Aktuell: Die Tampa Bay Times läutete diese für Scientology „intensive“ Woche ein …

Psychokultführer David Miscavige ist schon mal kräftig am Üben …

Psychokultführer David Miscavige ist schon mal kräftig am Üben für die kommenden Wochen …

Bevor am Mittwoch das Dokudrama Dangerous Persuasions: A Crime for Scientology auf dem Discovery Channel läuft und am Donnerstag das Buch Going Clear – Scientology, Hollywood and the Prison of Belief von Lawrence Wright erscheinen, das am gleichen Abend auch Thema auf NBC sein wird, griff die Tampa Bay Times ein ganz anderes Kapitel auf, das genauso „erfreulich“ für Scientology ist.

In einer zweiteiligen Mini-Serie behandelten Joe Childs und Thomas C. Tobin die Ermittlungen des FBI in der Causa Scientology – hier Teil 1 von vergangenem Sonntag und hier der zweite Teil von heute. Dazu noch ein weiterer Link hier.

Zusätzlich zum umfangreichen Artikel erschien auch ein Video …

Dazu wie immer die Blogs von Tony Ortega dazu, die weitere Hintergrundinformationen enthalten – Blog 1 und Blog 2

Foto: Anonymous

L. Ron Hubbard und wie es so läuft …

L. Ron Hubbard ...

Ich habe die letzten Wochen dazu genutzt, einige Dinge zu recherchieren, einiges zu hinterfragen und einiges vorzuzubereiten. Letzteres betrifft das, worum es mir eigentlich geht: Scientology zu dokumentieren!
Ganz konkret werde ich ab Ende April die wesentlichen „Dinge“ in Scientology filmisch darstellen – mehr dazu in Kürze.

Ein weiter Punkt war die „Inventur“ der letzten Monate bzw. Jahre – was Scientology ist, was es ausmacht, wie man darüber berichten sollte usw. Rund um das Aktuelle vergisst man sehr leicht, worum es eigentlich geht – wirklich geht.

L. Ron Hubbard hatte es am 9. Jänner 1962 in seinem Vortrag Future Org Trends zusammengefasst: „Sobald die Erde clear ist – eine Nation, ein Staat, eine Stadt oder ein Dorf – stellt die Scientologyorganisation die Regierung. Und sobald das eingetreten ist, ist das einzige Gesetz das gültig ist, das Gesetz von Scientology“

Darum geht es Scientology – nur darum!

Es war daher auch nicht verwunderlich, dass Tony Ortega am 19. März 2012 in der Village Voice ganz erstaunt berichtete, dass die Untersuchungen des FBI in Bezug auf Scientology bereits eingestellt waren, als im Frühjahr 2011 darüber berichtet wurde – hier der Artikel dazu …

David Miscavige und sein „Imperium“ versucht intensiv, die Vorgabe Hubbards zu erfüllen, „die Erde clear zu machen“. Die diversen „Schlachten“, im Moment jene zwischen Debbie Cook und Miscavige & Co, fördern aber auch viele Daten zutage, die einen etwas klareren Blick zulassen. Dabei meine ich nicht die Prügelorgien im „Loch“ des RPFs, Gewalttätigkeit gab’s immer schon bei Scientology, sondern z.B. den aktuellen Bericht von Vincent Magni, der im Zuge der Debbie Cook-Auseinandersetzung die Seiten gewechselt hat und jetzt ein Rathbun-Scientologe ist.

Vincent Magni ...

In seinem wortreichen Aus- bzw. Umstiegsbrief beschrieb er einige Dinge, die zwar vermutet, bisher aber nicht bestätigt wurden. Magni ist nicht irgendwer, sondern einer der „Eingeweihten“ auf der Stufe OT VIII, ein Celebrity aus Frankreich und jahrelanger „Kämpfer“ für die Miscavige-Scientologen.
Jetzt ließ er seinen Blick einmal über die letzten Jahrzehnte schweifen und stellte dabei fest, dass es zwar eine Menge an schönen neuen Gebäuden gab, diese aber seit mehr als 20 Jahren immer leerer wurden – Beispiel: in den drei französischen Scientologyorganisation Saint Etienne, Clermont Ferrand und Lyon gab/gibt es zusammen um die 10 Mitarbeiter und insgesamt 30 Scientologen. Der Trend von Scientology geht aus seiner Sicht – und er gewann diese, indem er die Statistiken von Scientology untersuchte – seit 20 Jahren bergab. Anfangs ging es steil bergab, in den letzten Jahren nur mehr leicht – auf niederem Niveau.

Noch aufschlussreicher ist aber die Zahl der OT VIII in den letzten 26 Jahren: 1.600 Scientologen „erreichten“ weltweit dieses Ziel, obwohl es mit allen Mitteln forciert wurde.

Er bestätigt damit die allgemein gültige Einschätzung von Scientology: Eine Randerscheinung mit aufgeblähter Propagandamaschine, die aber über einige Fürsprecher in Film und Politik verfügt – und eine pralle “Kriegskasse”.

Und was macht Scientology währenddessen? Es feiert sich selbst. Wobei man sagen muss: Was machen die Miscavige-Scientologen, denn es gibt ja auch noch die Rathbun-Scientologen.

Ganz konkret geht es um die pompöse Geburtstagsfeier von L. Ron Hubbard – kurz LRH genannt -, die traditionell im scientologischen Mekka in Clearwater stattfand, drei Stunden dauerte und inhaltlich das bot, was sie Jahr für Jahr schon immer geboten hat: Hubbard ist der größte …
Das Ganze fand in der Ruth Ecker Hall mit 2.180 Sitzplätzen statt, womit nicht nur der Rahmen klein war, sondern sich auch kein Hollywood-Prominenter an diesem „Scientology-Feiertag Nummer 1“ dorthin verirrte.
Die Scientology-Propaganda ignorierte diese Tatsache und überschlug sich in Superlativen, die das Auditorium zur “Ekstase” trieb – es begann schon mit dem Opener

Danach wurde viel geredet und wenig gesagt, bis Miscavige zum Schluss doch noch mit etwas herausrückte: neben 5 Scientologyorganisationen, die demnächst als Ideale Orgs erstrahlen sollen, dürfte ab 21. Juni 2012 auch das Super Power-Gebäude aktiviert werden. Ob dieser Termin hält? Darüber kann man rätseln. Ganz sicher ist aber, dass in den Monaten davor, zu vermehrter Spendentätigkeit „aufgerufen“ werden wird – und: die Scientologen scheinen sich masochistisch darauf zu freuen. Oder welcher Schluss ließe sich sonst aus ihrem frenetischen Jubel schließen?

Hier noch der ganze Artikel aus der Village Voice

Und was gibt’s bei den Rathbun-Scientologen Neues?

Eigentlich auch nicht sehr viel, außer dass sich Marty Rathbun regelmäßig darin produziert, der Menschheit die Welt erklären zu wollen – aber das tat er ja auch schon unter der Regie von David Miscavige.

Mike Rinder ...

Und Mike Rinder, langjähriger Geheimdienst-Chef der Miscavige-Scientologen, der jetzt bei den Rathbun-Scientologen irrlichtert, gefällt sich in der schmucken Annahme, dass Miscavige seinerzeit Lisa McPherson getötet hat – und dass diese an einer Lungenembolie gestorben war. Ersteres war fast anzunehmen, da Rinder ja mittlerweile die Seiten gewechselt hat. Dass er aber nach wie vor behauptet, dass McPherson an einer Lungenembolie gestorben ist und nicht am absolut verbrecherischen und menschenverachtenden Introspection Rundown von L. Ron Hubbard, ist mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben.
In bester Miscavige-Rathbun-Cook-Manier verdreht er die Tatsachen wie er sie braucht und negiert dabei, dass bei der Autopsie dieser Umstand sehr wohl bemerkt und festgehalten worden wäre.

Bei weitem Interessanter wäre es, wenn Rinder erklären würde, warum die Autopsieärztin Joan Wood zuerst feststellte, dass die Todesursache “unbekannt“ war, um Jahre später ihren Bericht in „Unfall“ abzuändern, worauf das Gerichtsverfahren gegen Scientology bzw. Miscavige eingestellt wurde – er war schließlich als Geheimdienstchef für deren „Gesinnungswandel“ verantwortlich. Rinder „schlussfolgerte“ zu McPhersons Tod lieber: „[Lungenembolie] passiert in Krankenhäuser mit Ärzten im Notdienst ständig“.
(Hier der ganze Rinder-Blog und dazu mein Lisa McPherson-Blog – man sollte ihn Rinder übersetzen, vielleicht fällt es ihm dann wieder ein …)

Oder hatte Rinder einfach Hubbards Vorgaben im Ohr: „Eines Tages sagt vielleicht jemand ‘Das ist illegal!’. Wenn dem so ist, seien Sie sicher, dass [Scientology] Organisationen sagen, was legal ist und was nicht!“
(HCO PL 4 Jänner 1966 Relationship to Orgs)

Fotos: Vincent Magni, Scientologypublikationen (2)