L. Ron Hubbard, der Satanist (Teil B) …

Für den Schwarzmagier und Satanisten Aleister Crowley stellte das Buch des Gesetzes (The Book of the Law) die Grundlage seines „Wirkens“ dar – für L. Ron Hubbard auch.

Ein kleiner Auszug aus dem Buch: „1. 3. Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.
1. 57. … Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen. …
2. 23. Ich bin allein; es gibt keinen Gott, wo ich bin.
2. 31. Fragt Macht Warum, so ist Macht Schwäche.
2. 60. Deshalb schlage hart & tief, und zur Hölle mit ihnen, herrsche!
3. 3. Nun muss zuerst verstanden sein, dass ich ein Gott des Krieges & der Rache bin. Hart werde ich mit ihnen verfahren.
3. 18. Erbarmen lasst beiseite: verdammt die, die Mitleid haben! Tötet und foltert; verschont nicht; kommt über sie!
3. 42. … Jene, die versuchen dir eine Falle zu stellen, dich zu stürzen, sie greife ohne Erbarmen oder Mitleid an; & vernichte sie vollkommen.
3. 47. … Er soll sich nicht bemühen, es zu versuchen: da einer nach ihm kommt, von woher sage ich nicht, der den Schlüssel all des Ganzen entdecken wird. …
3. 51. Mit meinem Falkenkopf picke ich nach den Augen von Jesus, wie er da am Kreuze hängt.
3. 52. Meine Schwingen schlage ich in das Gesicht Mohammeds & blende ihn.
3. 53. Mit meinen Klauen reiß ich das Fleisch des Inders und des Buddhisten, Mongolen und Din.
3. 54. Ich speie auf eure jämmerlichen Glaubensbekenntnisse.
3. 55. Die unberührte Maria werde auf den Rädern zerrissen, um ihretwillen seien alle keuschen Frauen unter euch sämtlich verachtet!
3. 60. Es gibt kein Gesetz außer Tu was du willst.“

Daraus leitete Crowley das Gesetz von Thelema ab, dem auch Hubbard „folgte“:
„Tu was du willst, soll sein das ganze des Gesetzes.
Du hast kein Recht als Deinen Willen zu tun.
Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.
Es gibt kein Gesetz jenseits von Tu was du willst.“

Zwischenbemerkung: Vor allem die paramilitärische Sea Org von Scientology ist sehr stark von diesem Gesetz von Thelema geprägt – Hubbard hat deren Vorgaben nur umgeschrieben. Und natürlich das sogenannte Freiwildgesetz, in dem der Umgang mit „Feinden“ von Scientology beschrieben wird: „Regel für Unterdrückerische Personen anwenden. Freiwild. Darf seines Eigentums beraubt oder (in jeder Weise durch jeden Scientologen) verletzt werden, ohne dass dies disziplinarische Folgen für den Scientologen hat. Darf hereingelegt, verklagt, belogen oder zerstört werden“

Hubbard machte ursprünglich auch gar kein Geheimnis aus dieser „Verbindung“, als er Anfang der 50er-Jahre z.B. im Rahmen seiner Philadelphia Doctorate Course-Vorträge ganz offen darüber sprach: „Die magischen Kulte im Mittleren Osten des 8., 9., 10., 11. 12. Jahrhunderts waren faszinierend. Das einzige moderne Werk, das irgendetwas damit zu tun hat, … ist ein faszinierendes Werk, das Aleister Crowley geschrieben hat, der späte Aleister Crowley, mein sehr guter Freund. Er hat ein großartiges und ästhetisches Stück um diese magischen Kulte gebaut. Es ist sehr interessant zu lesen und man sollte sich eine Kopie besorgen; sie ist noch zu bekommen. … Er hat sich selbst als ‚Das Biest“ bezeichnet, das Zeichen des Biestes ist 666. Sehr, sehr anders, aber unabhängig davon hat … Crowley sehr viele Daten dieser alten Kulte ausgegraben.“

„Der alte Aleister Crowley hatte einige interessante Dinge darüber zu sagen. Er schrieb ein Buch des Gesetzes.“

„Sie sitzen beispielsweise heute unter einer Verfassung hier, die Ihnen religiöse Freiheit garantiert, aber … was würde passieren, wenn Sie damit beginnen würden, Baal anzubeten? Mann! Wie das in den Medien klingen würde. Wenn Sie damit beginnen würden, Luzifer zu verehren, wenn Sie damit beginnen würden, irgendeinen der zahllosen Götter anzubeten. Ein Freund, Aleister Crowley … erreichte einen Grad der religiösen Verehrung, der sehr interessant ist – oh Boy! Die Presse hat dann während seines ganzen Lebens mit seinem Kopf Hockey gespielt. Das Große Biest – 666. Dabei hatte er nur eine andere Stufe der religiösen Verehrung. Ja, Sir. Dir steht es unter dieser Verfassung frei, alles zu verehren, solange es nur christlich ist.“

Aleister Crowley ...

In einem anderen Vortrag ließ Hubbard anklingen, worum es ihm bei Dianetik und Scientology wirklich ging, als er über das westliche Denken – „Mathematik, Organisation, Logik, Elektronik – aber nicht Sigmund Freud oder die griechischen Philosophen.“ – und das östliche Wissen bzw. die Verbindung beider sprach: „Viele sind bereits in den vergangenen Jahrhunderten gescheitert, wenn sie dies versucht haben. Unter ihnen war Nietzsche und mit ihm die deutsche Nation; unter ihnen war Schopenhauer; unter ihnen war Aleister Crowley. … Sie sind daran gescheitert, weil sie es als ‚Es‘ betrachtet haben und versucht haben, es als ‚Es‘ zu analysieren. Sie versuchten ihre eigene seltsame Logik auf ‚Es‘ anzuwenden. … Ich kannte beide Wissensgebiete … ich kenne niemanden anderen in diesem Jahrhundert oder Ende des letzten, der diesen Hintergrund hatte; den Hintergrund in Mystizismus und Okkultismus, Metaphysik, Theologie, Hokus-Pokus, Voodoo, Magie, Spiritismus …, der gleichzeitig auch mit den westlichen Gedankengängen vertraut war.“

Für seinen Sohn Ron jr., der Anfang der 50er-Jahre an seiner Seite war, bestand über diese Tatsache auch kein Zweifel: „Wir waren in Philadelphia. Es war im November 1952. … Während er sich auf seinen für den nächsten Tag geplanten Vortrag vorbereitete, schritt er im Zimmer auf und ab und amüsierte sich über diese oder jene Passage aus Crowleys Schriften. Einen Monat zuvor war er in London gewesen, wo er endgültig seinen Durst stillen, seinen Becher mit der wahren, unbehandelten, nackten Gewalt aus Magick füllen konnte. Er konnte die Lust von Jahrhunderten mit seinen Fingern berühren. Die Umgebung des ‚Großen Biestes‘ zu berühren und zu schmecken, Crowleys Bücher, Aufzeichnungen und Erinnerungsstücke streicheln zu können, löste höchste Ekstase bei ihm aus. In London kam er zu den letzten Schlüsseln, die es ihm ermöglichten, den Platz des Großen Biestes einzunehmen, als dessen rechtmäßigen Erben er sich sah. …
‚Die Bücher und ihre Inhalte müssen für immer geheim gehalten werden’, sagte er. ‚Sie zu enthüllen, wird augenblicklich zum Wahnsinn führen, dir den Verstand rauben und dich zerstören’, sagte er. ‚Die Geheimnisse, Techniken und Kräfte habe ich allein entdeckt und nutzbar gemacht. Ich alleine habe sie kultiviert, verbessert und dabei meine technischen Grundlagen verwendet: Wissenschaft und Logik. Die Schlüssel! Meine Schlüssel zur Eingangstür der Magick; meiner Magick! Die Macht! … Meine Macht! Die wahre Macht von Salomon, als dieser sagte, dass Caligula und Alice eins sind.’
‚Deine Vergangenheit ist dein Feind’, sagte er. ‚Der Feind von allem. … Die Bücher, einige kürzlich veröffentlicht, einige über 1.200 Jahre alt, das ‚Buch des Gesetzes‘, ‚Die Heilige Magie’ von Abre-Melin, die ‚Sexualmagie des Neunten Grades.’ … ‚Ich habe Magick zum Funktionieren gebracht’, sagte er. ‚Keine kindischen Rituale mehr. Ich reduzierte die Magick auf ihre Grundlagen ohne unnötige Bürden.’“

John Atack schrieb wiederum über die Beschwörungen Hubbards und das Blutritual: „Während des Armstrong-Prozesses wurden die ‚Beschwörungen‘ Hubbards teilweise vorgelesen, die meisten trotz des Protestes des Anwalts von Mary Sue Hubbard, der sagte, dass ‚diese Dokumente das Privateste und Persönlichste darstellten, das ich jemals gelesen hatte.‘
Armstrongs Anwalt, Michael Flynn, schloss sich dem an: ‚Die meisten Scientologen würden die Organisation, fünf Minuten nachdem sie das gelesen haben, verlassen.‘
Die ‚Beschwörungen‘ waren umfangreich. … Sie waren in Hubbards Handschrift verfasst. Nur eine ganz kleine Auswahl wurde im Gerichtssaal verlesen. … In diesen ‚Beschwörungen‘ hypnotisierte sich Hubbard selbst, um glauben zu können, dass ‚die Menschheit und alle Wesen an ihn als seine Sklaven gebunden waren‘. …
Ebenfalls unter Gerichtsverschluss war ein Dokument mit dem Namen Das Blutritual. … Dieses Dokument war offensichtlich so heikel, dass kein einziger Teil davon während des Gerichtsprozesses bekannt wurde. … Seitdem ich meine Recherchen begonnen hatte, habe ich Kopien dieses Blutrituals gesehen. … Die Zeremonie beinhaltet, dass Hubbard und die Frau an seiner Seite ihr Blut mischen, um eins zu werden. … Ron jr. sagte, … dass sein Vater niemals damit aufgehört hat, Magick zu praktizieren; Scientology kam für ihn von der ‚dunklen Seite der Macht‘.“

Bent Corydon beschrieb weitere Beschwörungen Hubbards: „Wir haben nichts zu tun mit den Ausgestoßenen und den Untüchtigen; lasst sie in ihrem Elend umkommen. Mitleid ist das Laster von Königen; stampft den Unglücklichen und den Schwachen nieder; das ist das Gesetz des Starken; das ist unser Gesetz und das Vergnügen der Welt. …
Ich stamme von der Schlange ab, die Kenntnis und Erleuchtung gab, und erfülle die Herzen der Männer mit Trunkenheit. Wer mich verehren will, nehme Wein und befremdende Drogen … Sie sollen euch überhaupt nicht schaden … Sei stark, oh Mann! Lust, erfreue dich an allen sinnlichen Dingen und an Vergewaltigung … die Könige dieser Erde sollen für immer Könige sein; die Sklaven sollen dienen. …
Die dich einfangen wollen; um sie loszuwerden, greife sie ohne Mitleid oder Nachsicht an und zerstöre sie ganz. …
Ich bin einmalig und der Sieger. Ich gehöre nicht zu den Sklaven, die untergehen. Sie sollen verdammt und tot sein! Amen.“

Es gibt aber auch sehr viele okkulte Parallelen in Scientology. Von den Symbolen sind vor allem Dreiecke, die Hubbard im Übermaß verwendete, u.a. das Dianetiksymbol, ein stilisiertes Dreieck.

Im Symbol des Religious Technology Center (Abb. oben), dem David Miscavige vorsteht, findet man sowohl dieses Dianetiksymbol als auch das Scientologysymbol. Dreiecke sind magische Symbole, die im Okkultismus ihre Verwendung finden.
Das Scientologysymbol selbst besteht aus einem großen S und ebenfalls zwei Dreiecken, die für Affinität, Realität, Kommunikation bzw. Wissen, Verantwortung und Kontrolle stehen. Wobei das S für Scientology eine Schlange symbolisiert – ein weiteres magisches Symbol.
Nach der „Kirchengründung“ führte Hubbard das Kreuzsymbol ein. Wobei das Symbol des Hermetic Order of the Golden Down, das von Aleister Crowley verwendete Kreuz und jenes von Scientology frappierende Ähnlichkeiten in ihrer Grundstruktur aufweisen, u.a. die Kreuzform und die Kreuzenden.

Von links: Rosenkreuz des „Hermetic Order of the Golden Down“, Kreuz von Aleister Crowley, Kreuz von Scientology …Von links: Rosenkreuz des „Hermetic Order of the Golden Down“, Kreuz von Aleister Crowley, Kreuz von Scientology …

Inhaltlich beschäftigte sich Hubbard u.a. auch mit dem Tarot, das ägyptische und kabbalistische Wurzeln hat. Hubbard in einem Vortrag: „Vor einigen tausend Jahren entwickelte jemand eine Philosophiemaschine namens Tarot. Gott weiß, was diese Maschine mit uns zu tun hat. … Jede der Karten des Tarot ist die Vorstellung menschlicher Erfahrung; auf die eine oder andere Weise. … Aber es ist ein sehr interessanter Aufhänger. Einer der Begriffe des Tarot, der überlebte, ist der Narr. Der Narr ist der Weiseste von allen. Der Narr, der die Straße hinunter geht, Alligatoren an seinen Fersen und Hunde, die nach ihm schnappen. Er geht blind seinen Weg. Er weiß, dass es genügt, wenn man nur weiß und sonst nichts macht. … Weil ihm nichts etwas anhaben kann – nichts kann ihm etwas anhaben. … Aber schauen sie einmal, wie wir damit umgehen sollten.
Wir müssen Scientology hernehmen und beim Tarot anwenden – und damit das Tarot erklären.“

Hubbards Vorliebe für den Narren lässt sich auch aus dem Buch des Gesetzes ableiten, wo Crowley schrieb: „Mein Prophet ist ein Narr. … Möge er die erste Prüfung bestehen, & es wird für ihn gleich Silber sein. … Nach der zweiten, wie Gold. … Nach der dritten, wie Steine aus kostbarem Wasser. … Nach der vierten, wie äußerste Funken des innersten Feuers.“

Das Tarot selbst hatte Hubbard bei Crowleys O.T.O. kennen gelernt, dessen Tarot-Set nach wie vor im Handel ist. Aus seinen Beschreibungen – Alligatoren und Hunde – lässt sich schließen, dass er Crowleys Tarot meinte. Es gibt kein anderes Tarot-Set, das Alligatoren aufweist.

Tarot-Karte „Der Narr“ …

Ein weiterer Punkt: Hubbard bezeichnete einige Stufen in Scientology als Grade, seine Zählweise beginnt mit Null und er verwendete römische Ziffern bei ihrer Bezeichnung: Grad O, Grad I bis IV oder OT III, OT VIII usw. Diese Art des Zählens wurde von Crowley übernommen, der genau so verfuhr.

Auch das hubbardsche Ethiksystem mit der Suppressive Person, dem Unterdrücker, und dem Abbrechen der Verbindung, die geheimen „Richtlinienbriefe“ Hubbards und das Freiwildgesetz können vom Buch des Gesetzes abgeleitet werden, wo Crowley u.a. schrieb: „Nichts haben wir gemein mit den Ausgestoßenen und den Jämmerlichen: Sollen sie in ihrem Elend sterben. … Tretet nieder die Jämmerlichen & die Schwachen: dies ist das Gesetz der Starken … denke nicht nach, o König, über diese Lüge: … Fragt Macht Warum, so ist Macht Schwäche.“

Weitere Parallelen nach Atack: „Hubbard legte sehr großen Wert auf das Zurückerinnern an das Geburtserlebnis – Crowley hatte darauf hingewiesen, dass sich ein Magier an seine Geburt erinnern muss. … Beide, Hubbard und Crowley, sprachen über Vergangene Leben anstelle von Inkarnation – Crowley nannte dies Die Magische Erinnerung. … Crowley sagte, dass ‚das Böse nur scheinbar ist, wie das Gute.‘ Hubbard meinte, dass ‚das Gute und das Böse … nur Erwägungen wären, auf keiner anderen Basis als der Meinung.‘ Beide sprachen von einem ‚Persönlichen Universum‘.“

Hubbard folgte Crowley aber auch dabei, als dieser “feststellte”, dass die Bedeutung von Worten klar sein muss, sie „geklärt“ werden müssen. In seinem Buch des Gesetzes schrieb Crowley: „Du wirst die Ordnung & Werte des Englischen Alphabets erhalten; du sollst neue Symbole finden, sie dort zuzuordnen.“
Hubbard entwickelte aus diesem Mix nicht nur seine Studiertechnologie, sondern sah in der „Tatsache“ eines nicht verstandenen Wortes oder Symbols den Grund, warum sich jemand „feindlich gegenüber dem Verwender dieses Symbols verhält“ – und dadurch zum Unterdücker wird, zur Suppressive Person.

In anderen Aussagen Hubbards finden sich weitere Parallelen: „Crowley sagte, ‚dass Jesus Christus zurecht gezaubert‘ war, was sich mit Hubbards Aussage deckte, als er sagte, dass dieser eine ‚hypnotische Einpflanzung‘ war.“ Eine andere Aussage Hubbards besagt, dass „es Gott nur gibt, damit er der ‚Trick‘ dieses Universums ist“.

Ein weiteres Buch Crowleys zeigt weitere Parallelen zwischen dessen Magick und Scientology: Magick in Theory and Practice. Der US-Religionswissenschaftler Hugh Urban breitete in einem langen Artikel in der US-Zeitschrift Nova Religio die Zusammenhänge auf – ich werde Genaueres berichten, sobald ich eine Kopie des Exemplars habe. Nova Religio ist nämlich noch ein Magazin alter Schule – ohne Online-Ausgabe.

Vorab das, was Urban gegenüber der Village Voice bemerkte: Begonnen beim Umstand, dass sowohl Crowley als auch Hubbard immer betonten, dass es sich bei ihren „Wissensgebäuden“ um eine Wissenschaft handelte, beide das Postulat als den Beginn von allem sahen, Crowley auf „Theoreme“ und Hubbard auf „Axiome“ aufbaute (beide in Form von Aphorismen geschrieben), die als „wissenschaftlich“ präsentiert wurden und bis hin zur „Schlussfolgerung“ der beiden, dass es nur mithilfe ihrer jeweiligen „Wissenschaft“ möglich sei, das konkrete Wissen über sich selbst und sein Potential zu erlangen.

Alles klar?

Wenn es jemanden immer noch nicht klar sein sollte, empfehle ich, sich auf die Spuren von Prof. Urban zu begeben und das Buch Magick in Theory and Practice mit einschlägiger Scientologyliteratur zu vergleichen – Hubbard hat es natürlich etwas „aufgepeppt“, die Intention blieb die gleiche …

Fotos: Scientologypublikationen (2), div. Internet (Crowley, Tarot, Symbole), Wikipedia

L. Ron Hubbard, der Satanist (Teil A) …

Aleister Crowley, Jack Parsons und L. Ron Hubbard …

Am 13. März feiert L. Ron Hubbard Geburtstag und dieser Tag ist gleichzeitig der höchste „Feiertag“ in Scientology. Anlass genug, um die Person Hubbard entsprechend zu würdigen. Dass man dazu die Buchform benötigt, hat Russell Miller gezeigt, dessen Buch Bar-Faced Messiah sehr zu empfehlen ist (hier in deutscher Sprache).

Im Rahmen meines Blogs kann ich aber nur auf einige Stichwörter aus dem Leben Hubbards eingehen, die da wären: Satanist, Bigamist, Hochstapler und Betrüger. Den Anfang mache ich mit dem Satanisten L. Ron Hubbard und behandle das Thema in zwei Teilen.

Dabei muss man darüber nicht spekulieren: Es gibt genügend Aufzeichnungen, die Hubbards „Karriere“ belegen. Hubbard war Science Fiction-Autor der B-Liga und seine schwarzmagische Karriere begann, als er 1938 an einem Buchprojekt arbeitete, das er Excalibur nannte und in dem er sich mit der Ewigkeit auseinandersetzte und wie man diese überlisten “konnte”. Er fand dafür zwar keinen Verleger, aber in einem Brief an seine Frau schrieb er: „Früher oder später wird Excalibur veröffentlicht werden und dann habe ich eine Chance, mir einen Namen zu machen. … Das Leben ist ein ziemlich bitterer Witz …. Das einzige Trachten des Menschen ist, zu überleben. Das äußerste Limit dieser Bestrebung ist kreative Arbeit. Alles darunter ist zu nah am simplen Überlebenskampf, bis dann früher oder später der Tod eintritt. Und so strebe ich nach einem Gleichgewicht, das ausreicht um das Überleben auf einer Ebene zu realisieren, die sogar die Götter zum Staunen bringen sollte. Ich habe das Ding umgedreht und so liegt es an mir, im großen Stil zu überleben. … Vielleicht bin ich verrückt, aber nichts desto weniger entschlossen: Ich habe große Hoffnungen, der Weltgeschichte so heftig meinen Namen aufzudrücken, dass er zur Legende wird, selbst wenn alle Bücher zerstört werden müssen. Das ist mein wahres Ziel. … Gott hatte wohl seinen boshaften Tag, als er das Universum erschuf. So liegt es alle paar Jahrhunderte an einem Menschen, hervorzutreten und ihn so weit wie möglich in die Schranken zu weisen.“

Ende der 30er-Jahre hatte Hubbard dann erste Kontakte zu okkulten Vereinigungen, wahrscheinlich über seinen Onkel Elbert, der in diesen Kreisen verkehrte. 1940 war er für einige Monate Mitglied des Rosenkreuzerordens A.M.O.R.C., wo er zwei Grade absolvierte. Durch seine Mitgliedschaft hatte Hubbard Aleister Crowley kennen gelernt bzw. dessen Werke. Der A.M.O.R.C. selbst wurde von Dr. Harvey Spencer Lewis gegründet, der versuchte, mit Theodor Reuss ein enges Bündnis zwischen europäischen und amerikanischen Rosenkreuzerorden herzustellen. Theodor Reuss stand seinerseits dem Ordo Templi Orientis (O.T.O.) vor, der ab 1922 von Aleister Crowley geleitet wurde.

Den ersten Kontakt zum O.T.O. hatte Hubbard während eines Urlaubs im Spätsommer 1945, als er die von Jack Parsons geleitete Loge in Los Angeles besuchte. Unmittelbar nach seiner Entlassung vom Militärdienst reiste Hubbard direkt zu Parsons – vergessen waren Ehefrau und Kinder. Nach einiger Zeit machte er Parsons Freundin, Sara „Betty“ Northrup, zu seiner Geliebten. Bei Parsons überwog trotz dieser Tatsache die Begeisterung, was ein Brief zeigt, den er an Aleister Crowley schrieb: “Vor ungefähr drei Monaten traf ich Captain L. Ron Hubbard, einen Schriftsteller und Forscher, von dem ich zuvor schon gehört hatte … Er ist ein Gentleman. Er hat rotes Haar, grüne Augen, ist redlich und intelligent, und wir wurden gute Freunde. Er zog bei mir vor ungefähr zwei Monaten ein, und obwohl Betty und ich immer noch Freunde sind, hat sie ihre sexuelle Zuneigung auf Ron übertragen.
Obwohl er kein formales Training in Magick [Crowley machte aus Magic Magick] hat, besitzt er außerordentliches Verständnis und viel Erfahrung in diesem Bereich. Aus seinen Kenntnissen schloss ich, dass er in direktem Kontakt mit einer höheren Macht steht, vermutlich seinem Schutzengel. Er beschreibt seinen Engel als eine wunderschöne Frau mit Flügeln und rotem Haar, die er die ‚Herrscherin’ nennt. Sie führt ihn durch sein Leben und hat ihn schon oft gerettet. Er ist die thelematischste [abgeleitet vom Gesetz von Thelema Crowleys] Person, die ich jemals getroffen habe, und in völliger Übereinstimmung mit unseren Prinzipien … Ich brauche einen magischen Partner. Ich habe viele Experimente im Kopf.”

Bericht der Sunday Times, 1969 ...

Parsons sprach dabei das Ritual zur Schaffung eines Mondkindes (Moonchild) an, da es nach Crowley „Ziel der großen Magier aller Zeiten war, einen Anti-Christ zu erschaffen“. Aleister Crowley wiederum war zu diesem Zeitpunkt der Schwarzmagier und Satanist des 20. Jahrhunderts und die englische Sunday Times berichtete bereits 1969 ausführlich über die „Bekanntschaft“ Hubbards mit Aleister Crowley.

Am 4. Januar 1946 begann Jack Parsons dann mit den angesprochenen Ritualen, die er im Buch Babalon aufzeichnete. Darin beschrieb er u.a., dass er, “untermalt von Prokofiews Violinkonzert, einige Rituale wie die Anrufung des Luftpentagramms und die Anrufung des Nichtgeborenen” durchführte und mit der “Erlaubnis zur Verabschiedung bzw. der Reinigung und Verbannung” schloss. Die Ergebnisse waren mickrig, lediglich ein Sturm kam auf. Parsons war frustriert.
In einem Brief an Crowley schrieb er: “Es scheint nichts passiert zu sein. Der Sturm ist sehr interessant, doch nicht das, worum ich gebeten habe.” Am 14. Januar konnte Parsons erstmals von einem positiven Ereignis berichten und L. Ron Hubbard taucht in seinen Beschreibungen erstmals auf: “Die Beleuchtung des Hauses fiel um neun Uhr abends aus. Ein anderer Magier [Hubbard], der im Haus wohnte und mit mir studierte, trug eine Kerze durch die Küche, als er einen starken Schlag auf seine rechte Schulter bekam; die Kerze fiel ihm dabei aus der Hand. Er rief mich, und wir beobachteten in der Küche ein bräunlich-gelbes Licht, etwa sieben Fuß hoch. Ich schwang ein magisches Schwert und es verschwand. Sein rechter Arm war für den Rest der Nacht taub.”

Danach wurden die Rituale fortgesetzt, Hubbard wurde fix als „Schreiber“ integriert und Parsons notierte: “Der Schreiber hatte eine Art astrale Vision. Er sah angeblich einen seiner alten Feinde hinter sich stehen, gekleidet in eine schwarze Robe und mit einem teuflischen, teigigen Gesicht. Hubbard ging sofort zum Angriff über und spießte das Phantom mit vier Wurfmessern an der Tür auf. Später hörte ich in meinem Raum Klopfgeräusche und eine schnarrende, metallische Stimme schrie: ‚Lasst mich frei!‘. Ich spürte diese Nacht große Spannung und gewaltigen Druck im Haus.“

Parsons und Hubbard brachen dann am 18. Januar 1946 zu einer „mystischen Mission“ in die Mojavewüste auf, die Parsons mit den Worten „Es ist erfüllt!“ beendete. Bei ihrer Rückkehr fanden sie Marjorie Cameron vor, die eigentlich nur eine der vielen Bohemiens war, die sich im Umfeld des Hauses aufhielten. Parsons war davon überzeugt, dass sie der lüsterne Elementargeist war, die Scharlachrote Frau, die er mit Hubbard herbei beschworen hatte. Ganz begeistert schrieb er einige Tage später an Aleister Crowley: “Ich habe mein Elemental gefunden! Sie tauchte am Abend nach der Beendigung der Operation auf und ist seither hier. Sie hat, wie beschrieben, rotes Haar und schräge grüne Augen. Sie ist eine Künstlerin, fest entschlossen, mit maskulinen Eigenschaften und einem fanatischen Unabhängigkeitsstreben.”

Die „Scharlachrote Frau“ …

Ende Februar 1946 fuhr Hubbard an die Ostküste und Jack Parsons führte allein einige Rituale durch. Während der Anrufung der Göttin Babalon wurde ihm befohlen, “einige Mitteilungen in einer bildhaften biblischen Sprache zu schreiben“. Die siebenundsiebzig Paragraphen wurden zum Herzstück des Buch Babalon. Er nahm an, dass er derart die Anweisungen für die Schwängerung seiner Scharlachroten Frau erhielt: “Jetzt ist die Stunde der Geburt gekommen. Jetzt soll mein Adept am Ort des Basilisken gekreuzigt werden. Deine Tränen, Dein Schweiß, Dein Blut, Dein Samen, Deine Liebe, Dein Glaube sollen dafür sorgen … “

Hubbard kehrte von der Ostküste zurück und erzählte, dass er eine Vision hatte, die davon handelte, dass eine „wilde und wunderschöne Frau nackt auf einem großen, katzenartigen Biest geritten war … und eine dringende Botschaft zu übermitteln hätte“. Hubbard und Parsons bereiteten sich in der darauf folgenden Nacht mit Kerzen und Räucherwerk auf den Empfang dieser Botschaft vor. Parsons, der Hohepriester, war mit einer schwarzen Robe bekleidet und trug einen Kelch sowie einen Dolch. Hubbard hatte eine weiße Robe mit Kapuze an und trug eine Lampe. Ein Tonbandgerät wurde aufgestellt und auf Hubbards Vorschlag spielte man als Hintergrundmusik Rachmaninoffs Insel der Toten.

Um acht Uhr abends begann Hubbard die Nachricht aus der astralen Welt zu intonieren: „Dies sind die Vorbereitungen: grün-goldener Stoff, Futter für das Biest auf einem Silbertablett hinter dem Altar. Enthülle es erst, wenn die Türen fest verschlossen sind. Der Übergang ist der Tod, der hintere Teil des Altars. Triff sofort die Vorbereitungen. Entzünde die erste Flamme um 10 Uhr abends am 2. März 1946. Das Jahr Babalon ist 4063 …
Stelle um 10 Uhr einen Kasten voller Dunkelheit her. Schmiere das Gefäß, das die Flamme enthält, mit deinem eigenen Blut aus. Zerstöre auf dem Altar etwas Wertvolles. Bleibe ganz ruhig und achte auf die Stimme unserer Herrin. Sprich mit niemandem über dieses Ritual oder über ihr Kommen … Zeige Dich unserer Herrin; weihe ihr Deine Organe, weihe ihr Dein Herz, weihe ihr Deinen Verstand, weihe ihr Deine Seele, denn sie soll Dich absorbieren, und Du sollst zur lebenden Flamme werden, bevor sie erscheint …“

Nachdem Hubbard mit seiner Botschaft fertig war, wurde Marjorie Cameron, die Scharlachrote Frau, in das Zimmer geführt – sie war unter ihrer Purpurrobe nackt. „Oh Kreis der Sterne“, intonierte Parsons, „woher unser Vater ist und dazu sein jüngerer Bruder, … Seele von unbegrenztem Raum.“
Hubbard und Cameron stimmten ein: „Glorie für die Scharlachrote Frau, Babalon, der Mutter der Abscheulichkeiten, die auf dem Biest reitet, denn sie hat ihr Blut in jede Ecke der Erde verspritzt und schau! Sie hat es in den Becher ihrer Hurenhaftigkeit gemischt …“
Hubbard verblieb am Altar, deklamierte und beschrieb, was auf der astralen Ebene geschah, während Parsons erregt seinen „Zauberstab“ in die Scharlachrote Frau versenkte und sie wild zu kopulieren begann.

Parsons notierte in seinem Buch: „An diesem Abend führten der Schreiber und ich unsere Arbeit fort. Diesmal wurde ein weißes Laken mit verschmiertem Menstruationsblut am Boden des Tempels ausgelegt und ein roter Stern, der von der Robe des Hohenpriesters abgeschnitten worden war, wurde symbolisch auf dem Altar verbrannt. Als ich die Anrufung des Zauberstabes auf dem nackten Körper der Scharlachroten Frau ausführte, rief der Schreiber: ‚Umarme sie, bedecke sie mit Küssen. Denk an die unanständigsten und laszivsten Dinge, die du tun könntest. Alles ist gut für Babalon. Alles … Ihr ist die Lust, Dein ist die Leidenschaft. Bedenke, dass du das Biest vergewaltigst.’“

Am letzten Tag wiederholten sie nochmals das Ritual und beendeten es mit einem Gedicht, das Die Geburt von Babalon hieß: “Ihr Mund ist rot und ihre Brüste schön, ihre Lenden sind voll Feuer, und ihre Lust ist so stark wie ein Mann in der Hitze ihres Verlangens, und ihre Verhurtheit ist heilig, wie die Tugend schmutzig ist unter dem heiligen Himmel, und ihre Küsse werden lustvoll die Welt wegwaschen in einer Leidenschaft, die niemals stirbt. Du sollst lachen und lieben und ihrem Tanz folgen, wenn der Zorn Gottes verschwunden ist, und träum nicht weiter von Hölle und Hass bei der Geburt Babalons.”

Abschließend vermerkte Parsons, dass die Rituale erfolgreich waren: „Babalon ist heute auf der Erde angekommen und erwartet die angemessene Stunde seiner Manifestation. … Die letzten drei Tage habe ich eine Zeugungsoperation durchgeführt, indem ich die Tafeln, den Becher und eine weibliche Figur gebrauchte; entsprechend angerufen vom Zauberstab. Dann habe ich den Altar versiegelt. Letzte Nacht habe ich dann eine Operation symbolischer Geburt durchgeführt. Jetzt kann ich nur noch beten und warten.“

Am 6. März schrieb Parsons einen Brief an seinen satanischen Meister in England, in dem er ihn von den monumentalen Ereignisse unterrichtete, die kürzlich stattgefunden hatten: “Ich kann kaum darüber sprechen oder entscheiden, was ich schreiben kann. Ich bin zu absoluter Verschwiegenheit angehalten. Ich hatte die wichtigste und gleichzeitig verheerendste Erfahrung meines Lebens … Ich bin der Meinung, dass es das Resultat des funktionierenden IX. Grades war (diese Art Sexualmagie, die dazu entworfen wurde, ein höheres Wesen zu erschaffen). … Ich war in direktem Kontakt mit der EINEN, der Schönsten und Heiligsten, die im Buch des Gesetzes erwähnt wird. Ich kann ihren Namen jetzt nicht nennen.
Die ersten Instruktionen kamen direkt von Ron. Ich habe ihnen bis auf den letzten Buchstaben Folge geleistet. Es gab ein Begehren nach Inkarnation. Ich kenne die Trägersubstanz noch nicht, doch sie wird mit einem geheimen Zeichen zu mir kommen; ich muss nun neun Monate Wächter sein; dann wird es auf die Welt losgelassen. Das ist alles, was ich momentan sagen kann.“

Aleister Crowley ...

Crowley war durch die Geheimniskrämerei seines Schülers irritiert. Am 19. April sandte er eine knappe Antwort: “Du hast mich mit deinen Andeutungen über das Elemental komplett durcheinander gebracht … Ich dachte immer, ich hätte eine sehr morbide Vorstellungskraft, doch anscheinend habe ich das nicht. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was du gemeint haben könntest.”

Am gleichen Tag schrieb Crowley an Karl Germer, dem Kopf des O.T.O. in den Vereinigten Staaten: “Anscheinend produzieren Parsons oder Hubbard oder jemand anderer ein Mondkind. Ich rege mich furchtbar auf, wenn ich über die Idiotie dieser Lümmel nachdenke.”

Parsons, der im Zivilberuf Raketeningenieur bei der NASA war, heiratete einige Zeit später seine Scharlachrote Frau und sprengte sich einige Jahre danach bei einem Raketenexperiment in die Luft.

L. Ron Hubbard sollte einen ganz anderen Weg wählen – Fortsetzung in Teil B