
Pat Broeker, 1986 …
Scientology samt deren Führer hat derzeit eine Menge Baustellen und ständig kommen neue dazu. Manche sind physisch greifbar – siehe: Super Power-Gebäude -, andere gehen dafür wirklich an die Substanz. Aber der Reihe nach …
Zwei Privatdetektive verklagen Scientology nach jahrelanger „Zusammenarbeit“: Paul Marrick und Greg Arnold überwachten seit 1988 jeden Schritt, den Pat Broeker unternahm und berichteten direkt an David Miscavige. Davon wussten insgesamt nur vier Personen: Marrick, Arnold, Marty Rathbun (der sie engagierte) und David Miscavige. Honoriert wurde die „Arbeit“ von Marrick und Arnold mit rd. 500.000 Dollar im Jahr und sie berichteten dafür detailliert – jedes Gespräch wurde aufgezeichnet, sein Mistkübel „ausgewertet“, jede Begegnung gefilmt.
Das Objekt ihrer Begierde war jener Mann, der als Nachfolger von L. Ron Hubbard bestimmt war, was dieser einige Tage vor seinem Tod festgelegt hatte – ich berichtete im Mai 2012 darüber. Hubbard „promotete“ sich in diesem Schriftstück zum Admiral seiner Sekten-„Flotte“ und die Broekers (Pat und seine Frau Annie) zu „Loyal Officers“.

Nach dem Tod des Sektenführers entbrannte ein Machtkampf zwischen Broeker und Miscavige, den Broeker verlor. Danach verlor sich die Spur von ihm – dachte man. Was man nicht wusste, vielleicht vermutete, was aber jetzt herauskam: Paul Marrick und Greg Arnold waren seit 1988 immer in seiner Nähe.
Um keine Spuren zu hinterlassen wurden Marrick und Arnold über all die Jahre in Cash entlohnt. Beide hatten damit auch eine lebenslängliche „Anstellung“ erhalten – was ihnen oft von Rathbun und Miscavige versichert worden war.
Und das war dann auch der Klaggrund der beiden: Nachdem sie zwischendurch auch Rathbun ausspioniert hatten, der Scientology verlassen hatte, beendete David Miscavige ihre „Lebensstellung“ und man traf sich vor Gericht wieder.
Dazu Artikel in den Dallas Morning News und der Daily Mail …

Das Super Power-Gebäude: Obwohl es laut Ankündigung von David Miscavige schon längst eröffnet sein sollte, beschreitet man jetzt offensichtlich ganz andere Wege.
Genau genommen reißt man die die bereits fertig gebauten Büros in der vierten Etage des Gebäudes heraus und baut dafür in der fünften Etage neue.
Was das wohl wieder zu bedeuten hat, außer dass Spenden fließen werden?
Hier der entsprechende Antrag an die Stadtverwaltung, auf dem die Tinte noch feucht ist …

Und als PDF …
Jenna Miscavige-Hill kündigt ein Enthüllungsbuch an: Die Nichte von David Miscavige verließ Scientology 2005 und schrieb jetzt ein Buch über ihre Zeit im Psychokult. Das Buch mit dem Titel Beyond Belief: My Secret Life inside Scientology and My Harrowing Escape wird im Januar 2013 erscheinen und die ersten 21 Jahre ihres Lebens behandeln.

Dazu Artikel in der Daily Mail, Washington Post und der Huffington Post, sowie ein Link zu Amazon …
Last, but not least The Master: Nach einem furiosen Start setzte das Scientology-Sekten-Drama seinen Siegeszug in den USA fort, wird nunmehr in 788 Kinos gezeigt und steht auf dem siebenten Platz der Box Office-Charts – was für eine Arthouse-Produktion sensationell ist.
Dazu Artikel in DER SPIEGEL und der Los Angeles Times, sowie die Box Office-Charts …

Szene aus „The Master“ …
UPDATE: Durch einen aufmerksamen Leser wurde ich noch auf folgende Scientology-„Baustellen“ aufmerksam gemacht:

Advanced Organization Saint Hill Canada: Der pompös angekündigten “Höheren Organisation” in Kanada dürfte das Geld ausgegangen sein, denn seit Jahren tut sich im wahrsten Sinne des Wortes nichts, außer gelegentlichen Werbemaßnahmen.
Dazu ein Artikel im Examiner …

Scientology Chicago: Die Stadtverwaltung hat Scientology nahegelegt, ihr als Ideal Org angestrebtes Gebäude entweder zu beziehen oder zu verkaufen.
Dazu ein Posting im ESMB mit weiteren Informationen …
Fotos: Screenshot Youtube, The Full Wiki, Amazon, The New Yorker, Scientologypublikation, ESMB