in Deutschland, der Schweiz und Österreich als Kommission gegen Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte / KVPM auf) „bekämpft”. Scientology sieht sich selbst als „Marktführer“ auf diesem „Gebiet“ und möchte daher Psychiater, Psychologen und mittlerweile auch Psychoanalytiker, Lebensberater und jeden anderen, der sich mit der Psyche des Menschen beschäftigt, aus dem Geschäft drängen bzw. diesen „ausradieren“.
Die CCHR- bzw. KVPM-Aktivitäten waren und sind seitens Scientology absolut ernst gemeint und zielen wirklich auf die viel propagierte „Auslöschung“ dieser Personengruppe ab.
Nicht ganz so ernst ist NARCONON gemeint, das Drogenrehabilitationsprogramm von Scientology, das im Wesentlichen aus nichts anderem besteht als dem scientologischen Reinigungsprogramm (wo ohne ärztliche Verschreibung überhöhte und teilweise lebensgefährlich dosiert Vitamine usw. eingenommen werden), einem Ethikprogramm, das auf der scientologischen Ethik aufgebaut ist, die ihrerseits nichts mit dem gemein hat, was man allgemein darunter versteht, dem Kommunikationskurs und anderen Scientologypraktiken. Vor allem in den USA und Ländern, wo die ärztliche Versorgung oft Privatsache ist, reüssiert NARCONON – genauso wichtig wie neue Mitglieder, ist Scientology dabei der Publicityeffekt.
Applied Scholastics zielt wiederum ganz gezielt auf Kinder und Jugendliche und baut auf der scientologischen Studiertechnologie auf, die – milde ausgedrückt – ein an Unwissenschaftlichkeit nicht zu überbietendes Etwas darstellt, das aber in den USA oder Ländern mit keiner oder geringer staatlicher Grundversorgung ebenfalls punktuelle Erfolge verbuchen kann. Dies kann soweit gehen, dass Scientology bzw. Applied Scholastics bis in die US-Adminstration hinein bereits Ansprechpartner besitzt.
CRIMINON ist eine reine PR-Masche, wo u.a. Strafgefangenen die „Weisheiten“ Hubbards nahegebracht werden. Was in Europa bereits in den 70er-Jahren nicht einmal ansatzweise funktioniert hat, bringt in den USA, Lateinamerika und afrikanischen und asiatischen Ländern immer wieder “schöne Bilder”, die von der Scientologypropaganda ausgeschlachtet werden.
Die aus meiner Sicht gefährlichste Aktion Scientologys sehe ich bei Jugend für Menschenrechte (Youth for Human Rights), wo direkt Kinder und Jugendliche angesprochen werden, die scheinbar nichts weiter machen müssen, als ebenfalls für Menschenrechte zu sein, was bis hinauf zur UNO auch so gesehen wird, die Scientology bzw. Youth for Human Rights immer wieder einlädt. Dass dabei Scientology mitgekauft wird, fällt niemand auf.
Nicht ganz richtig: Einem fällt es schon auf – Scientology!
Die Weg zum Glücklichsein-Kampagne (Way to Happiness) stellt wiederum nichts anderes dar, als eine kleine Broschüre mit „Sinnsätzen“ von Hubbard, die von Scientology als „nichtreligiöser Moralkodex“ beschrieben werden und z.B. im Rahmen von CRIMINON verteilt wird. Der Clou an der Geschichte: die Scientologen werden aufgefordert, 12er-Packungen dieser Broschüre zu kaufen und danach zur Verteilung zu spenden. Mit anderen Worten: Scientology lässt sich die ganze Sache nicht nur nichts kosten, sie macht wahrscheinlich mit dem Verkauf der Broschüren einen satten Gewinn.

Abschließend die „Allzweckwaffe“ von Scientology: die sogenannten Ehrenamtlichen Geistlichen (Volunteer Minister). Mit ihren gelben Jacken tauchen sie beim London-Marathon genauso auf, wie in Haiti nach dem Erdbeben oder 2001 im Ground Zero. Ganz selten bis nie zur Freude der Hilfsorganisationen vor Ort, sammeln die selbsternannten „Geistlichen“ ohne Rücksicht auf Verluste Pluspunkte – vor allem bei den Medien, die heutzutage Meldungen sehr oft mehr oder weniger blind übernehmen und derart abschreiben, wenn John Travolta seinen Flieger Richtung Haiti startet: an Bord jede Menge dieser „Scientology-Geistlichen“.

Obwohl bei diesen Initiativen offiziell sehr oft bestritten wird, dass diese etwas mit Scientology zu tun haben, wird in Mitgliederzeitschriften sehr wohl Klartext gesprochen. Da werden dann diese Einrichtungen und Initiativen als Feeder Organisations propagiert, die Scientology neue Mitglieder bringen sollen, was in der Praxis leider auch sehr oft eintritt.

Soweit ein kurzer Überblick über die einzelnen Aktivitäten im Social Reform Office des Büro für spezielle Angelegenheiten

Fotos: Scientologypublikationen (7), ocmb