Über mich

Mein Name ist Wilfried Handl und ich blogge gegen Scientology …

Ich habe Scientology 1974 durch meine damalige Freundin kennengelernt – Scientology war damals weitgehend unbekannt und für mich war neben meiner Freundin auch die Tatsache, dass der Jazz-Musiker Chick Corea Mitglied bei Scientology war, ein zusätzlicher Grund Scientology-Kurse zu belegen.

Ich war 20 Jahre alt, neugierig und absolvierte einen kleinen Einstiegskurs, dessen Namen ich vergessen habe, und danach den sogenannten Kommunikationskurs, der wenig mit Kommunikation, dafür aber viel mit Kontrolle zu tun hat. Und ohne mir damals über die Tragweite bewusst zu sein, was da ablief, wurde ich Mitarbeiter, wurde in Kopenhagen zum sogenannten Kursüberwacher ausgebildet und lernte danach eine weitere „Seite“ von Scientology kennen: das Guardian Office. Was ich damals nicht wusste – wir schrieben Sommer 1975: L. Ron Hubbard, der Gründer von Scientology, machte sich gerade daran, seine aus drei Schiffen bestehende Flotte zu verlassen und an Land zu gehen, da er weltweit kaum noch Häfen fand, die ihn aufnahmen. An seiner Seite: die paramilitärische Sea Org und eben jenes Guardian Office, der Geheimdienst von Scientology, der von seiner Frau Mary Sue geleitet wurde. Langer Rede, kurzer Sinn: dieses Guardian Office „screente“ damals die Scientology-Organisationen auf “Sicherheitsrisiken”. Dies taten sie in Wien in Form von zwei Personen, der eine hieß Wolf, der andere war Engländer, dessen Name ich vergessen habe, die den scientologischen Lügendetektor E-Meter aufbauten und zum „Interview“ baten. Eigentlich war es ein beinhartes Verhör, an dessen Ende z.B. in meinem Fall die „Alternative“ stand, „entweder im nächsten Leben ein Stein zu sein oder jetzt alles zu gestehen“.
Damals erzielte diese „Alternative“ die Wirkung, die sich die beiden Herrn erhofft haben: ich „gestand“ das, was sie hören wollten. Dazu konstruierten sie eine Geschichte rund um zwei Freunde von mir, die auch Mitarbeiter waren und die mit mir angeblich ein Komplott schmiedeten, um die Scientology-Organisation zu zerstören. Abschließend schleppten sie mich zu einem Notar (Dr. Anderl /Wien), der mein „Geständnis“ notariell beglaubigte. „Beweis“ dafür war, dass ich zwischen 17 und 19 Mitglied einer kommunistischen Lehrlingsorganisation war, die gegen den Vietnamkrieg der USA demonstrierten, Molotow-Cocktails bastelten usw.
Während ich in Deutschland noch intakte Chancen gehabt hätte, eines Tages Außenminister zu werden, sollte mir dieser „Kommunistenstempel“ in Zukunft noch einmal begegnen – vorerst wurde ich mit den aufmunternden Worten „Du bist sehr krank“ von Scientology entlassen.

Ich war trotzdem einmal frei, lebte nach einer „Erholungsphase“ mein Leben und hatte eigentlich nicht die Idee, irgendwann einmal wieder etwas mit Scientology zu tun zu haben. Es kam aber anders als gedacht: 1979 arbeitete ich als Kellner bei einem Freund, der gleichzeitig Scientologe war. Obwohl wir besprochen hatten, dass dies kein Thema sein sollte, fädelte er mit „sanftem“ Druck ein, nochmals in die Scientology-Organisation zu gehen, dort alles auszusortieren usw. – u.a. hatte man herausgefunden, dass der Lügendetektor 1975 kaputt gewesen war und überhaupt war die ganze Aktion nicht richtig.
Wenn ich mir meine folgenden Schritte heute ansehe, kann ich nicht nachvollziehen, warum ich sie setzte: ich machte mit einen Termin mit dem Guardian Office aus, saß wieder vor zwei Personen (ihr Name ist mir bekannt, aber ich möchte ihn nicht nennen, da beide Scientology schon lange verlassen haben) und dem Lügendetektor und wurde danach 5 Stunden in die Mangel genommen. Danach wurde ich wieder als Mitarbeiter rekrutiert – und sagte Ja.

Als "Leitender Direktor" ...

In den folgenden 3 Jahren stieg ich schlussendlich zum Leitenden Direktor in Wien auf – bis ich meine zweite Begegnung mit dem Guardian Office hatte. Offiziell gab es ihn zwar nicht mehr, aber die 5 militärisch gewandeten Mitglieder der Sea Org-Organisation, die mir über mehrere Stunden hinweg Verhörfragen stellten, waren unabhängig davon sehr real. Es kam wieder einmal nichts heraus und so musste wieder die „Tatsache“, dass ich in jungen Jahren Kommunist gewesen bin herhalten, um mich ein zweites Mal vor die Tür zu setzen. Der scientologische Fachbegriff lautete Freeloader Declare und bedeutete, dass man das Geld, das in einen investiert worden war, bezahlen musste. Hintergrund: Mitarbeiter bezahlen nichts für Kurse, sondern unterschreiben, dass „sie bezahlen, wenn sie den Vertrag brechen“ – alle Mitarbeiter haben entweder einen 2 ½ oder 5-Jahresvertrag.
Und wieder das gleiche wie 1975: anstatt froh zu sein, Scientology entkommen zu sein, bezahlte ich die offenen Kursgebühren (rd. 60.000 Schilling) und durfte so als gewöhnlicher Scientologe (als sogenannter Public) weiterhin Kurse belegen.
Was ich die nächsten Jahre auch tat, derart Clear erreichte, ab 1993 wieder aktiv in der Organisation wurde und dabei mit dem damaligen Leitenden Direktor P. Fleischer agierte (ist es heute noch) und mit der Nachfolgeorganisation des scientologischen Geheimdiensts Guardian Office kooperierte, dem Büro für Spezielle Angelegenheiten. Wahrscheinlich wäre ich heute noch Scientologe, wenn sich 2001 nicht mein persönlicher „Glücksfall“ ereignet hätte: ich erkrankte an Krebs.
Was an und für sich ein Ding der Unmöglichkeit war – ich war ja Clear, der laut Hubbard nicht einmal Schnupfen bekommen sollte – und plötzlich hatte ich eine Lebenserwartung von wenigen Tagen. Viele meine Krankenhausbesucher – es waren fast durchwegs Scientologen – konnten damit wenig bis gar nichts anfangen. Ich wusste damals, das ich in meinem Leben dringend etwas ändern musste und tat dies, indem ich im Frühjahr 2002 aus Scientology austrat – ich “wusste” das nicht vom Kopf, sondern vom Bauch her. Die Aktion selbst war sehr einfach: ich traf mich mit dem Leiter des Büro für spezielle Angelegenheiten (Andreas B.), teilte ihm meinen Entschluss mit – und damit war ein drittes Mal das Kapitel Scientology beendet. Diesmal als eigenständiger Entschluss!
Wenn ich mir das so durchlese, was ich da schreibe, komme ich nicht umhin, adäquat zu reagieren: ein ziemlich dummer Mensch, der wahrscheinlich sein Gehirn an der Garderobe abgegeben hat usw.

Anfang der 90er-Jahre mit zweien meiner Söhne …

... und mein dritter Sohn.

Ich sehe das genauso – und doch nicht ganz: welche Mechanismen im Falle von Scientology wirken – und sie machen das wirklich – begann ich dann ab 2004 zu untersuchen. Auslöser war, dass mir meine Ex-Frau (hochrangige Scientologin) jeden Umgang mit meinen beiden jüngeren Söhnen, die mit ihr in den USA lebten, verbot.
Ich schrieb mein erstes Buch, trat in Fernsehsendungen zum Thema Scientology auf, hielt Vorträge in Schulen usw. – und merkte, dass man Scientologen nicht so einfach los wird. Die meisten schon, das Büro für Spezielle Angelegenheiten nicht.
Parallel zu meinen Aktivitäten häuften sich deren „Vorgehen“ gegen mich: nachdem wieder einmal nichts zu finden war, „instrumentalisierten“ man meine Familie. Mein Ex-Frau war dabei das „Medium“: einmal schleppten sie sie zu einem Notar in den USA, wo ein Notariatsakt entstand, der „Auskunft“ über mich gab – nicht nur sie schrieb einen, sondern auch meine Söhne. 2007 schafften sie es auch, dass mein ältester Sohn, der bis dahin bei mir in Wien gelebt hat, in die USA zog und den Kontakt zu mir abbrach.
Ich muss zugeben, dass mich deren diesbezügliches Vorgehen wirklich getroffen hat – es hat aber nicht verhindert, dass ich mich weiter gegen Scientology engagiere.

Ganz im Gegenteil – und dies an die Leser des Büro für Spezielle Angelegenheiten, die diese Zeilen sicher auch lesen werden: selbst wenn ich eines Tages wieder Kontakt zu meinen Söhnen und meiner Ex-Frau haben sollte, wird sich daran nichts ändern!
Es gilt eine Welt ohne Scientology zu schaffen …
Einen Schritt in diese Richtung stellt dieser Blog dar, in dem ich über das schreibe, was Scientology gar nicht gerne hört: die Wahrheit über Scientology!

U.a. ist diese in meinem Buch “Das wahre Gesicht von Scientology” zu finden – gemeinsam mit einer großen Anzahl an Dokumenten, Abbildungen usw.

Das Buch ist bei Amazon oder im gut sortierten Buchhandel erhältlich …

In diesem Sinne: wer noch Fragen hat, kann mich unter gdpa@wilfriedhandl.com erreichen …

6 thoughts on “Über mich

  1. Sehr geehrter Herr Handl,

    mit großem Interesse habe ich sämtliche im Internet verfügbaren Dokumentationen und Talkshows über Scientology angesehen. Sie sind mir dabei positiv aufgefallen. Ich wohne in der Nähe einer “Scientology-Kirche” in Wien und habe mich schon oft gefragt, wie es hinter den Kulissen dort aussehen mag. Ich wollte sogar einmal, ähnlich wie der deutsche Journalist Philipp Mattheis, bei Scientology “schnuppern”, um meine Neugier zu befriedigen. Ich möchte mich für Ihre Öffentlichkeitsarbeit bedanken und Sie darin bestärken, sich weiterhin Gehör zu verschaffen. Ich arbeite als Psychologin mit unterprivilegierten Jugendlichen und deren Familien und stelle immer wieder fest, wie leichtgläubig vor allem Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status sind und wie wichtig Aufklärungsarbeit ist!
    Liebe Grüße

  2. beeindruckend, ich versuch-später- was zusammenzustellen. Allerdings nicht hier, bin sicher, das wird überwacht.

  3. Sehr geehrter Herr Handl,

    Was ich überhaupt gar nicht verstehe: Wieso werden DIE nicht VERBOTEN???
    Das sind doch Adolfs Techniken, eben nur effizienter. Oder?

    mfg Schindler

    • Ich weiß, aber leider geht das nicht so einfach – auch wenn es mehr als nur wünschenswert wäre. Aber vielleicht implodieren sie demnächst – die Zeichen mehren sich …

  4. Sehr geehrter Herr Handl,

    ich bin beeindruckt von den Interviews, ihren Büchern und natürlich diesem Blog der sich gegen Scientology richtet. Vor einiger Zeit, ich meine es waren ca. 2 Monate, war ich überhaupt noch nicht über Scientology informiert. Bzw. wusste ich nichtmal was oder wer die sind. Erst als ich nach dem Sport durch die Stadt gelaufen bin, hatte mich eine Frau angesprochen und gefragt ob ich einen Stresstest machen möchte. Da ich genug Zeit hatte und mir langweilig war stimmte ich zu und setzte mich an dieses E-meter. Da ich von Haus aus sehr misstrauisch gegenüber solchen Ständen bin und Leuten die auf der Straße werben, machte ich den Test mit gelogenen Angaben zu meiner Person. Schon nach wenigen Minuten ist mir aufgefallen, wie sehr diese Menschen persönliche Dinge fragen. Nach diesem “Ausfragen” wollten sie mir noch ein überteuertes Buch andrehen was ich natürlich nicht gekauft hatte. Erst als ich in der Schule meinen Schulkameraden erzählt hatte was da vor sich ging waren sie erschrocken und ich kam zum ersten mal mit dem begriff Scientology in Kontakt. Seit dem habe ich mich genauestens und so gut wie möglich darüber informiert und zusammen mit Anonymous in Stuttgart gegen Scientology demonstriert. Ich habe ihren Blog auch als link anderen Freunden weiter geleitet per facebook und twitter, da er voller hilfreicher Informationen ist. Ich bin nur heilfroh das aus diesem Stresstest nichts schlimmeres geworden ist. Lange rede kurzer Sinn, ein sehr großes Lob an Sie, dass sie soviel Kraft aufbringen gegen diese kranke Organisation anzutreten.

    Mit freundlichen Grüßen Johannes

  5. S.g. Herr Handl, Ihr Mut ist in der Tat zu bewundern. Allerdings befinden Sie sich auf brandgefährlichem Boden. Die Sc-Organisation entspringt direkt dem Reiche Satans (siehe O.T.O.-Hintergrund von R. Hubbard) Es ist kein Zufall, dass die Methoden der Sekte an Adolfs Methoden erinnern! Adolf H. und Ron H. hatten dasselbe Vorbild: Ali. Crowley! Was immer Ihre Motivation sein mag, so einen offenen Kampf zu führen: Wir schicken Ihnen den Psalm 91! Gott möge Sie beschützen und lehnen Sie sich nicht zu weit hinaus!
    Psalm – Kapitel 91
    Unter Gottes Schutz
    1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, 2 der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. (Psalm 18.3)
    3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. (Psalm 124.7) 4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, 5 daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, 6 vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt. 7 Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. 8 Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird. (Psalm 54.9)
    9 Denn der HERR ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht. 10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. 11 Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, (Matthäus 4.6) 12 daß sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 13 Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf junge Löwen und Drachen. (Lukas 10.19)
    14 “Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. 15 Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. 16 Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil.”

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